Berührende Uraufführung und brillante Solisten - Sinfonisches Blasorchester Wixhausen begeistert im Darmstädter Staatstheater

(Foto: Foto: Thomas Nolte)
 
(Foto: Foto: Thomas Nolte)
Rund drei Wochen vor dem Konzert am 1. Advent war im Vorverkauf keine Karte mehr zu bekommen. Kein Wunder, denn das Sinfonische Blasorchester der TSG Wixhausen beweist mit seinen Auftritten jedes Mal, wie vielseitig und unterhaltsam Blasmusik sein kann. So geriet auch das 6. Benefizkonzert, das in diesem Jahr den Deutschen Frauenring in Darmstadt unterstützt, zu einer beeindruckenden und extrem unterhaltsamen Veranstaltung.
Schon beim Tongemälde „Noah´s Ark“ von Bert Appermont zogen die MusikerInnen das Publikum in ihren Bann. Man konnte förmlich sehen, wie Tierpaare aller Arten auf die Arche zogen, je nach Größe majestätisch schreitend oder eher kleinfüßig wuselnd. Auch die Sintflut mit dem Sturm wurde durch hektische Rhythmen, wechselnden Lautstärken und Zischlauten gekonnt imitiert.
Nach dem klassischen Konzertmarsch „Naar Hoger Doel“ kam einer der Höhepunkte des Abends: die Europäische Erstaufführung von „Homage to the Dream“. Der Amerikaner Mark Camphouse würdigt mit der 2013 entstandenen Komposition die berühmte Ansprache von Martin Luther King. Und so wie ein guter Redner mit variabler Dynamik und flexibler Wortwahl seine Zuhörer fesselt, so trugen die Wixhäuser das Werk auch vor. Zwischen gedankenvollen Motiven im piano und hoffnungsvoll-mahnenden Passagen im forte prangern Dissonanzen die Missstände der Rassentrennung an. Ganz im Sinne des Komponisten traten gegen Ende des Stückes Sprecher auf, die den Vortrag mit „I have a dream“ in mehreren Sprachen berührend ergänzten.
Wenn man der charmanten Moderatorin Paula Auksutat Glauben schenken mochte, war es nur dem fehlenden Platz auf der Bühne geschuldet, dass bei den „Highlights from Riverdance“ keine irische Stepptruppe für Stimmung sorgte. Aber die Tänzer waren dafür gar nicht nötig. Die Zusammenstellung der lyrischen Balladen, die äußerst rhythmischen Tänze sowie das feurige Finale bescherten den MusikerInnen nicht die einzigen Bravo-Rufe des Abends.
„Pequeña Czarda“ heißt in der Übersetzung ganz unscheinbar „kleiner Tanz“. Corinna Gutting, die in der Saxophonklasse von Simon Hanrath an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main studiert hat, präsentierte einen brillanten großen Tanz auf ihrem Altsaxophon: Zart und butterweich im pianissimo, strahlend und klar im fortissimo, dazwischen auch klackende, sauber intonierte Slaps – mit der Zunge erzeugte perkussive Effekte, bei denen sich vermutlich nicht nur das Publikum staunend fragte, wie sie das gemacht hat.
Glasklar und glockenhell trug Gabi Stephan „När som jag var på mitt adertonde år“ vor, mit dem „Spring“ beginnt. Die Komposition von Johan de Meij vereint verschiedene schwedische Volkslieder, die am Ende stimmungsvoll ineinanderlaufen.
Mit „Life in The Capital City“, in dem Jazz-geprägte Melodien einen melancholischen Satz umrahmen und einer Zusammenstellung großer Hits von Billy Joel endete das offizielle Programm. Mit stehenden Ovationen ließen die Zuhörer das Orchester nicht ohne Zugabe von der Bühne.
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