„Wichtig ist, dass wir die Derbys gewinnen“

Andreas Griesenbruch übernahm 2016 das Amt des Vorsitzenden beim VfB Offenbach. Im Frühjahr 2018 stellt er sich der Wiederwahl. (Foto: p)

Offenbach – Zweites Stadtderby für den VfB Offenbach hintereinander: Eine Woche nach dem 3:1-Erfolg gegen Germania Bieber gewann die Mannschaft von Trainer Peter Lack in der Fußball-Kreisoberliga Offenbach auch bei der abstiegsgefährdeten SG Wiking mit 3:2 (1:1). Bastian Zinser brachte den VfB vor etwa 100 Zuschauern nach sieben Minuten in Führung, die Fabian Gaubatz nach einer halben Stunde egalisierte. Yasin Bayrak schoss die Gäste nach dem Wechsel mit zwei Toren (59., 76.) auf die Siegerstraße, ehe Virgil Mihai sechs Minuten vor Spielende nochmals für die Wikinger erfolgreich war.

„Wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt“, meinte Wiking-Trainer Eddi Ziborius mit Blick auf zwei Lattentreffer. Zudem vergaben die Hausherren kurz vor Spielende noch eine Großchance. „Es war ein enges Spiel“, gab der VfB-Vorsitzende Andreas Griesenbruch zu, „wenn man aber in der 90. Minute so eine Kopfballchance wie die Wikinger hat und vorbei köpft, dann verliert man so ein Spiel 2:3. Wenn sie das 3:3 erzielen, ist es auch verdient. Wir hatten aber zuvor genug Chancen, um höher zu führen.“

Mit nur sieben Punkten auf der Habenseite kämpft die SG Wiking als Tabellenvorletzter auch in dieser Saison wieder um den Klassenerhalt. Dagegen spielt der VfB auch im zweiten Kreisoberliga-Jahr eine gute Rolle, nimmt mit 23 Punkten aktuell den siebten Platz ein. „Wir haben vier Punkte zu wenig, aber das ist kein Drama“, sagt Griesenbruch. Nach einem kleinen Umbruch in der Sommerpause „mussten wir einige neue Spieler integrieren. Wichtig ist, dass die Mannschaft sich weiterentwickelt. Und nach Niederlagen wieder aufsteht. Ein 1:4 oder 1:6 alle 14 Tage brauche ich nicht. Mit Platz sieben sind wir zufrieden.“ Und dann fügt der VfB-Vorsitzende lachend hinzu: „Wichtig ist, dass wir die Derbys gewinnen.“

Das gelang dem VfB mit zwei Siegen zuletzt sehr gut. Und Griesenbruch wünscht sich noch mehr Offenbacher Derbys. Mit seinem VfB, der SG Wiking, Germania Bieber und dem FC Fortuna spielen vier Offenbacher Stadtvereine in der KOL. „Es können gerne noch zwei dazukommen“, sagt Griesenbruch. In der Kreisliga A Offenbach Gruppe 1 führen derzeit mit der DJK Sparta Bürgel und dem BSC 99 Offenbach zwei Offenbacher Klubs die Liga an. Gerade ein Derby für den BSC wäre für Griesenbruch ein Kracher: „Beim BSC habe ich mit 17 Jahren mein erstes Seniorenspiel gemacht“, erinnert sich der ehemalige Torhüter, „BSC gegen VfB, das wäre doch ein Topspiel.“ Aber der VfB-Vorsitzende schätzt auch die Topklubs aus dem Osten, wie etwa die TSG Mainflingen oder Teutonia Hausen.

„Die Kreisoberliga ist eine sehr starke Liga geworden“, stellt Griesenbruch fest. Wozu auch die Aufsteiger in dieser Saison ihren Teil beitragen. „Die SG Nieder-Roden ist eine sehr kompakte Truppe, die Neuzugänge passen prima dazu. Die stehen nicht umsonst da oben.“ Ähnliches gilt für den SV Pars Neu-Isenburg. „Aber auch die müssen sich strecken. Nach drei Aufstiegen hintereinander ist es nicht mehr ganz so einfach, ganz oben mitzuspielen“, sagt Griesenbruch über den Tabellendritten.

Nächster Gegner der Offenbacher ist am Sonntag, 12. November, um 14.30 Uhr die SG Götzenhain. Im ersten Aufeinandertreffen in dieser Saison schoss der VfB die Götzenhainer mit 12:0 ab. „Die Mannschaft ist aber nicht mehr mit der aus den ersten Wochen zu vergleichen. Götzenhain hat sich gefangen, mittlerweile 15 Punkte geholt und ist keine Laufkundschaft“, sagt Griesenbruch und fordert angesichts der tiefen, schwer bespielbaren Plätzen eine kämpferisch engagierte Einstellung der VfB-Truppe: „Wer auf diesem Boden nicht reinrutscht, holt keine Punkte.“ Gemeint ist der Kampf, nicht die Grätsche. Gegner Götzenhain trennte sich nach dem katastrophalen Saisonstart von Trainer Adam Schindel, nun ist auch ein Nachfolger gefunden: Nach 21 Jahren kehrt Sigi Kratz (zuletzt TuS Froschhausen) an seine alte Wirkungsstätte zurück, tritt dort am 1. Januar sein Amt an. Bis dahin werden die Götzenhainer weiter von den Spielausschussmitgliedern Akim Baaroud und Matthias Ruhl betreut. Bereits unter der Woche stand das Kreispokal-Spiel des VfB gegen den FC Dietzenbach an. Der Gruppenligist sagte die Partie angesichts Personalmangel jedoch ab, so dass die Lack-Elf kampflos das Achtelfinale erreicht hat.
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