Turngemeinde und KSV wollen kein Kanonenfutter sein

Patryk Czerwinski (links) und der FC Viktoria Urberach sind einer von drei Rödermärker Verbandsligisten, der beim Rödermark-Turnier (ab 14. Juli) an den Start geht. Außerdem mit dabei sind Germania Ober-Roden, Titelverteidiger TS Ober-Roden und die TSG Messel.

Rödermark – Bis zum Rundenstart in der Fußball-Verbandsliga Süd ist es noch eine Weile hin, erst Ende Juli geht es los. Doch in Rödermark steigt schon die Vorfreude auf die neue Saison 2017/2018. Denn nach dem Aufstieg des FC Germania Ober-Roden aus der Gruppenliga Darmstadt und dem Abstieg des FC Viktoria Urberach aus der Hessenliga kicken in der kommenden Saison insgesamt drei Vereine aus Rödermark in der sechsthöchsten Spielklasse. Die Turnerschaft Ober-Roden ist bekanntlich nun schon im sechsten Jahr Bestandteil der Verbandsliga Süd.

„Wir wären auch gerne in das Duell mit Rot-Weiß Walldorf gegangen, aber das ist schon eine sehr schöne Konstellation“, sagt Urberachs Trainer Jochen Dewitz über die drei Rödermark-Vereine in einer Liga. Bekanntlich wechselten in der vergangenen Saison gemeinsam mit Trainer Max Martin fünf Urberacher-Spieler nach Walldorf und in diesem Sommer folgen mit Julian Ludwig und Dragan Niksic zwei weitere Spieler ihrem ehemaligen Trainer zum einstigen Hessenligisten.

Bereits vor Rundenbeginn messen der FC Viktoria, FC Germania und die Turnerschaft ihre Kräfte – beim traditionellen Rödermark-Turnier, das die Germanen in der Zeit von Freitag, 14., bis Sonntag, 23. Juli, auf dem Sportgelände an der Frankfurter Straße ausrichten. Allerdings in einer anderen Form als in den vergangenen Jahren. Die TG Ober-Roden und der KSV Urberach sind nicht dabei, dafür aber die TSG Messel. „Die Turngemeinde hat von vornherein abgesagt, weil sie kein Kanonenfutter für die drei Verbandsligisten sein wollte“, erklärt Germania-Vorstandsmitglied Edgar Weber, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Das ist aus sportlicher Sicht verständlich, belegte die Turngemeinde in der abgelaufenen Spielzeit in der Kreisliga B Dieburg doch abgeschlagen den letzten Platz. Der KSV Urberach spielte in der vergangenen Runde zumindest in der Dieburger A-Liga, schaffte es allerdings gegen die zweiten Mannschaften der Germania und der Turnerschaft mit Mühe und Not auch nur auf den vorletzten Platz. Und schloss sich daher der Turngemeinde an und verzichtet 2017 auf die Teilnahme am Rödermark-Turnier. „Wir bedauern das sehr“, sagt Edgar Weber, „das ist für das Rödermark-Turnier sehr schade. Denn hier geht es vor allem um das gesellschaftliche.“ Ein bisschen verglich Weber das Turnier sogar mit den Olympischen Spielen, bei denen auch das Motto gilt „Dabei sein ist alles“ - auch wenn man sportlich keine Chance hat.

Damit die drei Rödermärker Verbandsligisten aber nicht gänzlich unter sich sind, komplettiert die TSG Messel das Teilnehmerfeld. „Die Messeler haben sich sofort bereit erklärt, hier mitzuspielen“, sagt Weber über den Darmstädter Gruppenligisten, der in der abgelaufenen Runde den zehnten Tabellenplatz belegt hatte und gegen die Germania mit 1:3 und 2:3 zweimal knapp unterlegen war. Die drei Partien des Gruppenligisten wurden extra so gelegt, dass die TSG am zweiten Turnierwochenende nicht mehr gefordert ist - „Messel nimmt dann noch an einem weiteren Turnier teil“, berichtet Edgar Weber. Das Eröffnungsspiel am Freitag, 14. Juli, bestreiten Gastgeber Germania und Messel.

Und auch wenn in diesem Jahr zwei Rödermark-Klubs fehlen, erwartet die Zuschauer wieder spannende Duelle mit viel Lokalcharakter. Schließlich spielen auch in Messel einige Spieler, die beim FC Viktoria in der Jugend gekickt haben. Und Jahr für Jahr wechseln Spieler innerhalb der Rödermärker Grenzen den Verein. Jüngstes Beispiel: Offensivspieler Sinan Özgün, der sich nach langen Jahren vom FC Viktoria verabschiedete und bei Aufsteiger FC Germania anheuerte. Es wird sicherlich nicht der letzte Wechsel innerhalb Rödermarks gewesen sein. Davon können sich die Fans beim Rödermark-Turnier mit eigenen Augen überzeugen.
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