„Zu sagen, wir sind der Favorit, halte ich für vermessen“

Trainer Andreas Humbert gibt mittlerweile im sechsten Jahr beim JSK Rodgau die Richtung an. Auch im vierten Gruppenliga-Jahr gehören die Jügesheimer zum Favoritenkreis.

Jügesheim – Meister FC Hanau 93 ist aufgestiegen, ebenso über die Aufstiegsrunde der Tabellenzweite Viktoria Nidda. Kein Wunder, dass der Drittplatzierte der abgelaufenen Saison in der neuen Runde zu den Topfavoriten gehört. Das trifft in der Gruppenliga Frankfurt Ost auf den JSK Rodgau zu. In der vergangenen Spielzeit lange Zeit mit guten Chancen auf den Aufstieg, verspielten die Jügesheimer erst im Endspurt die ersten beiden Plätze. In den Augen der Konkurrenz gehören die Rodgauer, die bereits in der sechsten Saison von Andreas Humbert trainiert werden, zum engsten Kreis der Titelaspiranten – noch vor Verbandsliga-Absteiger Germania Großkrotzenburg und den Sportfreunden Seligenstadt, die nach dem freiwilligen Abstieg nun mit ihrer ersten Mannschaft in der Gruppenliga spielen.

JSK-Trainer Andreas Humbert sieht das allerdings etwas anders. „Weil wir uns personalmäßig verändert haben, verändern mussten. Wir haben einige neue Spieler geholt. Da weiß man nie: Packen die das, wie schlagen sie ein? Ja, wir gehören sicherlich zum Kreis der Mannschaften, die vorne mitspielen. Aber zu sagen, dass wir der Favorit sind, halte ich für vermessen.“ Germania Großkrotzenburg sieht der JSK-Trainer nicht ganz vorne, bei den Sportfreunden Seligenstadt „ist alles möglich, sie werden sicher vorne mitspielen.“ Auch Türk Gücü Hanau sollte man auf der Rechnung haben. Der Aufsteiger der vergangenen Saison hat sich gut verstärkt, unter anderem mit den erfahrenen Defensivspielern Adrian Saletnik (SC 1960 Hanau) und Dominik König (Vatanspor Bad Homburg), beide zuletzt in der Verbandsliga Süd aktiv. Neuling 1. FC Erlensee verfügt über eine junge, hungrige Truppe und auch Kickers Obertshausen ist eine Überraschung zuzutrauen. Kurzum: Einen echten Favoriten gibt es in dieser Spielzeit nicht.

Die Jügesheimer müssen ab September auf Kapitän Sebastian Jung verzichten, den es aus Studiengründen nach London zieht. Erst in der Rückrunde steht der Innenverteidiger wieder zur Verfügung. In Mehmet Bayraktaroglu hat ein Stammspieler den JSK verlassen, Moritz Herrchen fällt nach seinem Kreuzbandriss noch aus. Da auch das Außenband im Knie beschädigt wurde, muss dieses erst verheilen, erst dann kann der Kreuzbandriss operativ behandelt werden. Das soll im August der Fall sein.

Fest eingeplant ist dagegen Torhüter Stefan Jordanic, 2014 mit der TGM SV Jügesheim Hessenmeister. Zuletzt half er aufgrund von Personalsorgen bei Germania Großkrotzenburg aus, nun folgte nach den Stationen Sportfreunde Seligenstadt und Germania Ober-Roden die Rückkehr nach Jügesheim. Die bot sich an: Jordanic wohnt nur ein paar Minuten vom Maingau-Energie-Stadion entfernt, kann mit dem Fahrrad zum Training kommen. Neu ist auch Angreifer Yasin Attal vom FC Dietzenbach. Der war bereits im Winter beim JSK ein Thema, doch sein damaliger Verein FC Hanau 93 legte sein Veto ein, um einen Konkurrenten im Titelrennen nicht zu stärken. Daher kehrte Attal nach einem halben Jahr in der Grimmstadt zum FC Dietzenbach zurück, nun folgte der Wechsel nach Rodgau. Als „Königstransfer“, bezeichnet Humbert allerdings die Verpflichtung von Fabian Büttner, vielseitiger Mittelfeldspieler der Spvgg. 03 Neu-Isenburg. „Er war ein wenig verletzungsanfällig“, sagt der JSK-Trainer über Büttner (ehemals unter anderem SG Rosenhöhe, TS Ober-Roden). „Aber er ist technisch brillant und menschlich von sehr hoher Qualität.“

In die Vorbereitung starteten die Jügesheimer mit zwei Siegen. Beim Blitzturnier in Bornheim besiegten die Rodgauer die beiden Frankfurter West-Gruppenligisten SG Bornheim/Grün-Weiß (2:0) und den FC Neu-Anspach (3:0). Gespielt wurden jeweils 45 Minuten. „Alle drei Teams waren vom Personal her nur sehr dünn besetzt. Insgesamt war das aber recht ordentlich. Wir haben wenig zugelassen und vorne was gemacht“, sagte Humbert. In guter Form zeigte sich bereits Zugang Yasin Attal, der zwei Treffer erzielte und zwei weitere vorbereitete. Mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitung zeigt sich Humbert „zufrieden, aber nicht überschwänglich. Die Jungs sind engagiert, die Neuen integrieren sich. Natürlich ist noch nicht alles perfekt, aber wir arbeiten an den Abläufen.“ Am Samstag testen die Jügesheimer um 17 Uhr gegen den TSV Seckmauern, Absteiger aus der Gruppenliga Darmstadt. Saisonstart ist für die Jügesheimer am Sonntag, 6. August, mit einem Heimspiel gegen Türk Gücü Hanau.
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