Stolpersteinverlegung am Mittwoch 10.04 in Seeheim: Warum ich daran teilnehmen werde

Wann? 10.04.2013 17:00 Uhr

Wo? Albert-Schweizer Straße 6, Seeheim-Jugenheim DE
Seeheim-Jugenheim: Albert-Schweizer Straße 6 | Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

am Mittwoch, den 10. April werden in Seeheim durch den Künstler Gunter Demnig 13 Stolpersteine für Mitglieder der jüdischen Familien Mayer und Rosenfeld aus Seeheim verlegt, die an die Verfolgung und in einigen Fällen auch Ermordung dieser Mitbürger während der Zeit des Nationalsozialismus erinnern sollen. Gespendet werden die Stolpersteine von Bürgerinnen und Bürgern.
Die Veranstaltung beginnt um 17:00 Uhr in der Albert-Schweitzer-Straße 6. Anschließend finden Verlegungen in der Darmstädter Straße 3 und der Schloßstraße 8 statt. Nachfahren der Familie Rosenfeld werden aus den USA anreisen und an der Verlegung teilnehmen. Mehr Informationen zu dem Termin enthält der Flyer des Gemeindevorstandes.

Die Initiative des Gemeindevorstandes ist außerordentlich zu begrüßen. Auch den vielen Aktiven des „Runden Tisches – Wider das Vergessen“, den Spendern und allen anderen Beteiligten bin ich sehr dankbar, dass es auch in Seeheim bald Stolpersteine geben wird. Meine Familie und ich nehmen gerne an der Verlegung teil und wir rufen alle Seeheim-Jugenheimer zu einem regen Besuch der Veranstaltung auf. Es ist ausgesprochen wichtig, dass viele Menschen durch ihre Präsenz zeigen, dass rechtsradikales Gedankengut in unserer Gemeinde keinen Nährboden findet.

Die Stolpersteinverlegung hier in meiner Wahlheimat macht das abstrakte Grauen der Nazizeit anhand von einzelnen, gut recherchierten Schicksalen greifbar und bringt es im wahrsten Sinne des Wortes näher - ohne jemanden anzuklagen. Besonders positiv finde ich, dass sich die Enkelin und der Sohn von Erich Rosenfeld die Mühe machen, aus den USA anzureisen und teilzunehmen. So habe auch ich die Gelegenheit, mit den Nachfahren verfolgter Seeheimer das Vergangene im persönlichen Gespräch aufzuarbeiten. Jedes Mal, wenn ich als Deutsche mit Ausländern über die Nazizeit gesprochen und die heutige politische Meinungslage differenziert erklärt habe, konnten Vorurteile abgebaut und „Sympathiepunkte gesammelt“ werden, ein meines Erachtens nach wie vor notwendiger und wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung. Wichtig für die heutige Generation Deutscher ist auch die besondere Verpflichtung zu aktivem Aufstehen und Bekennen gegen Diskriminierung und Verfolgung von Menschen.

Also, liebe MitbürgerInnen, zeigen auch Sie sich durch Ihre Teilnahme als ein guter Botschafter der Gemeinde Seeheim-Jugenheim in Richtung der Nachfahren verfolgter Juden und in Richtung der unter uns leider immer noch vorhandenen Personen mit rechtsradikaler Einstellung. Ich danke für Ihr Kommen.

Claudia Sierakowski, Seeheim
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