Krimiautor Michael Kibler las erneut in Weiterstadt

 

Bistro Kofibar füllt sich mit Krimibegeisterten

Michael Kibler, einer der erfolgreichsten Darmstädter Kriminalautoren, las am Montag Abend im Weiterstädter Bistro Kofibar aus seinem neuesten Werk "OPFERGRUBE". Die ausverkaufte Veranstaltung organisierte der älteste Buchladen in Weiterstadt - Subsonic - an diesem eher ungewöhnlichen Ort.
Inzwischen hat er eine große Fangemeinde, in und um Darmstadt und auch überregional wächst die Leserschaft, der Wahl-Darmstädter Kriminalautor Michael Kibler, dessen siebter Darmstadtkrimi im vergangenen Jahr erschien. OPFERGRUBE ist, genau wie die vorangegangenen Werke Kiblers, ein hervorragend recherchierter Krimi mit viel Lokalkolorit und in dem für ihn typisch spritzigen, manchmal bissigen Humor erzählt. Erfahrene Kibler-Leser kennen sich mit dem Ermittlerduo Steffen Horndeich und Margot Hesgart so wie deren Privatleben bereits bestens aus. Sozusagen für Neuleser gab der Autor eine kurze Einführung. Da wurde zum Beispiel genau erläutert, wo sich das Büro der beiden Ermittler im Polizeipräsidium befindet, zumindest in der Fantasie des Autors. Dass es ihm endlich gelungen sei, eine Leiche im Darmstädter Woog zu platzieren, freue ihn sehr. Schon im ersten Krimi hätte dies geschehen sollen, doch 2004 kam im der Kollege Rainer Witt zuvor, 2006 zog dann Christian Gude nach. "2013 war ich dann dran" freute er sich. In jedes seiner Bücher würde ein bisschen autobiographisches Material einfließen, so auch in OPFERGRUBE. "Nutzen wir doch beide den Woog für ein ausgedehntes Schwimmtraining, Horndeich ein bisschen mehr, ich ein bisschen weniger", erläuterte er schmunzelnd. Und so war es nur natürlich, dass ausgerechnet Steffen Horndeich die Leiche im Woog entdeckte. "Der Fisch war ein Mensch und der lebt nicht mehr" zitierte Kibler aus dem Krimi. Schnell waren die über 50 Zuhörer, von denen einige in der "Holzbankklasse im Nachbarraum" Platz nehmen mussten, wie Jan Fröhlich von Subsonic erläuterte, in den Bann der Lesung gezogen. Kibler las sich quer durch das Buch, geschickt gewählte Passagen machten neugierig, verrieten aber nicht zu viel. Dazwischen gab es erklärende Passagen. Nicht nur fasziniert vom Inhalt sondern auch der anschaulichen Gestik und Mimik, sowie der passenden Modulation der Stimme, herrschte gespanntes Schweigen im dicht bestuhlten Raum. Kenner der Materie lachten gelegentlich im voraus, weil sie im Gegensatz zu den noch Unwissenden über besonders humoristische Stellen bescheid wussten. Doch es blieb nicht nur beim Vorlesen, Kibler intonierte sogar den momentanen Lieblingssong seines Ermittlers Horndeich. Am Ende der aus zwei Teilen bestehenden Lesung gab Kibler noch einen kurzen Ausblick auf sein bereits in Arbeit befindliches neuestes Werk. Es trägt den Titel "STERBENSZEIT" und erscheint am 15. September 2014. Der geneigte Leser muss sich hier allerdings an ein neues Ermittlerduo wagen, denn diesmal machen sich zwei Kriminalisten des BKAs aus Wiesbaden an die Arbeit. Um die Enttäuschung ... hörbar durch vereinzelte "och nööö"-Rufe im Publikum, so gering wie möglich zu halten, legte Kibler gleich nach und erläuterte, dass die bundesweit arbeitenden BKA-Beamten natürlich auch in Darmstadt tätig werden müssten und hier kämen dann selbstredend Hesgart und Horndeich wieder ins Spiel. Die Aussicht, dass das übernächste Buch wieder ein reiner Darmstadtkrimi mit den zwei altbekannten Protagonisten werden würde, beruhigte die Gemüter dann endgültig. Im Anschluss daran hatte die Zuhörerschaft noch Gelegenheit, Fragen zu stellen. Davon wurde reichlich Gebrauch gemacht. Auf die Frage nach seinem Werdegang als Autor antwortete er: Bereits im Jahre 1992 habe er für einen Verlag geschrieben, allerdings nur Heftchenromane, dann folgten zwei bis drei Bücher "für die Schublade", wie Kibler es nannte, bis sein erstes Buch "MADONNENKINDER" endlich akzeptiert worden wäre. Bei den Erläuterungen zur Theorie des Buchschreibens nahm er die Entstehung von "SCHATTENWASSER" als Beispiel. "Ich gehe ins Jugendstilbad in diese blaue Salzgrotte und da treibt eine ältere Dame zwischen zwei Schwimmnudeln im Wasser. Da kam der Geistesblitz für den neuen Roman: Wie lange kann die da tot rumtreiben, bevor es einer merkt?!" Auf die Frage nach einer eventuellen Verfilmung seiner Krimis gab er seine Lieblingsantwort: "ich bin der letzte, der sich dagegen wehrt!"
Auch mit Lob wurde von Seiten der Hörerschaft nicht gespart, gründlich und sauber recherchiert seien die Bücher, vor allem die Vorortangaben. Während sich die Schlange für eine Signatur im mitgebrachten oder dort erworbenen Buch langsam lichtete, starteten erste Aufräumarbeiten, um aus dem Vortragssaal wieder ein Bistro zu machen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.