Wort in den Sonntag

Mit Berufungen ist das so eine Sache. Bestätigt oder "krönt" eine kirchliche Weihe oder Ordination die einem Menschen innewohnende, geistliche Berufung? Ist damit automatisch jeder nicht von einer kirchlichen Autorität dem "Klerus" Zugedachte weniger oder gar nicht von Gott berufen? Ist es nicht immer stets vermessen, ein Urteil "im Namen Gottes" zu treffen? Schon viel zu oft lagen die Kirchen mit ihren Urteilen über andere falsch, wurde falsch Zeugnis abgelegt, verketzert und unter Missbrauch des Namens Gottes gefoltert und getötet. Und die, welche die Kirche für berufen hält, hält die auch zwangsläufig auch Gott für berufen. Wenn ich Diakon, Priester, Ordensbruder oder - Schwester nur werden will, um mein schwaches Selbst aufzuwerten, habe ich bei diesem Vorgang womöglich Gott viel weniger an der Seite als geglaubt. Nur ein guter Mensch zu sein und sich ausnutzen, von den Interessen anderer manipulieren zu lassen, ist nicht Demut und keine Berufung, sondern die Kompensation der unstillbaren Sehnsucht, bedingungslos angenommen und geliebt zu dein. Ob ich meiner Berufung mehr schlecht als recht gerecht geworden bin, zeigt sich am Ende meiner Tage. Und da nutzt es mir wenig, selbst vom Papst höchstpersönlich für diesen oder jenen Dienst bestimmt worden zu sein: "Solo Christus" kann man da im Reformationsjahr nur ergänzen, dass Christen gleich welcher Konfession mahnende Erinnerung sein sollte, im konkreten Handeln die richtigen Schwerpunkte zu setzen, den Wandel der Zeit in der Beständigkeit von Glaube, Hoffnung und Liebe zu gestalten.
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