CDU bei der Bürgermeisterwahl gut aufgestellt – SPD und Grüne tun sich schwer

Olaf Kühn (parteilos), Bürgermeisterkandidat der CDU Seeheim-Jugenheim
Für die CDU kommt die Entscheidung der SPD, bei der im November anstehenden Bürgermeisterwahl keinen Kandidaten zu stellen, nicht überraschend. „Bürgermeister ist ein echter Knochenjob“, weiß der CDU-Fraktionsvorsitzende Hannjo Nawrath. „Wer in Seeheim-Jugenheim mit seinen unterschiedlichen Ortslagen Rathauschef werden will, muss eine Führungspersönlichkeit sein, Verwaltungserfahrung mitbringen, auf Bürger zugehen können und vor allem bereit sein, ein sehr hohes Tempo zu gehen. Das kann und will nicht jeder.“ Die CDU hatte sich aus diesen Gründen schon frühzeitig auf den amtierenden parteilosen Bürgermeister Olaf Kühn als Kandidaten festgelegt. „Kühn ist für Seeheim-Jugenheim ein Glücksfall“, so Nawrath. „Er hat gezeigt, wie man mit einer sachlichen und parteiübergreifenden Arbeit auch bei nicht einfachen politischen Verhältnissen überzeugen und tragfähige Entscheidungen herbeiführen kann.“ Die Aussage der SPD, man verzichte auf eine Kandidatur, weil man keine Mehrheit in der Gemeindevertretung hat, ist für die CDU nur ein vorgeschobenes Argument, um vom eigentlichen Problem abzulenken: Entweder ist niemand in den Reihen der SPD bereit anzutreten oder es gibt keinen, dem die Partei das Amt zutraut.

Die Grünen sind laut eigener Aussage zwar „guten Mutes“, einen Bewerber zu finden, tun sich aber ebenfalls nicht leicht. Die hämischen Kommentare der grünen Fraktionsvorsitzenden zur Entscheidung der SPD sind für die CDU deshalb unangebracht. „Wer vor dem gleichen Problem wie die SPD steht, sollte nicht über andere herziehen. Einen fähigen Kandidaten aufzustellen und damit als Partei Verantwortung zu übernehmen, ist nun mal schwerer als in der Opposition dagegen zu sein“, so Nawrath. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen hatte die Entscheidung der SPD auch dazu genutzt, Bürgermeister Kühn wegen des Gerangels um die Tribünenplätze in der geplanten Dreifeldsporthalle am Schuldorf zu kritisieren. Für die CDU ist diese Aussage ein weiterer Beleg dafür, dass die örtlichen Grünen gerne Fakten verdrängen. Die CDU erinnert daran, dass es Kühn war, der mit dem Landkreis 500 Tribünenplätze ausgehandelt hatte. Der grüne Kreisbeigeordnete Christel Fleischmann, der bei der letzten Kommunalwahl für die Seeheim-Jugenheimer Grünen angetreten war, hatte der Gemeinde schriftlich bescheinigt, dass der Landkreis 250 Tribünenplätze finanzieren wird. Diese Zusage nahm er dann einige Monate später wieder zurück, nachdem ihm aufgefallen war, dass bei mehr als 199 Tribünenplätzen die Versammlungsstättenverordnung greift und dadurch höhere Kosten für die Heiz- und Lüftungsanlage und den Brandschutz entstehen. Diese Mehrkosten plus die Kosten für den höheren Tribünenanteil hätte die Gemeinde Seeheim-Jugenheim alleine übernehmen müssen.

Die SPD begründet ihre Entscheidung, keinen Kandidaten zu stellen, auch damit, dass es ihr nicht gelungen sei, die Bürger von der Notwendigkeit zu überzeugen, mehr Gewerbe und Neubürger in Seeheim-Jugenheim anzusiedeln. Auch die CDU verfolgt das Ziel, durch höhere Einnahmen aus der Gewerbe- und Einkommenssteuer die finanzielle Situation der Gemeinde zu verbessern. Im Gegensatz dazu haben die Grünen bisher jede Gewerbeansiedlung und jedes größere Wohnungsbauvorhaben strikt abgelehnt und zu verhindern versucht: das Lufthansa Training & Conference Center, das Einkaufszentrum in Jugenheim, die Einkaufsmärkte in der Friedrich-Ebert-Straße, die Hotelerweiterung in Malchen oder das Seeheimer Schlossprojekt. „Wenn CDU und SPD hier nicht an einem Strang gezogen hätten, würde Seeheim-Jugenheim heute ärmer dastehen“, stellt Nawrath fest. Nicht nachvollziehbar ist für den CDU-Fraktionsvorsitzenden deshalb die Haltung der SPD-Spitze. „Wer für mehr Gewerbe und für Ansiedlung ist und gleichzeitig darüber nachdenkt, ob man den Kandidaten der Grünen unterstützen sollte, hat ein Problem mit der Glaubwürdigkeit.“
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