Wenn Neuer und Lewandowski gleichzeitig ausfallen

Jannis Fischer (rechts) und Teutonia Hausen wollen trotz personeller Sorgen den zweiten Platz in der Fußball-Kreisliga A Offenbach Ost verteidigen.

Hausen – Bei einem Blick auf die Tabelle der Fußball-Kreisliga A Offenbach Ost ist die Sache eigentlich eindeutig: Als Tabellenzweiter weist der FC Teutonia Hausen – bei einem Spiel weniger – neun Punkte auf den noch ungeschlagenen Spitzenreiter SG Nieder-Roden auf. Das dürfte angesichts der souveränen Rolle, die die SGN bisher spielte, nicht mehr aufzuholen sein. Der Vorsprung der Teutonen auf den Dritten Germania Bieber beträgt satte sechs Zähler – das sollte Hausen reichen, um den zweiten Platz, und damit die Teilnahme an der Aufstiegsrunde, bis zum Rundenende zu verteidigen.

Vor dem Start in das Punktspieljahr heute Nachmittag (14.30 Uhr) bei der abstiegsgefährdeten SKG Rumpenheim haben die Hausener aber ein großes Problem: Ein halbes Dutzend Stammspieler fällt – zum großen Teil längerfristig – aus. Dazu gehört Torhüter Sebastian Walter aufgrund eines Bandscheibenvorfalls. Ausgerechnet der Torhüter. Denn für die Kreisoberliga hatten die Teutonen genau für diese Position keinen gleichwertigen Ersatz, hätten sich gerne in der Winterpause genau auf dieser Position verstärkt. Haben sie auch: Resul Sagman kam vom Ligarivalen SV Zellhausen. „Er ist talentiert, hat aber aufgrund von zwei Verletzungen in der Vorbereitung kaum trainiert“, erklärt Hausens Trainer Maik Henrich. Das sind keine guten Voraussetzungen. „Der Ausfall von Sebastian Walter ist ein herber Verlust für uns“, sagt Henrich. Nun ist Ersatztorhüter Benjamin Reibert gefordert.

Zudem fällt in David Blahut der Toptorjäger der Liga (20 Treffer) aus. Gemeinsam mit seinem Bruder Jan hat er in Oberursel die Meisterschule begonnen, ist dort die ganze Woche über gefordert. „Da geht es um die Fortsetzung eines Traditions-Familienbetriebes, da muss der Fußball hinten anstehen“, zeigt Henrich Verständnis. Zumal die Blahut-Brüder ja als Stand-By-Spieler am Wochenende aushelfen könnten – wenn sich David Blahut nicht auch noch am Knie verletzt hätte. Auch er fällt damit vorerst aus. Und Patrick Scheiner verabschiedet sich in diesen Tagen aus beruflichen Gründen für ein halbes Jahr nach Malaysia. „Wir haben derzeit echt die Seuche. Das ist so, als würden bei Bayern München Manuel Neuer und Robert Lewandowski gleichzeitig ausfallen“, erklärt Henrich, der aufgrund weiterer Verletzungen insgesamt sechs Stammspieler ersetzen muss. „Vom Stamm sind aktuell noch acht Spieler dabei“, erklärt er.

Für Hausen wird die zweite Saisonhälfte und der Kampf um Platz zwei damit eine spannende Angelegenheit. Zumal der Tabellendritte Germania Bieber die entsprechend Kampfansage gemacht und Platz zwei als neues Saisonziel ausgegeben hat. Die Germania verstärkte sich in der Winterpause nicht nur mit Jaouad Jaatit (Squadra Azzurra Offenbach) und Mahmut Ucar (Türk. SC Offenbach), sondern auch dem ehemaligen Profi Christopher Reinhard vom Hessenligisten Sportfreunde Seligenstadt. Allerdings müssen die Bieberer in ihrem Kader mit vielen ehemaligen höherklassig spielenden Kickern auch erst einmal die nötige Harmonie hineinbekommen. Maik Henrich hofft, dass seine Mannschaft trotz der vielen Ausfälle an die Leistungen aus der Hinrunde anknüpft und die gleiche Stabilität aufweisen kann. „Und dass sich die Konkurrenz die Punkte gegenseitig abnimmt“, sagt der Teutonia-Trainer.

Heute müssen die Hausener bei der SKG Rumpenheim ran. Die Offenbacher gewannen bereits am vergangenen Wochenende ihr Nachholspiel gegen Froschhausen mit 7:2, anschließend steht mit der Spvgg. Dietesheim 2 der nächste Abstiegskandidat ins Haus. Und auch die folgenden Partien gegen die TSG Mainflingen (der schwach gestartete, selbst ernannte Aufstiegsaspirant hat sich mittlerweile gefangen) und die TSV Lämmerspiel - „Mein Ex-Verein ist gegen mich besonders motiviert, zudem ist es ein Derby“, so Henrich – haben es in sich. „Nach diesen vier Begegnungen wissen wir, wo wir stehen. Wenn wir gewinnen, sind wir in unserem Rhythmus und haben das nötige Selbstvertrauen. Wenn wir nicht gewinnen, klopft irgendwann Bieber an“, erklärt Henrich. Auf Platz eins schauen die Teutonen angesichts der personellen Situation nicht mehr. „Wir wollen die Konkurrenz auf Abstand halten und müssen die Big Points machen“, sagt Maik Henrich. Dann könnte es trotz aller Sorgen gelingen, den zweiten Platz zu verteidigen.
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