Delegato-Projekt: Cammino di Francesco 2014

Das "Tau": Signatur von Franziskus und Wegzeichen für Pilger und Wanderer.
„Buon giorno, buona gente“, guten Tag, Ihr lieben Leute – so begrüßte Franz von Assisi, der Troubadour Gottes, im 12. Jahrhundert die Menschen, denen er auf seinen Wanderungen begegnete.

Zum Projekt: Im September 2014 plant der Seeheimer Verein Delegato, den Cammino di Francesco zu pilgern. Die Sammlung von Artikeln, Podcasts, DVD, Büchern und Reiseführern zum Thema wächst kontinuierlich. Vereinsmitglied Helmut Henningsen recherchiert in diesem Juli in Italien auf den Spuren von Franziskusden 353 Kilometer weiten Weg von La Verna (unweit Florenz) nach Rieti (unweit Rom). Er wird die Menschen, Landschaften, Klöster und Gasthöfe kennen lernen und festhalten.

Im Anschluss daran wollen wir gemeinsam sondieren, wie wir an die Ausgestaltung des Projektes heran gehen. Vielleicht wird es eine Pilgertour mit typischer, bewährter Calma-Signatur (siehe www.calma-reisen.de), vielleicht eine individuelle Pilgerreise, teils zu Fuß, teils mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Zur Einstimmung hat Delegato ein fiktives Interview mit Franz von Assisi geführt:
D: Guten Tag, lieber Franziskus, wie geht es Dir im Himmel?
F: Himmlisch (schmunzelt) ... Ernsthaft: Das lässt sich nicht in Worte fassen, die Ihr Irdischen verstehen könntet. Das könnt Ihr nur mit Herz und Seele fühlen. Am ehesten vielleicht, wenn Ihr Musik macht oder hört; die vom 5. Evangelisten Johann Sebastian Bach z.B. ...
D: Deine Musik ist uns ja leider verloren gegangen. Immerhin können wir uns mit Deinen Liedertexten darüber hinweg trösten. Man nennt Dich den Troubadour Gottes. Dein "Sonnengesang" ist ein Welthit geworden.
F: Ach ja? Das freut mich. Der Text musste damals viele Jahre reifen. Auch mit der letzten Version war ich nicht wirklich zufrieden. Ich wäre mit den Inhalten gerne Gott noch näher gekommen. Da ging mir mein "Friedensgebet" leichter von der Hand.
D: Im nächsten Jahr wollen wir auf Deinen Spuren pilgern, von La Verna bis Poggio Bustone, über 353 Kilometer. Gefällt es Dir, dass mehr als 800 Jahre nach Deiner Geburt immer mehr Menschen Dir nachspüren?
F: Na, manche streifen mit ganz anderen Motiven durch mein Revier. Aber auch diese weiten ihre Horizonte. Alle sind herzlich willkommen. Auf Jede und Jeden, der sich mit offenem Herzen auf den Weg macht, warten sehr persönliche Erfahrungen mit mir und meinen Chefs, ob sie oder er glaubt oder nicht.
Respekt für die Strecke, die Ihr Euch vorgenommen habt. Nehmt Euch Zeit für den Weg und die Menschen, die Euch begegnen. Ein wenig Training schadet gewiss nicht, damit Ihr heil über die Berge kommt.
D: Einige von uns sorgen sich wegen der Strapazen auf dem Weg, um ihre Gesundheit und um ihre Ausrüstung. Was sollen wir mit uns tragen?
F: Jeder Tag sorgt für sich selbst. Aber die Starken von Euch sollten große Rucksäcke füllen. Den Inhalt können sie dann denjenigen geben, die ärmer sind, als sie selbst. Wer noch Zweifel fühlt, kann sich ja an die Delegato- und Calma-Checklisten halten.
D: Typisch „Il Poverello“, den Beinamen trägst Du wirklich zu Recht. Franziskus, bitte gestatte eine sehr persönliche Frage: Wie war Dein Verhältnis zu Clara?
F: Ach, Clara, die Heiligste von allen. Sie versteht vom Herrn so viel mehr als ich. Was ich mir mühsam erarbeiten musste, war in ihr schon alles angelegt. Als ich ihr begegnete, lag der erste Teil meines Lebens schon hinter mir. Ich genoss das süße Gift der Liebe zwischen Frau und Mann in vollen Zügen, bis ich kapierte, dass mich das und andere Zerstreuungen vom Herrn fern hielten. Andere schaffen beides gleichzeitig – bewundernswert. Clara und ich, das war und ist die wirkliche Liebe, die uns Ihm näher und näher bringt.
D: Und Antonius von Padua?
F: Antonius ... wir haben uns viel zu selten gesehen. Gott, wie konnte er reden. Sein Charisma brachte bis zu 30.000 Menschen auf die Plätze. Sie schwiegen und lauschten seinen Worten, sogar die Kinder...
D: ...und die Vögel, wenn Du dabei warst...
F: ...Unsere schönste Zeit hatten wir ... es war wohl in Le Puy, vielleicht im Jahre 1214, ich besuchte ihn dort auf meinem Weg nach Santiago de Compostela. Er war Guardian unseres Klosters dort.
D: Hast Du mit ihm das „Tau“ von seinem Namensvetter Antonius dem Großen übernommen?
F: Ihr seid gut vorbereitet. Ja, so war es. Das „Tau“, der Buchstabe aus dem hebräischen und dem griechischen Alphabet, das Stirnzeichen aus dem Buch Ezechiel, Kap. 9, der Bibel für die Gesegneten, die aus Ägypten auszogen, das kreuzförmige „T“ als Symbol für den Herrn. Ihr findet es als Wegweiser auf meinem Cammino.
D: Franziskus, die Geschichte Deiner Stigmata. Magst Du sie uns erzählen?
F: Schwingt da Unglaube in der Frage mit? Mein größtes Glück, mein Einssein mit Jesus Christus – es gibt keine Worte für dieses Glück. Aber (lächelt verschmitzt): Wer’s glaubt, wird selig.
D: Franziskus, herzlichen Dank für das Gespräch. Dürfen wir wieder kommen?
F: Jederzeit. Buon giorno, buona gente.

Wir werden das Gespräch mit Franz von Assisi bald fortsetzen. Wenn Sie Fragen an ihn haben, senden Sie diese einfach an post@delegato-ev.de. Detaillierte Informationen zum Projekt: www.delegato-ev.de.
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