Die Innovation beginnt im Kopf

Vom Friseurladen zum Sozialkaufhaus - Teilnehmer des Masterstudienganges Nonprofit-Management auf ihrer Exkursion beim geplanten Zuverdienstbetrieb des BHZ an der Fuchsenhütte in Roßdorf.
Roßdorf: Verein zur Förderung von Menschen mit Behinderungen Darmstadt e.V. | Innovationen in gemeinnützigen Organisationen zu initiieren, Mitarbeitende zu motivieren und Führungskräfte professionell und verantwortungsvoll auszubilden, ist der selbst gesetzte Auftrag des berufsbegleitenden Masterstudienganges Nonprofit-Management (MNM) der Evangelischen Hochschule Darmstadt (EHD). Um zukunftsgerichtet den Wandel im gemeinnützigen Sektor gestalten und managen zu können, kommt daher dem Theorie-Praxis-Transfer im Studiengang eine hohe Bedeutung zu. So startete eine zweitägige Exkursion von 15 Studierenden zu gemeinnützigen Organisationen im Rhein-Main Gebiet, in denen der Innovationsgedanke besonders stark gelebt wird. Wie aus einem ehemaligen Friseurladen eine Auftragswerkstatt und ein Sozialkaufhaus samt Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung entstehen, schauten sich die Studierenden in Roßdorf genauer an.
„Innovationen fallen nicht vom Himmel, sondern sie beginnen oftmals im Kopf einzelner“ beschreibt Studiengangsleiter Prof. Dr. Michael Vilain den Ausgangspunkt eines Innovationsprozesses, der so oftmals in Organisationen vorzufinden ist. Manchmal zuerst als Gedanke noch im Verborgenen oder als initiierter offener Prozess. „Wie der Weg von der Idee hin zu einer Innovation und letztendlich einer Wirkung beschritten werden kann, ist sehr unterschiedlich“, wissen die Geschäftsführerin des BHZ Roßdorf Soziale Dienste gGmbH Daniela Rothstein und Stephan Weber, Bereichsleitung der Tagesstätte aus langjähriger Erfahrung. Das Unternehmen, welches unter der Trägerschaft des Vereins zur Förderung von Menschen mit Behinderungen Darmstadt e.V. steht, entwickelt seit vielen Jahren besondere Formen und Angebote von Hilfeleistungen für Menschen mit Behinderung. Die Verbindung aus einem gemeinnützigen Verein und einem gemeinnützigen Unternehmen sieht Frau Rothstein dabei als eine wichtige wertschöpfende Kraft, um neue Ideen besser verwirklichen zu können. „Wichtig ist uns aber trotz aller Innovationen und Wachstum den familiären Charakter unserer Einrichtung beizubehalten“, so Rothstein weiter.
In diesem Jahr wird die Einrichtung mit einem neuen Zuverdienstbetrieb in Roßdorf ihr Ziel der Sozialraumorientierung weiterverfolgen und ausbauen. Noch steht der ehemalige Friseurladen leer, aber die Idee wird in wenigen Monaten auch nach außen hin zur Nachbarschaft sichtbar. „Denn der Hauptnutzen für die Eingliederungshilfe ist klar: „Wir wollen trotz allem wirtschaftlichen Anspruchs für Menschen mit Beeinträchtigungen einen Mehrgewinn und die Möglichkeit sozialer Re-Integration schaffen“, beschreibt Stephan Weber die gemeinsame Vision. Der Zuverdienstbetrieb wird unabhängig vom Kerngelände des stationären und teilstationären Angebotes sein und eine Auftragswerkstatt und ein Sozialkaufhaus des Vereins beinhalten. 12 Arbeitsplätze werden geschaffen, vorrangig für Menschen mit Schädigungen des Zentralen Nervensystems (MS, Schlaganfall, Parkinson, Schädel-Hirn-Trauma, etc.). Ein Beispiel, wie aus einer Innovation auch Inklusion und Teilhabe entstehen kann.
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