Grüne: CDU/SPD/FWS/FDP verweigern Maßnahmen zum Klimaschutz für KITA-Neubau in Froschhausen

Beim Neubau der KITA in Froschhausen hat nach Ansicht der Grünen-Fraktion die Bürgermeister-Koalition schwere Planungsfehler zu Lasten des Klimaschutzes begangen, die nun auch noch von der CDU abgesegnet werden sollen. Entgegen der klaren Selbstverpflichtung der Stadt, aktiv gegen die Klimakatastrophe vorzugehen, bleibt es bei blumigen Sonntagsreden. Die Stadt Seligenstadt ist als Unterzeichner der Charta 100 Kommunen für den Klimaschutz 2013 eine Selbstverpflichtung eingegangen, „zukünftige Co2 Emissionen zu reduzieren, die Energieeffizienz zu erhöhen, sowie verstärkt erneuerbare Energien einzusetzen.“

Dass beim Bau der KITA, auch unter Verwendung einer Hybridheizung, die Standards der ENEV 2016 eingehalten werden, ist eine Selbstverständlichkeit und kein Grund, Lobeshymnen auf die Planungsvorgaben der Kommune zu schwingen. Da ginge erheblich mehr, wenn man den kommunalen Anspruch höher ansetzen würde und keine Angst davor hätte, auch mal ökologisch zu denken.
Die vorgelegte Planung beweist dieses rückwärts gerichtete Festhalten, denn beim Bau der KITA-Froschhausen nimmt die Stadt keine zusätzlichen Umweltschutz-Fördermittel nach den Förderrichtlinien des Kommunalinvestitionsprogramms (KIP) in Anspruch, obwohl dies möglich wäre. Danach wären Maßnahmen nach der Energieeinsparverordnung (EnEv), dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und dem Kraft-Wärme- Kopplungs-Gesetz(KWKG) förderfähig gewesen. „Entsprechend dem Klimaschutzkonzept der Stadt Seligenstadt hätten diese Maßnahmen zumindest in einer Berechnung der Wirtschaftlichkeit überprüft werden müssen,“ sagt Adina Biemüller, Fachfrau für Baufragen und Stadtverordnete der Grünen. Die Ergebnisse der jeweiligen Folge-Kosten-Berechnungen für Fotovoltaik, Kraft-Wärme-Kopplung und Wassereinsparung durch Zisterne hätten, nach Ansicht der Grünen, Antwort gegeben auf die Frage, in welchem Zeitraum sich die einzelnen Vorhaben amortisiert hätten. „Mit der Entscheidung, keine Fördermittel der KfW in Anspruch zu nehmen, wird nicht nur bares Geld ausgeschlagen,“ fährt Petra Werk fort, „sondern auch gegen die Verpflichtung der Richtlinien verstoßen,, dass die möglichen Folgekosten einer Maßnahme berücksichtigt werden müssen, um deren Wirtschaftlichkeit langfristig sicher zu stellen.“
Die vorgelegte Planung sieht aber keinerlei Umweltschutz-Maßnahmen vor. Alle Anträge der Grünen nach Nutzung des Regenwassers, der Solarenergie oder Begrünung der riesigen Flachdächer wurden bisher mit 33:4 Stimmen abgelehnt. Dazu Dr. Debertshäuser: „Besonders absurd ist die Ablehnung der Regenwassernutzung und Dachbegrünung. Während die Bürgerinnen und Bürger per Bebauungsplan sinnvoll zu Regenwassernutzung und Dachbegrünung ihrer Garagen verpflichtet werden, sind über 89 % der Stadtverordneten nicht bereit, mit gutem Beispiel voran zu gehen.“
Fraktionsvorsitzende Natascha Maldener-Kowolik kommentiert: “ Wenn jetzt die angeblich drängende Zeit als Ablehnungsgrund vorgeschoben wird, ist dies unredlich. Die Beschlusslage zur Selbstverpflichtung, ökologisch zu bauen, ist eindeutig und hätte von Anfang an in die Planung einfließen müssen. Aber der politische Willen, lieber am fossilen Zeitalter fest zu halten, ist leider in Seligenstadt immer noch stärker. Offensichtlich glaubt man der Argumentation Donald Trumps, der den Klimawandel als eine Erfindung der Chinesen bezeichnet hat.“
750 qm ungenutztes Flachdach mit grauen Bitumen zeugen von einer vertanen Chance, der zukünftigen Generation einen verantwortungsvollen Umgang mit Klimaschutz zu veranschaulichen. Die Grünen verweisen dabei auf die Erfolge der Solaranlage bei der Kläranlage in Klein-Welzheim. Dort beträgt die Kohlendioxid-Einsparung pro Jahr etwa 144 Tonnen.
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