Vom Gnadenhof zum Tierheim

Jutta und Karl-Heinz Keller, sowie Ingrid Günkel vor der Spendentafel für das neue Tierheim

Neubau braucht Sponsoren

Da ist was im Busch, bei den Kellers auf der Ranch. Endlich wird aus Wunschdenken Realität und so erhält Weiterstadt in Kürze sein eigenes Tierheim. Ohne helfende Hände, einen Griff in den Geldbeutel oder einen Blick in die Garage auf der Suche nach Baumaterial geht das aber nicht. Denn was 2009 am Tag der offenen Tür beginnt soll 2014 seine Vollendung finden.
Ein Abriss zur Geschichte der Kellerranch zeigt, dass die Familie und die Tiere seit fast einem halben Jahrhundert miteinander verbunden sind. Die Eltern von Karl-Heinz Keller gründen 1966 die Ranch, noch stehen Tierhandel und damit Lebensunterhalt im Mittelpunkt. Als Karl-Heinz und Jutta Keller die Ranch übernehmen, wird sie zum Gnadenhof, einem Ort, an dem alte, verwahrloste oder hilfsbedürftige Tiere ein neues Zuhause finden. Das Gelände des Gnadenhofes befindet sich in Privatbesitz der Kellers und bis zur Gründung des Tierhilfevereins im Mai 2002 kommen sie auch für die finanziellen Aufwendungen größtenteils selbst auf. Der Tierhilfeverein wird zum Träger der Kellerranch und in seiner Eigenschaft als anerkannt gemeinnütziger Verein ist er in der Lage, steuerrechtlich korrekte Spendenbescheinigungen auszustellen. Das auf dem Gelände befindliche Pflegestudio und die Tierpension, die den Vereinsmitgliedern vorbehalten ist, fallen nun ebenfalls unter die Trägerschaft des Vereins.
Immer wieder werden in diesen Jahren Fundtiere oder verletzte Tiere gebracht oder Menschen wollen ihre treuen Weggefährten hier gut versorgt wissen, weil der Begriff Tierheim für sie einen schalen Beigeschmack hat. Dafür ist die rechtliche Lage diffizil, eher eine Art Grauzone. Zudem kostet die Verpflegung und Unterbringung von inzwischen über 300 Tieren viel Geld und Gebühren dürfen offiziell nicht erhoben werden. Tag und Nacht im Einsatz, das wird erwartet und natürlich ehrenamtlich. Auf dem Tag der offenen Tür 2009 wird der Grundstein für eine Änderung gelegt. Gerhard Zeller (CDU) regt bei den Kellers an, offizielles Tierheim der Stadt Weiterstadt zu werden. Einer der Beweggründe ist die Tatsache, dass die Stadt jährlich eine Pauschale pro Einwohner an das für sie zuständige Darmstädter Tierheim zahlen muss. Der offizielle Status eines Tierheims würde Kellers in die Lage versetzten, Gebühren bei Abgabe eines Tieres zu erheben, denn so meint Jutta Keller augenzwinkernd: Entsorgte Tiere kosten Geld!
Von den Plänen begeistert, beginnen auf der Ranch viele Köpfe zu rotieren. Die Zustimmung des Stadtparlaments wird eingeholt, der Bebauungsplan entsprechend geändert. Karl-Heinz Keller kauft privat ein Flurstück dazu. Verhandlungen mit dem Staatlichen Veterinäramt und dem Regierungspräsidium beginnen, um alle rechtlichen Vorgaben zu erfüllen. Hinter dem Pferdepaddock entsteht der Bauplatz, die 17. finale Fassung des Bauplanes steht zur Umsetzung bereit. Geld, Material, Menpower … all das wird benötigt. Ein Businessplan soll helfen, Zuschüsse von offiziellen Stellen und Stiftungen zu erhalten. Wo immer es geht, packen die Vereinsmitglieder selbst mit an. Für professionelle Hilfe ist eine Ausschreibung vorgesehen, auf die sich Weiterstädter Firmen bewerben können. Am 18.8.2013, wieder ein Tag der offenen Tür, fällt der Startschuss zum Tierheimneubau-Rennen. Seit dem haben etwa 50 Personen, Firmen und Organisationen die Chance genutzt, nach dem Motto „Mieten – Kaufen – Wohnen“ durch den Erwerb eines Bausteines symbolisch Miteigentümer des Tierheimes zu werden. Über 4500 Euro sind so zusammen gekommen. Doch das reicht noch lange nicht aus! Viele weitere Bausteine in gestaffelten Werten von 25 Euro bis 1000 Euro sind nötig, damit Tiere wie Hunde, Katzen, Vögel, Kleintiere und Exoten sich hinter stabilen, dichten Mauern vor kaltem Zug schützen können. Ein Baustein mit Namensnennung als Weihnachtsgeschenk ist doch eine Überlegung wert, oder? Wie geholfen werden kann, steht auf der Homepage des Tierhilfevereins (www.kellers-ranch.de).
Gefiederte und bepelzte Zwei-und Vierbeiner sagen danke und wünschen ein frohes Weihnachtsfest.
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