Sinfonisches Blasorchester und drei Ensembles

(Foto: Seib)
 
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Unterhaltsame Sommerserenade mit Wetter aus der richtigen Richtung

„Schlechtes Wetter kommt von da oder von da“, verkündete Dirigent und Moderator Rainer Laumann in bestem Wixhäuser Platt und in zwei Richtungen deutend bei der 6. Sommerserenade des Sinfonischen Blasorchesters der TSG Wixhausen. „Von da“, zeigte er auf die dunkle Wolke, die in einer anderen Ecke des Evangelischen Kirchgartens zu sehen war „kommt nie schlechtes Wetter“. Er sollte Recht behalten. Es blieb zwar nicht ganz trocken, aber die wenigen Tropfen fielen so zaghaft, dass die Serenade in voller Länge stattfinden konnte.
Der Beginn stand wie in den letzten Jahren unter dem Motto „Gute, alte Zeit“, was an diesem Abend Musik überwiegend aus den 60ern bis Anfang der 80er-Jahre bedeutete. So führte ein Flower-Power-Medley mit Songs wie „Oh Happy Day“ oder „Let´s Go to San Francisco“ zurück in die Hippie-Zeit und die Musik von Nino Rota ans Set der italienischen Filme „La Dolce Vita“ oder „Amarcord“. „Die wunderbaren Jahre“ regten mit „Que Sera“ und den „Tulpen aus Amsterdam“ zum Mitschunkeln an. Stilistisch abwechslungsreich zeigten sich die „Comedian Harmonists in Concert“, die sogar eine Variation im Dixie-Stil beinhalteten. Der spritzige Samba „Tico Tico“ beschloss den 1. Block und gab den Besuchern Gelegenheit, noch ein bisschen Nachschub aus der in Wixhäuser Mundart gehaltenen Speise- und Getränkekarte zu ordern.
Mit der Filmmusik „Moon River“ und den Musicalmelodien „Memory“, „Fiddler on the Roof“, „Ich hätt getanzt heut Nacht“ sowie einer jazzigen Version von „Hello Dolly“ eröffnete das Jugend-Quintett mit Bravour den Ensemble-Block. Euphonium heißt übersetzt wohlklingend. Wie zutreffend dieser Name ist zeigte die Auswahl des Euphonium-Duos: „Loch Lomond“, „Symphonie No. 9 from The New World“ und das von Vibraphon und Glockenspiel gefühlvoll begleitete „Flower Duet“ luden zum Träumen ein. Abschließend bewies ein klassisch mit Horn besetztes Holzbläserquintett, mit „Troika“ von Prokofiev, dem „Egyptischen Marsch“ von Johann Strauß Sohn inkl. der darin enthaltenen Gesangseinlage und einer interessanten Bearbeitung des berühmten „Can Can“ von Offenbach wie leichtfüßig, humorvoll und unterhaltsam Klassik daher kommen kann.
Der Pop/Rock-Block startete mit einem schönen Arrangement des Musicals „Tanz der Vampire“, in dem sich viele Motive oder Fragmente aus früheren Werken des Komponisten wie „Total Eclipse of the Heart“ oder „Tonight is what it means tob e young“ finden. Ähnlich rockig gelungen präsentierte das Große Orchester ein Medley der Hits von „Nena“. Im James-Bond Titelsong „Live & Let Die“, dem Potpourri „The Best of Billy Joel“ und den feurigen „Los Hermanos de Bob“ konnten einige Musiker und Musikerinnen aus den verschiedensten Registern solistisch glänzen. Mit viel Bravos und Applaus verabschiedeten sich die Wixhäuser mit „Il Briccone“ in ihre wohlverdiente Sommerpause. Dabei weckten sie bereits jetzt die Neugier auf das nächste Konzert. Für das Benefizkonzert im Darmstädter Staatstheater am 19.11. wurde eine Uraufführung angekündigt. Näheres wollte Rainer Laumann zwar noch nicht verraten, aber der Kartenvorverkauf startet Mitte/Ende September.
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