„Wenn wir Platz drei halten, wäre das super“

Timo Kaiser (Nummer 44) beim Wurf. In der laufenden Runde traf der Rückraumschütze für den Drittligisten HSG Rodgau Nieder-Roden bereits 95 Mal. Und irgendwann wird der 27-Jährige auch noch einmal für seinen Heimatverein TSG Bürgel, aktuell Tabellensiebter der Oberliga Hessen, spielen.

Nieder-Roden – Timo Kaiser ist im Trikot des Handball-Drittligisten HSG Rodgau Nieder-Roden ein Dauerbrenner. Seit der Saison 2009/2010 spielt der gebürtige Offenbacher im Rodgauer Süden. Der 27-jährige Rückraumschütze war in der Jugend bei der TSG Bürgel aktiv, als A-Jugendlicher wechselte er zwischenzeitlich für ein Jahr zur HSG Kahl/Kleinostheim.

Gleich im ersten Jahr stieg Kaiser mit den Nieder-Rödern als Oberliga-Meister in die 3. Liga auf, trotz Tabellenplatz elf nach nur einem Jahr aufgrund einer Neustrukturierung der Ligen aber direkt wieder ab. 2012 stieg die HSG erneut als Meister auf, spielt nun das sechste Jahr in Folge in der 3. Liga. Timo Kaiser, der auch als Siebenmeterspezialist gilt, ist Jahr für Jahr unter den besten Torschützen zu finden. Auch zu seinem Heimatverein TSG Bürgel hat er weiterhin enge Beziehungen. Sein Vater Hans ist dort stellvertretender Abteilungsleiter, sein Bruder Lukas spielt in der ersten Herrenmannschaft, seine Schwester Lisa bei den ersten Damen. Nach dem 27:24-Sieg der Nieder-Röder zum Abschluss des Punktspieljahres 2017 beim TV Gelnhausen sprach MEIN SÜDHESSEN mit dem Offenbacher.

Herr Kaiser, wie waren Sie mit der Auftritt der HSG in Gelnhausen zufrieden?
Ich war schon ziemlich zufrieden. Es war nach dem Trainerwechsel in Gelnhausen das erwartet schwere Spiel. Das hatten wir in dieser Saison schon ein paar Mal, dass unsere Gegner vor dem Spiel gegen uns die Trainer wechselten. Da weiß man nie so genau, was auf einen zukommt. Die Partie war hart umkämpft. Wenn Marco Rhein die beiden Siebenmeter am Ende nicht hält, kann es auch anders laufen, da hatten wir auch ein bisschen Glück. Erst in den letzten eineinhalb Minuten war die Partie entschieden, bis dahin hätte alles passieren können.

Nieder-Roden beendete die ersten Saisonhälfte auf Platz drei. Wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Abschneiden?

Platz drei, das hört sich sehr gut an. Wenn uns das jemand vor dem Saisonstart gesagt hätte, hätten wir es sofort unterschrieben. 19:11 Punkte ist generell auch gut. Wenn man aber einige Spiele betrachtet, war mehr möglich. Es waren natürlich auch Spiele dabei, die wir knapp gewonnen haben. Von der Ausbeute her passt das. Aber wie gesagt, vom Gefühl her war mehr möglich. Insgesamt sind wir aber sehr zufrieden, die Liga ist sehr ausgeglichen, bis vor wenigen Wochen lagen zwischen Platz drei und zwölf nur zwei Punkte.

Gab es aus Ihrer Sicht Überraschungen im bisherigen Saisonverlauf?
Nein, es ist wie erwartet gelaufen. Dass Großwallstadt der Favorit ist, war klar. Und mittlerweile läuft es beim TVG auch gut. Leutershausen war vor dem Rundenbeginn schwer einzuschätzen, aber einen Absteiger aus der 2. Liga erwartet man mit vorne dabei. Dass Northeim soweit oben steht, damit hätte ich nicht gerechnet, insgesamt gibt es aber keine großen Ausreißer nach oben oder unten.

Was ist in der Rückrunde für die HSG noch möglich?
Wenn wir Platz drei halten, wäre das super. In dieser Liga ist allerdings vieles möglich. Bei einer schlechten Phase wird man auch schnell nach unten durchgereicht. Wir wollen oben dabei bleiben.

Was sagen Sie zum bisherigen Abschneiden ihres Heimatvereins TSG Bürgel, der in der Oberliga Hessen aktuell den siebten Tabellenplatz einnimmt?
Viele Spiele der TSG in dieser Saison habe ich noch nicht gesehen, weil sich die Termine oft mit denen der HSG überschneiden. Rein von den Ergebnissen her war die Saison bisher eher durchwachsen. Es waren einige sehr gute Spiele dabei, aber auch einige, in denen es nicht so prickelnd gelaufen ist. Die Mannschaft steht im Mittelfeld, das sollte auch das Ziel sein, höher sollten die Ansprüche nicht sein. Mit dem Abstieg hat die Mannschaft nichts zu tun, die TSG kann zufrieden sein.

Ihre Familie ist bei der TSG stark involviert, Ihre Rückkehr ist immer wieder ein Thema…
Ich bin mir sicher, dass sich irgendwann noch einmal bei der TSG spielen werde. Wann es dazu kommt, kann ich aber noch nicht sagen.
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