Adventreise der SG 50PLUS nach Nördlingen

    Adventsreise der SG 50PLUS nach „Nördlingen und mehr“ vom 10. – 13. Dezember 2015
Am 10.12. um 11.30 Uhr sollte es losgehen mit unserer Adventsreise; bedingt durch die Verkehrssituation bei der Anfahrt – der Bus kam aus Nördlingen – starteten wir tatsächlich erst um 12.00 Uhr mit guter Laune und der obligatorischen Begrüßungsmelodie , mussten aber auch dann einige Staus in Kauf nehmen und lange LKW-Schlangen passieren.
Gegen 14.00 Uhr erfolgte nach teilweise nebligen Strecken, jetzt aber bei strahlendem Sonnenschein, unsere Rast auf der Raststätte Kraichgau Süd – diesmal mit Weiterstädter Mittagessen anstelle des sonst üblichen Weiterstädter Frühstücks. Aber auch um diese Uhrzeit ließen wir uns die Leberkäsbrötchen, Gurken, den obligatorischen Kuchen von Else sowie außer den üblichen „Verdauerlis „ auch Glühwein und Plätzchen schmecken, den Spendern sei gedankt.
Um 17.00 Uhr trafen wir schließlich in unserem weihnachtlich geschmückten „Kaiserhof Hotel Sonne“ in Nördlingen ein und bezogen unsere Zimmer. Knarrende Dielen und nicht ganz unserem heutigen Niveau entsprechende Treppen ließen das Alter und den besonderen Charme des Gebäudes - ca. 700 Jahre alt - erahnen. Immerhin hatten hier schon einige hochgestellte Persönlichkeiten, u.a. auch ein Kaiser und sogar die Apollo 14 und Apollo 17 Mannschaften genächtigt!
Nach einer Stippvisite auf dem direkt an das Hotel grenzenden romantischen Weihnachtsmarkt ging`s um 19.00 Uhr zum Abendessen ins „Weinstäpfele“, dem schönen Gewölbekeller unseres Hotels. Es folgte ein spätes, aber ausgezeichnetes Abendessen.
Am nächsten Morgen trafen wir uns um 9.15 Uhr zu einer Stadtführung, gut gestärkt nach dem Frühstück, teilweise noch etwas müde, bedingt durch die unmittelbare Nähe „Daniels“, des imposanten Glockenturms der Hallenkirche St.-Georg, der seine Arbeit gewissenhaft verrichtete und zu unserem Leidwesen auch nachts regelmäßig „glockte“. Hierbei erfuhren wir viel über die ehemalige Freie Reichsstadt Nördlingen, die in einem vor etwa 15 Millionen Jahren durch einen Meteoriteneinschlag entstandenen Krater (Durchmesser von 25 km), dem heutigen Ries, erbaut wurde. Diese Tatsache stellt auch den Zusammenhang mit den bereits erwähnten Apollo-Mannschaften her. Aufgrund des hier vorhandenen und mit dem Mondgestein identischen Gestein Suevit nutzten sie die Möglichkeit, um in den umliegenden Steinbrüchen zu trainieren. Nördlingen, die einzige Stadt in Deutschland, die noch über eine vollständig erhaltene und rundum begehbare 2,7 km lange Stadtmauer verfügt, beeindruckt vor allen Dingen auch mit ihren vielen gut erhaltenen oder restaurierten Fachwerkhäusern, in denen früher viel Handwerk, insbesondere Gerbereien, vorhanden war. Der etwa 2-stündige Stadtrundgang, unterbrochen von einem von unserem Hotelchef organisierten Glühwein- und Stollenimbiss, hat uns auf jeden Fall verdeutlicht, dass das Reiseteam eine wunderschöne alte Stadt für diese Adventsreise ausgesucht hat.
Nach kurzer Mittagspause, die zum Verschnaufen oder auch für einen Snack auf dem Weihnachtsmarkt genutzt wurde, bestiegen wir um 14.00 Uhr wieder einen Bus. Wir wurden mit vielen sachkundigen und humorvollen Kommentierungen zur Geschichte und Landschaft seitens des uns schon bekannten Stadtführers zur beeindruckenden Benediktinerabtei Neresheim geleitet, vorbei an Höhlen aus der Neandertalerzeit und einer römischen Ausgrabungsstätte. Schon im Dämmerlicht besichtigten wir noch die Klosterkirche St. Martin in Mönchseddingen und kehrten, nachdem man im Vorbeifahren noch die Umrisse von Schloss Harburg bewundern konnte, begleitet von einem einzigartigen Abendrot nach Nördlingen zurück.
Gesättigt von einem wieder sehr gutem, im Hotel servierten Abendessen, ließen wir den Tag mit diversen Getränken und Gesprächen ausklingen, wobei es sich viele nicht nehmen ließen, wenigstens einmal dem Wächterruf des Türmers auf dem „Daniel“ - „So, G`sell , so“ – zu lauschen. Dies geschieht regelmäßig in halbstündigem Turnus von 22.00 Uhr bis 24.00 Uhr in Erinnerung an die 1440 durch eine ausgebüchste Sau vereitelte Eroberung der Stadt.
Durch diese Sau, die sich am Tor rieb, wurde der Überlieferung nach rechtzeitig festgestellt, dass zwei vom Oettinger Grafen bestochene Wächter absichtlich das Tor offen gelassen hatten, um ihm und seinem Heer Einlass zu ermöglichen. Dies erklärt auch die überall in der Stadt in verschiedenen Ausführungen anzutreffenden Schweineskulpturen.
Der dritte Tag war Augsburg gewidmet. Um 11.00 Uhr brachen wir zu einer 2-stündigen Stadtführung auf, bei der uns die Geschichte sowie bemerkenswerte Bauwerke und Denkmäler erklärt wurden. Beeindruckend vor allen Dingen der Besuch der Fuggerei, der ältesten Sozialsiedlung der Welt, 1521 von dem reichen Bürger Jakob Fugger gestiftet. Die Fuggersiedlung war vorgesehen für die von Armut bedrohten Handwerker und Tagelöhner, die sich nicht aus eigener Kraft, z.B. wegen Krankheit, eine Unterkunft leisten konnten. Die ursprünglich 52 Wohnungen in Reihenhausform wurden nach teilweiser Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bis auf 140 Wohnungen erweitert und sind größtenteils noch heute für 0,88 € /Jahr(!) an ausschließlich katholische, minderbemittelte Augsburger Bürger mit gutem Leumund vermietet. Die Siedlung mit acht Gassen und drei Toren sowie einer eigenen Kirche ist eine Stadt in der Stadt und wird jeden Abend von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr geschlossen. Bewohner, die später zurückkehren, müssen an den Nachtwächter einen Obolus von 0,50 €, nach 24.00 Uhr von 1,00 € entrichten.
Nach der Besichtigung des Goldenen Saales des Renaissancerathauses und der Einnahme des vorbestellten Mittagessens im Rathauskeller stand der Nachmittag zur freien Verfügung. Viele nutzten diese Zeit zum Besuch weiterer Sehenswürdigkeiten, aber auch zu einem Gang über den Weihnachtsmarkt. Treffpunkt war dann wieder um 18.00 Uhr vor dem Rathaus für ein zwar kurzes, aber besonderes Schauspiel. Nach dem Erlöschen der Beleuchtung sowohl im Rathaus als auch in unmittelbarer Umgebung samt Einstellung des Straßenbahnverkehrs erschienen in einigen speziell angestrahlten Fenstern und auf dem Balkon in Gold gekleidete Engel mit Musikinstrumenten. Dazu erklang passende Weihnachtsmusik. Nach etwa fünfzehn Minuten war das Engelskonzert vorbei, und die Engel entschwanden zurück ins Rathaus.
Nach der Rückkehr von Augsburg gegen 20.00 Uhr erwartete uns im Hotel ein weiteres Highlight: Eine Bierprobe mit sechs verschiedenen Biersorten und je Tisch zwei große toll anzusehende Platten mit den verschiedensten Köstlichkeiten an Wurst, Schinken, Käse und diversen sonstigen Leckereien. Herr Beck, der Inhaber des Hotels, gab zu jeder Biersorte entsprechende Erläuterungen, unterstützt von dem uns schon bekannten Stadtführer im Kostüm eines Büttels. Ein rundum wieder sehr gelungener Abschlussabend, der von einer kurzen Stippvisite und Ansprache des Oberbürgermeisters von Nördlingen gekrönt wurde. Unsere Reiseleiter Dieter und Günter nutzten die Gelegenheit, um sich mit der Übergabe kleiner Erinnerungsgeschenke insbesondere beim Hotelier zu bedanken. Die ihm überreichte Kachel unseres Vereinsheims fand wohl noch in der Nacht ihren Platz an der Wand im Gastraum, wie am nächsten Morgen beim Frühstück festzustellen war.
Wie immer bei den 50PLUS-ern standen alle pünktlich um 9.15 Uhr zum Kofferladen parat, so dass wir wie geplant aufbrechen konnten. Nach staufreier Fahrt erreichten wir um kurz nach 13.00 Uhr Weiterstadt. Es war wieder ein gelungener, gut organisierter Ausflug mit vielen Eindrücken, wofür sich Manfred Peter in unser aller Namen bei unserem Reiseteam mit der Übergabe einer kleinen Aufmerksamkeit bedankte . g+g E
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