„Die Feuerzangenbowle“ im Schulmuseum Seeheim-Jugenheim

Schülermützen um 1900 (Schulmuseum)
Museumsverein und Seniorenbüro Seeheim-Jugenheim präsentieren am Samstag, 23. Januar 2016, 17.00 h, im Schulmuseum Seeheim-Jugenheim, Kirchstraße 1, den Film von 1944 „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann. Es ist die erste Veranstaltung im neuen Jahresprogramm des Museumsvereins unter dem Begriff „mal dies – mal das: Kultur im Schulmuseum“. Die Museumspädagogin Erika Witt führt mit Ruth Simon, Isolde Oschee, Rosemarie Kröh, Karin Rahn und Christine Schönherr durch einen nostalgischen und unterhaltsamen Nachmittag im Raum einer einklassigen Seeheim-Jugenheimer Dorfschule im Schulmuseum. Eintritt: Freie Spende.
Die Feuerzangenbowle – ein deutscher Spielfilm von Helmut Weiss nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Spoerl – passt sehr gut in die Umgebung des Schulmuseum, das in Wort und Bild sowie mit Einrichtungen und Gegenständen zum Thema „Schule – Lehrer – Schüler – Unterricht“ die bemerkenswerte Entwicklung des Schulwesens in Seeheim-Jugenheim in den letzten 500 Jahren zeigt. Der Klassenraum im Film aus der „guten alten Zeit“ – die nicht genau datiert ist, aber um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert anzusiedeln ist – entspricht in etwa dem Klassenraum im Schulmuseum. Ebenso findet man dort z. B. die Schülermützen und die Kleidung des Lehrers aus der Zeit um 1900.
Zur Geschichte des Films: Bereits 1934 erscheint eine etwas freiere Verfilmung des Romans unter dem Titel „So ein Flegel“. Auch hier spielt Heinz Rühmann die Hauptrolle, sogar in einer Doppelrolle. Zum Film von 1944 findet man in der Heinz Rühmann-Autobiographie „Das war’s“ ab S. 152 eine Vorgeschichte: Im Januar 1944 hätte der Reichserziehungsminister Bernhard Rust versucht, die Freigabe des Films zu verhindern, mit der Begründung, dass der Film die Autorität der Schule und der Lehrer gefährde, was die schwierige Situation durch den kriegsbedingten Lehrermangel noch erschwere. Rühmann wäre daraufhin persönlich mit einer Filmkopie für zwei Tage in die Wolfsschanze gefahren, wo über Hermann Göring die Meinung Adolf Hitlers zum Film eingeholt worden wäre. Nach dessen Zustimmung hätte der für Propaganda zuständige Minister Joseph Goebbels die Anweisung erhalten, den Film freizugeben. Die Premiere fand drei Tage danach in Berlin, die erste TV-Sendung 1964 (Deutscher Fernsehfunk, DDR) bzw. 1969 (ZDF, Bundesrepublik Deutschland) statt.
Dem Film ist ein (angepasstes) Zitat aus dem Roman vorangestellt: „Dieser Film ist ein Loblied auf die Schule, aber es ist möglich, dass die Schule es nicht merkt.“
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.