Eine Weihnachtsgeschichte

Eine Weihnachtsgeschichte - oder Alltag?
Handlung und Personen frei erfunden. Bei Übereinstimmung mit lebenden oder toten Personen ist es Zufall.
Zuerst habe ich gedacht, dass uns, meiner acht jährigen Enkeltochter und mir, die Leute hinterher schauen weil sie ein so ausgenommen hübsches Mädchen ist.
Sie hat so edle gesichtszüfge, ein klassisches Profil, samtweiche, dunkle Haut und eine schlanke Figur.
Dann wurde ich jedoch eines besseren belehrt.
Die kleine Hand von Zoe in der meinen standen wir vor der Weihnachtsauslage eines Spielwarengeschäftes. Ihre großen, schwarzen Augen funkelten beim Anblick der vielen bunten, schönen Sachen, und ihr, mit schwarzen Löckchen bedachter Kopf wendete sich hin und her um jede Puppe, jeden Tedddy und all die anderen Spielsachen zu betrachten.
Unentwegt redete sie auf mich ein wie schön das alles währe.
Ich mußte mich anstrengen um alles zu verstehen. Durcheinander auf Deutsch, Englisch und in ihrer Muttersprache, Suaelisch,plapperte sie vor sich hin.
Hinter uns stand ein Ehepaar mittleren Alters und er sagte, gerade so laut das auch ich es verstehen mußte:" Da hat sich der alte Bock sicherlich eine junge Frau in Afrika gekauft und so einen Balk in die Welt gesetzt. Gestern noch durch den Busch gesprungen und heute bestunen sie unsere Welt."
Ich hoffte inständig das Zoe, ob ihrer Aufregung über die vielen Spielsachen nichts davon gehört hattte.
Aus Rücksicht auf meine Enkeltochter vermied ich eine verbale Auseinandersetzung und wir beide, Zoe und ich gingen unseres Weges.
Drei Tage später saß ich im Büro und Zoe sprach mich an.:" Opa, warum schauen uns manche Leute oft so komisch an? Sie freuen sich gar nicht wenn sie uns sehen." Mit uns meinte sie sicherlich ihre Schulfreunde Kim aus Korea, Maria aus Spanien und Eische aus der Türkei.
" Opa, wir sind doch auch so schön bunt wie im Sommer die vielen Blumen auf der Wiese, da freuen sich die Menschen doch auch wenn sie sie sehen".
Zuerst schluckte ich den Kloß in meinem Hals herunter, nahm Zoe auf meinen Schoß und sagte:" Paß mal auf, das ist so. Meschen können mit den Augen und mit den Herzen sehen.Es gibt aber Menschen die haben es verlernt mit dem Herzen zu sehen. Sie sind sehr arm und wir dürfen ihnen deshalb nicht böse sein, man kann sie nur bedauern. Freue dich weiter an der schönen, bunten Welt".
Sie nickte mit ihrem Köpfchen, drückte mir einen feuchten Kuß auf meine Wange, sprang von meinem Schoß und lief ins Kinderzimmer.
" Opa, ich male Dir ein schönesw buntes Bild" , hörte ich sie noch rufen.
Das Bild, eine Wiese mit vielen bunten Blumen und vielen bunmten Kindern hängt an der Wand, direkt über meinem Schreibtisch, in meinem Büro. Ich betrachte es jeden Tag und ich würde es nie, nie gegen einen Picasso oder Rembrandt tauschen.

Ich wünsche allen Lesern ein besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes, neues Jahr 2014. Jürgen Fleißner
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