„Wenn es doch mal Gold oder Bronze wäre“

Jörg Kaiser.

Steinberg - „Ich bin sehr zufrieden“, sagt Jörg Kaiser, Läufer des SC Steinberg. In 38:12 Minuten absolvierte er am vergangenen Samstag in Jügesheim den dritten Lauf der aktuellen Winterlaufserie des JSK Rodgau über zehn Kilometer und belegte damit in der Gesamtwertung den 41. Platz. In der M40 bedeutete das Rang sieben. Zufrieden war der 42-Jährige vor allem daher, weil er eine Woche zuvor beim Silvesterlauf in Frankfurt noch eine Minute langsamer unterwegs gewesen war. „Für mich waren das zwei Tempoläufe, ich habe nicht alles gegeben“, meinte Kaiser, der sich trotz des guten Ergebnisses aber auch ein wenig ärgerte: „Ich habe schon acht Pokalschuhe aus Jügesheim zu Hause stehen, alle in Silber“, erklärt er. Und auch in diesem Jahr wird er die Laufserie in seiner Altersklasse als Zweiter beenden. „Wenn es doch mal Gold oder Bronze wäre“, schmunzelte Jörg Kaiser.

„Früher war ich vor allem ein Ballsportler“, sagt Jörg Kaiser, der erst 2012 mit dem Laufen begann. Dabei liegt das Laufen doch eigentlich in seiner Familie. Sein Onkel Kurt Stenzel ist schließlich zwölffacher Meister über die verschiedenen Langstrecken. Und irgendwann hat dann auch Jörg Kaiser das Lauffieber gepackt, nachdem es lange Zeit kein Thema für ihn war. „Da kommen viele Faktoren zusammen“, blickt er zurück. Alter, Fitness, da wollt Kaiser etwas tun. Den Ausschlag gab schließlich 2012 der Start seiner damals zehnjährigen Tochter Chiara beim Dietzenbacher Stadtlauf. „Da war zu sehen, da ist Talent vorhanden“, erklärt der stolze Papa. „Da hat es bei mit geklingelt und ich habe ebenfalls mit dem Laufen begonnen.“ Sohn Jonah ist übrigens auch ein begeisterter Läufer.

Der Anfang war jedoch nicht einfach. Gelenkschmerzen und Knieprobleme machten sich bemerkbar. „Der Körper ist keine Maschine, er regeneriert sich von alleine“, stellte Jörg Kaiser fest und nennt den Spaß und die Freude am Laufen, die Fitness im Alltag sowie die Verbundenheit mit Körper und Natur als Hauptgründe für das Laufen. Jörg Kaiser beschäftigt sich theoretisch und praktisch mit dem Laufen, mit der Steigerung seiner Leistungen stieg auch der Spaß am Laufen immer weiter. „In den vergangenen drei Jahren hatte ich keinerlei Verletzungen“, erklärt er zufrieden. Runde 90 Trainingskilometer absolviert der Dietzenbacher pro Woche, auf den zehn Kilometern fühlt er sich am wohlsten. „Ich habe noch nicht alle Optionen ausgereizt, in den kommenden zwei, drei Jahren kann ich mich sicherlich noch steigern“, ist Jörg Kaiser zuversichtlich. Und vielleicht springt dann in Jügesheim sogar einmal ein Altersklassensieg heraus.

Einen anderen Sieg hat Kaiser dagegen abgehakt: Bei Verfolgungslauf seines Heimatclubs, bei dem der langsamste Zehn-Kilometer-Läufer des SC den Anfang macht, die Übrigen mit dem zeitlichen Abstand, der der Differenz zwischen ihrer eigenen Bestzeit und der des „Hasen“ entspricht, auf die Strecke gehen, startet Jörg Kaiser als schnellster SC-Läufer immer als Letzter. Und hat es noch nie geschafft, das komplette Feld einzuholen.
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