Es gilt die Verantwortlichen zu stellen und in die Pflicht zu nehmen!

„Es macht so gar keinen Sinn gegen die AfD den Schulterschluss üben zu wollen und im Zuge dessen diejenigen laufen zu lassen, die für die Entstehung der AfD die politische Verantwortung tragen, so Kreistagsabgeordnete Christiane Hennrich (DIE LINKE) in Ihrer Analyse zur Bundestagswahl.

"Der Zuspruch hat seine Ursache im Versagen der etablierten Politik. Mehr als eine Millionen Menschen die 2013 noch für die Union stimmten, wählten 2017 die AfD, Die Sozialdemokraten verloren 500.000 Wähler an die AfD und auch DIE LINKE musste Federn lassen. Auch konnte die AfD mehr als 1,4 Millionen Nichtwähler an die Wahlurne locken, was unbestritten erstmal bemerkenswert ist.

Fehler erkennen und zugeben

Die etablierten Parteien, insbesondere die SPD, tragen die Verantwortung für die über Jahre praktizierte Demontage des Sozialstaates. Die fehlende Abkehr von der Agenda 2010, die fehlende Abkehr von Hartz IV und die Schwächung der gesetzlichen Rente, haben zur massiven Spaltung unserer Gesellschaft in Reich und Arm beigetragen, welche in der Zeit der Kanzlerschaft von Angela Merkel weitergewachsen ist. Ein Großteil der Bürger und Lohnabhängigen fühlen sich zu recht nicht mehr vertreten und haben aus Protest und in der Hoffnung auf eine gerechtere Politik, AfD gewählt. Die Linke wurde hingegen mit einer “Roten-Socken-Kampagne” als Alternative klein gehalten. Anstatt selbstkritisch mit der vergangenen Politik, die von Wirtschafts- und Finanzlobbyismus geprägt war, endlich einen Politikwechsel einzuläuten, erklärt man der AfD den Kampf als gemeinsames Glaubensbekenntnis.

Taktik der etablierten Parteien

Das ist nicht mehr als ein Manöver, um vom eigenen Versagen gegenüber der Bevölkerung abzulenken. Was bisher folgt ist keinerlei Schuldeingeständnis oder auch nur der Ansatz zukünftig etwas zum Besseren ändern zu wollen. Das Haus-Rezept wäre doch einer Partei die aus Protest gewählt wurde das Wasser abzugraben, eben diese in der Bedeutungslosigkeit verschwinden zu lassen, indem man endlich lernt eine bürgernahe Sozialpolitik wiederzubeleben. Dazu gehört es zuvorderst Fehler einzugestehen! Wer die Unzufriedenheit und Abstiegsängste in der Bevölkerung vehement ignoriert und vor Euphemismus nur so strotzt, der braucht sich nicht der Verwunderung hingeben über die eigentlich, absehbaren Folgen.
Nehmen wir den britischen Vorsitzenden der Labour Party Jeremy Corbyn als Beispiel und als mögliches Vorbilder für eine Neuausrichtung einer deutschen, sozialdemokratischen Politik. Mehr als deutlich formuliert er glaubhaft seine Ziele, wie z.B. den Kampf gegen Ungleichheit, die Schaffung von Chancen für jungen Menschen, Würde und Sicherheit für den älteren Teil der Bevölkerung. Der Erfolgt zeigte sich bei den letzten Wahlen 2017, bei der die sozialdemokratische Labour Partei mit 9,5% den größten Zuwachs erhielt und auf 40% kam und die rechte UKIP 10,8% verlor und nur noch 1,8% erhielt.

Selbstverständlich verurteile ich Rechtextremistische Leithammel,

die schon immer den Unmut der Bürgerinnen und Bürger für sich zu nutzen wussten. Dass diese sich auch in den Reihen der AfD tummeln ist selbstredend, diesen gilt es auch weiterhin keinen Fußbreit an Boden zu überlassen. Doch dafür benötigen wir mehr denn je eine glaubwürdige Sozialpolitik! Die SPD sollte dies als Chance sehen und dringend ihr sozialdemokratisches Profil erneuern. Dazu müssen zunächst Führungsköpfe in der SPD, wie z.B. Nahles, durch fortschrittliche Köpfe ersetzt werden, sodass eine Handreichung gegenüber der LINKEN möglich ist und sich fortschrittliche Kräfte auch im Deutschen Bundestag einigen. Es gilt endlich zu den sozialen Wurzeln einer Arbeiterpartei zurück zu kehren, nur so können wir der aktuellen Entwicklung etwas entgegensetzen“, ist Christiane Hennrich überzeugt.
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