Neujahrskonzert vor vollem Haus - Exzellente Solisten, humorige Ansagen und kurzweilige Unterhaltung in Wixhausen

"Diese Probleme haben wir gerne", bekannte Dirigent Rainer Laumann am vergangenen Sonntag angesichts der ins Bürgermeister-Pohl-Haus strömenden Zuschauermassen, für die kurzerhand noch die verbliebenen möglichen Stellplätze mit Stühlen aufgefüllt wurden. Doch trotz des unerwarteten organisatorischen Auftakts begann das Neujahrskonzert des Sinfonischen Blasorchesters (SBOW) und der Brass Band Frankfurt (BBF) ohne große Verzögerung.

Den Anfang gestalteten die Wixhäuser mit den orientalischen Klängen der Tondichtung "Persis". In schnellen Rhythmen und einem wunderbar lyrischen Intermezzo beschreibt James L. Hosay in dem Werk, das er seiner Frau gewidmet hat, die Schönheit und Geschichte des alten Persiens. Nach dem "Einzug der Gladiatoren" bat Laumann, der seine Konzerthälfte selbst moderierte, Landesfachwart Wolfgang Schroth vor die Bühne. Schroth überreichte Fagottistin Renate Hill die Bronzene Ehrennadel für 10 Jahre und Tubist Hubert Herchenhahn die Silberne Ehrennadel für 20 Jahre aktives Musizieren.
Den Lehar-Walzer "Gold und Silber" und die Schnellpolka "Vergnügungszug", in der ein Solo auf der Fischietto (Trillerpfeife) humorvoll in Szene gesetzt wurde, präsentierte das SBOW leicht klingend und spritzig. Auf die Musik zum Singspiel "Im weißen Rössl" folgte "A Tribute to Ray Charles". In bestem Big Band Sound glänzten die Trompeten bei Hits wie "Unchain my Heart" oder "I can't stop loving you". Die Klarinetten swingten mit "Hit the Road Jack" und bei den Saxofonen präsentierten Dorothea Keller ein herrlich bluesiges "Georgia on my mind" und Jan Sinner ein jazziges Intermezzo bei „Hallelujah I love her so“.
Hans-Reiner Schmidt hatte als Einstieg in die zweite Konzerthälfte den Marsch „Arsenal“ von Jan van der Roost gewählt. Dies war eine der wenigen Originalkompositionen des Abends. Die meisten Programmpunkte hat Schmidt selbst arrangiert und seiner Band quasi auf den Leib geschrieben. Nachdem in einer solchen Spezialanfertigung die „Leichte Kavallerie“ mit pompösem und brillanten Ausritt ihre Pferde versorgt hatte, folgte mit „Spanish Impressions“ von Rodney Newton die zweite Originalkomposition für Brass Band. Ob stolz und feurig, tänzerisch leicht oder getragen dramatisch – der BBF gelang es vortrefflich, ein spanisches Flair zu erzeugen.
Eine gute Intonation ist für ein Konzert unerlässlich und fußt auf dem Einstimmen der Instrumente. Konsequenterweise gab es auch für die Schreibmaschine einen Stimmton, bevor Lennart Fleischer den berühmten „Typewriter“ spielte. Die witzige Inszenierung und die glänzende Darbietung wurden zu Recht mit Bravo-Rufen gewürdigt. Mit „I vow to thee my Country“ und dem „Highland Cathedral“ entführte die BBF das Publikum schließlich nach England, bevor das Konzert stilecht mit dem „Radetzky-Marsch“ zu Ende ging.
Es war das zweite Mal, dass die beiden Orchester ein gemeinsames Neujahrskonzert veranstalteten. Der große Andrang des Publikums und die äußerst kurzweilige Unterhaltung lassen auf eine Neuauflage im Jahr 2015 hoffen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.