Musikalisches Feuerwerk - Blasorchester TSG Wixhausen und Brass Band Frankfurt begeistern in Erzhausen

Sinfonisches Blasorchester TSG Wixhausen
 
Sinfonisches Blasorchester TSG Wixhausen
„Not macht erfinderisch“ heißt es, und im Falle des Neujahrskonzertes galt das im wahrsten Sinne des Wortes. Weil das Bürgermeister-Pohl-Haus im Moment „für etwas Wichtigeres benötigt wird“, wie Dirigent und Moderator der ersten Hälfte, Rainer Laumann, betonte, zogen das Sinfonische Blasorchester der TSG Wixhausen und die Brass Band Frankfurt ins benachbarte Erzhausen um. Das tat der Stimmung und der exquisiten Unterhaltung keinen Abbruch.
Rasant begann das Sinfonische Blasorchester der TSG Wixhausen mit einem Medley aus “My Fair Lady“. Das Arrangement von Robert Russell Bennett, der auch das Original orchestriert hatte, ist mit vielen kleinen Neben- und Begleitmelodien durchsetzt, die nur durch eine ausgewogene, von den Wixhäusern prima dosierte, Klangbalance zur Geltung kommen. Nach dem ruhigen „Canterbury Choral“, dessen breites Klangvolumen die namensgebende, altehrwürdige Kathedrale fast bildhaft vor dem geistigen Auge entstehen ließ, stand „Robin Hood“ auf dem Programm. Die Musik des 1991 entstandenen Films mit Kevin Costner als Robin und dem kürzlich verstorbenen Alan Rickman als Sheriff von Nottingham, ist vor allem für die Hornisten eine echte, prima gemeisterte Herausforderung.
Als nicht technisch, sondern sportlich anspruchsvoll stellte sich der Walzer „Destellos del Alba“ oder auch „Flashes of the Dawn“ heraus. Ferrer Ferran, der laut eigenem Bekunden wohl ohne großen Plan einfach drauf los komponiert, hatte offensichtlich mächtig Spaß bei der Arbeit, denn er durchsetzte das Werk mit zahlreichen Regieanweisungen. So standen mal hier, mal da Bläser für kurze oder längere Passagen auf oder animierten das Publikum mit Schunkel-Einlagen zum Mitmachen. Zum Mitwippen verführte der Ragtime-Marsch „Lassus Trombone“, in dem der Posaunensatz mit genussvoll dargebotenen Glissandi glänzend zur Geltung kam.
Zum Abschluss rockten die Wixhäuser den Saal mit den Melodien aus „Tanz der Vampire“, die auf bekannten Hits beruhen, wie z.B. Bonnie Tylers „Total Eclipse of the Heart“ oder „Tonight is what it means to be young“ aus dem Film „Straßen in Flammen“. Mit dem mitreißenden Säbeltanz verabschiedete sich das Blasorchester.
Die Konzerthälfte der Brass Band Frankfurt stand unter dem Motto „Fußballweltmeister und ihre Komponisten“. Passend zu ihrem eigenen Logo und dem aktuellen WM-Titel-Inhaber begannen sie mit der strahlenden „Skyline Overture“, eine der jüngsten Kompositionen, die Dirigent Hans-Reiner Schmidt seinem Ensemble auf den Leib geschneidert hat. Für Italien hatten die Frankfurter den Komponisten Nino Rota ausgesucht. Karl Hanspeter brillierte mit einer wunderbar sanft gespielten Interpretation der Filmmusik zu „Der Pate“.
Thematisch für Spanien, musikalisch jedoch für Frankreich kam anschließend eine rassige Aufführung des Torrero-Marschs aus Bizets „Carmen“ zu Gehör. Nicht minder temperamentvoll gelang die Präsentation des berühmten „Libertango“ von Astor Piazzolla aus Argentinien. Der Engländer Edward Elgar komponierte mit den „Enigma Variationen“ kurze Stücke, die Menschen aus seinem Umfeld beschreiben. „Nimrod“ ist einem seiner engsten Freunde und Förderer, August Jaeger, gewidmet.
Passend zu der 2014 erfolgten 7:1 Niederlage des Ex-Weltmeisters, erklang danach „Manhã da Carnaval“, einer der populärsten Songs der brasilianischen Komponisten Luiz Bonfá und Antonio Maria aus dem Film „Black Orfeo“, wunderbar melancholisch dargeboten von Oliver Krenz am Flügelhorn. „Ganz ohne Glissandi“, witzelte Simon Dillmann, Moderator der Brass Band, augenzwinkernd, kamen die Posaunen in der pompösen Tannhäuser Ouvertüre von Richard Wagner aus. Mit dem temperamentvollen Pasodoble „España Cañí“ ging ein äußerst unterhaltsames Konzert zu Ende, für das sich die Zuschauer mit stehenden Ovationen noch den „Radetzky Marsch“ als Zugabe verdienten.
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