VfB Offenbach – ein Verein mit Vorbildsfunktion

Die erste Mannschaft des VfB Offenbach ist nach ihrem Aufstieg in der Kreisoberliga Offenbach angekommen und nimmt aktuell den sechsten Tabellenplatz ein. (Foto: VfB Offenbach)

Offenbach – Der VfB 1900 Offenbach ist nach dem BSC 1899 Offenbach der älteste Fußballclub in Offenbach – noch vor den Kickers, die erst 1901 gegründet wurden. Und aktuell auch einer der erfolgreichsten: Hinter den Kickers (Regionalliga) und Gruppenligist SG Rosenhöhe stellt der VfB die dritte Fußballmacht in der Lederstadt: In der Kreisoberliga nimmt der VfB derzeit den sechsten Platz ein, nachdem er erst im Sommer 2016 als Meister der A-Liga Ost in die höchste Spielklasse im Kreis aufgestiegen war. Ein Jahr zuvor waren die Offenbacher noch in der Aufstiegsrunde an der TSV Heusenstamm gescheitert. In der Kreisoberliga spielte der VfB letztmalig 2007.

„Als Aufsteiger sind wir nicht unzufrieden“, sagt der VfB-Vorsitzende Andreas Griesenbruch, einst herausragender Torhüter unter anderem bei den Sportfreunden Seligenstadt, Viktoria Aschaffenburg und dem OFC. Im Januar hat er den Funktionärs-Part übernommen, nachdem er vor rund drei Jahren als Torwarttrainer zum VfB gekommen war – und die er auch weiterhin trainiert. „Das ist jetzt die dritte Saison, in der es beim VfB nach vorne geht. Wir sind in der KOL angekommen und die Tabelle zeigt, wie viel Freude und Spaß die Mannschaft ebenso wie das Umfeld hat.“

„In der Mannschaft stecken 100 Prozent Peter Lack. Und 100 Prozent Andreas Griesenbruch“, lacht der erste Vorsitzende. Lack, ehemaliger Hessenliga-Trainer bei Germania Ober-Roden und Viktoria Aschaffenburg, übernahm den VfB im April 2014 und führte die Mannschaft im vergangenen Sommer zur lang ersehnten Meisterschaft. „Wir haben sehr viele junge Leute im Team. Die Niederlagen in dieser Saison waren für uns ein Lernprozess, den wir für die nächsten Spiele genutzt haben. Das 4:0 am vergangenen Spieltag gegen die SG Götzenhain war ein Topergebnis“, erklärt Griesenbruch. Aus den vergangenen fünf Partien holte der Aufsteiger 13 Punkte. Und auch am morgigen Sonntag (14.45 Uhr) bei Meisterschaftsaspirant 1. FC Langen traut Griesenbruch dem VfB etwas zu: „Mal sehen, wie die Mannschaft dieses Spitzenspiel annimmt.“ Zumal der VfB seinen Trainerstab um einen erfahrenen Mann erweitert hat: Necip Incesu (unter anderem OFC, Germania Ober-Roden, TGM SV Jügesheim, zuletzt SV Pars Neu-Isenburg) will seine Trainerlizenz erwerben und stieg beim VfB ein.

Integrative Fußballmannschaft unter dem VfB-Dach

Der VfB, das ist aber nicht nur die erste und zweite Mannschaft sowie einige Jugendteams. Auch eine integrative Fußballmannschaft, die seit 2002 zusammen spielt, fand unter dem Dach des VfB ihr Zuhause und soll im neuen Jahr eine eigene Abteilung im Verein werden. „Als ich beim VfB angefangen habe, sagte einer der beiden Trainer zu mir: „'Wir sind ja hier nur geduldet.' Darauf habe ich geantwortet: Nein, ihr seid hier herzlich willkommen“, erinnert sich Griesenbruch. Die beiden Trainer Chris Hebler und Klaus Weiland haben aus einer multikulturellen Gruppe behinderten und nicht-behinderter Männer und Frauen, Jugendlichen (ab 14 Jahren) und Senioren (bis 67 Jahren) ein Fußballteam aufgebaut, das im kommenden Jahr am Spielbetrieb der Hessenliga ID für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung des HBRS (Hessischer Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband) teilnimmt. Auch Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, sind bei dieser Mannschaft herzlich willkommen (mehr Infos zur Mannschaft unter E-Mail vfb-offenbach-hff@web.de).

Erst vor wenigen Wochen absolvierte die Offenbacher Mannschaft ein Freundschaftsspiel gegen das Hessenliga ID-Team von Rot-Weiss Frankfurt, das in dieser Liga souverän Meister wurde und fünf Nationalspieler stellt. Mit einer 4:9-Niederlage übertrafen die Offenbacher alle Erwartungen. Vier Gegentore, so viele hatten die Frankfurter noch in keinem Spiel hinnehmen müssen.

Solche Möglichkeiten wie der VfB bietet derzeit kein anderer Verein in Offenbach. Der VfB ist der zweitälteste Verein der Stadt – in Sachen Inklusion und Integration ist er aber auch gleichzeitig der modernste.
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