Wahlen mit vielen Kreuzen- Backblechgroße Stimmzettel am 6. März

Seeheim-Jugenheim: Gemeinde | SEEHEIM-JUGENHEIM. Wenn am Sonntag (6.) die Wähler zu den Kommunalwahlen an die Urnen gehen, bekommen sie in Seeheim-Jugenheim einen Stimmzettel in Backblechgröße. Insgesamt ist rund 84 x 59 cm. Grund dafür ist das Hessische Wahlgesetz. Erstmals wurde es bei der Kommunalwahl 2001 angewendet. Danach können die Wahlberechtigten panaschieren, kumulieren, streichen oder eine Liste ankreuzen. Weil es auf den ersten Blick kompliziert erscheint, hatte das gemeindliche Wahlamt einen Informationsbrief mit einem Musterstimmzettel verschickt. Informiert wird über die Wahl zur Gemeindevertretung und zum Kreistag.
Vorteil dieses neuen Verfahrens ist, dass die Bürger einen großen Einfluss auf die Zusammensetzung des Gemeinde- und Kreisparlamentes haben. Es können so viel Stimmen vergeben werden, wie das Gremi-um Mitglieder hat. Im Kreistag des
Landkreises Darmstadt-Dieburg sind es 71. Für die Gemeindevertretung
Seeheim-Jugenheim 37 und für die Ortsbeiräte Bal-khausen 5, Malchen 7 und in Ober-Beerbach 9.
Wahlberechtigt sind auch alle volljährigen EU Bürger, die seit drei Monaten ihren Hauptsitz in der Gemeinde angemeldet haben.
Nach wie vor ist die einfachste Möglichkeit seine Stimme abzugeben, das Listenkreuz. Bei der Auszählung bekommen dann die Bewerber der angekreuzten Listen die Stimmen und zwar von oben nach unten in der Reihenfolge, wie sie auf dem Wahlzettel verzeichnet sind. Stehen auf der Liste we-niger Namen als Vertreter zu wählen sind und es sind noch Stimmen übrig, wird von oben nach unten weiter verteilt, so lange bis die Stimmen aufgebraucht sind, oder jeder der Kandidaten die maximale Zahl von drei Stimmen bekommen hat. Bleiben dann noch Stimmen übrig, verfallen diese.
Einfluss haben die Wähler auch auf die Rei-henfolge der Bewerber innerhalb einer Liste. So können sie Kandidaten, die sie nicht im Parlament haben möchten, streichen. Möchte man Bewerber besonders unterstützen, so kann man diesen bis zu drei Stimmen geben, das heißt, es wird kumuliert („gehäufelt“). „Panaschieren“ muss derjenige, der seine Stimmen auf Kandidaten verschiedener Listen verteilen möchte.
Wer will, kann alle Wahlmöglichkeiten auch miteinander kombinieren: Der Wähler kann seine Kreuzchen verteilen und verbleibende Stimmen über ein Listenkreuz vergeben.
Ungültig wählt man: Wenn der Wähler mehr Kreuze an Kandidaten verschiedener Listen verteilt, als er Stimmen hat; wenn er mehr als drei Stimmen für einen Kandidaten vergibt oder er zwei Listen ankreuzt.
Von der Zahl der Gesamtstimmen hängt es ab, wie viele Sitze eine Partei oder Wählergruppe erhält. Kommt ein Kandidat nicht in die Gemeindevertretung oder den Ortsbeirat, sind seine Stimmen wichtig für die Sitzverteilung. Denn diese richtet sich nach der Gesamtstimmenzahl einer Liste. Gewählt sind die Kandidaten mit den meisten Stimmen. Unabhängig von ihrem Platz auf der Liste.
Auf dem verteilten Musterstimmzettel kann die Wahl geübt werden. Wer will, kann ihn auch als Vorlage am Wahltag auf dem „scharfen“ Stimmzettel nutzen. Bei Bedarf können zusätzliche Exemplare im Bürgerbüro der Gemeinde abgeholt werden.

psj
Pressestelle der Gemeinde Seeheim-Jugenheim
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