Flugangst besiegen – die besten Tipps gegen Flugangst

  Wer unter Flugangst (Aviophobie) leidet, verzichtet oft auf Urlaub in fernen Ländern oder schlägt sogar ein Jobangebot aus, weil es regelmäßige Flugreisen voraussetzt. Bei einigen Leuten ist die Angst so stark ausgeprägt, dass Symptome schon bei Nähe zu Flugzeugen oder einem Flughafen auftreten. Andere wiederum sind von Flugzeugen fasziniert, besuchen Flugschauen aber würden aus Angst vor einem Absturz nicht fliegen.

Dabei beträgt die statistische Wahrscheinlichkeit bei einem Flugzeugabsturz zu sterben gerade einmal 0,000012 Prozent. Zudem besteht eine sehr geringe Gefahr, auch bei einer Flugschau zu sterben. Das Unglück von Ramstein 1988 forderte 70 Todesopfer, die zum größten Teil Zuschauer waren. Doch Statistiken und Fakten helfen Betroffenen nicht bei der Angstbewältigung. Wer seine Flugangst in den Griff bekommen oder sie besiegen will, braucht mehr als ein paar Zahlen. Die nachfolgenden Tipps bieten die Chance auf entspanntere Flüge.

Ängste durch Wissen minimieren

Viele Ängste in Bezug auf das Fliegen entstehen durch Unwissenheit. Das Kopfkino zeigt Tragflächen, die im Sturm abreißen oder Flugzeuge, die wie ein Stein vom Himmel fallen. Wer sich jedoch einmal mit der Technik eines Passagierflugzeuges auseinandersetzt, wird schnell feststellen, dass solche Szenen höchstens in Hollywoodfilmen vorkommen. Im Netz finden sich beispielsweise gute Videos, die Tragflächentests zeigen. Hier sieht der Zuschauer eindrucksvoll, was ein solches Bauteil aushalten muss, bevor es zugelassen wird. Neben entsprechendem Filmmaterial bietet sich Literatur zum Thema an.

Auch der Austausch und das Lesen in speziellen Foren oder Flugangstgruppen bei Facebook können beim Abbauen von Ängsten helfen. In einigen Gruppen sind Piloten sowie Flugbegleiterinnen aktiv und beantworten Fragen. Zudem geben sich die Betroffenen gegenseitig vor den Flügen Mut.

Flughafentour vermittelt einen Einblick in die Abläufe

Eine gute Option, sich dem Angstobjekt Flugzeug zu nähern, ohne direkt einsteigen zu müssen, ist eine Flughafentour. Es gibt verschiedene Flughäfen, die Interessenten diese Möglichkeit bieten. Einer davon ist Düsseldorf. Hier werden die Besucher mit einem Bus abgeholt und ein Tourguide erklärt ausgiebig alle Abläufe. Bevor es Richtung Wartungshallen der kleinen Privatjets und später auf das Rollfeld geht, durchlaufen die Teilnehmer eine Sicherheitskontrolle, wie sie auch vor einem Flug vorgeschrieben ist.

Schon hier wird der hohe Sicherheitsstandard, der im Flugverkehr herrscht, deutlich. Es kann beim Beladen der Flugzeuge zugeschaut und ein Blick auf Piloten beim Outsidecheck ihres Flugzeuges geworfen werden. Diese Tour vermittelt viel Wissen und ist damit eine gute praktische Ergänzung zu unserem ersten Tipp. Ähnlichen Nutzen haben Besucherterrassen oder eine Besichtigung der Airbuswerke.

Entspannungstechniken erlernen und gut vorbereitet zum Flughafen

Besonders bei Panikattacken bringen Entspannungs- und Atemübungen Linderung. Die Angst lässt sich quasi wegatmen, indem der Betroffene tief einatmet, langsam ausatmet, kurz die Luft anhält und dann wieder ausatmet. Eine weitere Methode ist die Klopftechnik. Bei dieser Technik wird mit den Fingern auf bestimmte Punkte geklopft und laut oder leise ein Stress auslösender Satz gesagt.

Mithilfe von Anleitungsvideos aus dem Netz kann sich jeder mit diesen Entspannungsübungen vertraut machen. Wer mit einer für sich passenden Technik ausgestattet ist, hat ein hilfreiches Werkzeug während des Fluges zur Hand.

Ferner ist eine gute Vorbereitung auf den Flug wichtig. Die Lieblingsmusik auf dem MP3 Player lenkt während des Fluges von Geräuschen ab, die eventuell Ängste hervorrufen. Ein Schokoriegel ist gute Nervennahrung und zur Beruhigung eigenen sich zudem Tropfen auf pflanzlicher Basis.

Die meisten Airlines bieten gegen einen geringen Aufpreis eine Sitzplatzreservierung an. Flugängstige sollten diese Option wahrnehmen, um den gewünschten Sitzplatz zu bekommen. Auf Höhe der Tragfläche sind die Flugbewegungen am wenigsten zu spüren. Kommen doch einmal Turbulenzen auf, kann es helfen, sich die Luft als eine Straße mit Schlaglöchern vorzustellen. Hat man dann noch das Wissen, dass Turbulenzen dem Flugzeug nichts anhaben können, fliegt es sich gleich entspannter.

Sinnvoll ist es zudem, das Flugpersonal über die vorhandene Flugangst zu informieren. Sie sind entsprechend geschult und werfen während des Fluges ein Auge auf diese Passagiere. Gelegentlich bieten sie in dem Fall sogar einen kurzen Besuch im Cockpit an, um vor Abflug ein paar Worte mit den Piloten zu wechseln.

Professionelle Hilfe durch Flugangstseminare und Coachings

Es gibt also viele Möglichkeiten, seine Flugangst zu minimieren oder sogar ganz zu besiegen. Wer aber alleine nicht weiterkommt, kann auf ein professionelles Flugangstseminar zurückgreifen.

Viele Airlines bieten meist zweitägige Seminare an, an dessen Ende ein begleiteter Inlandsflug steht. Bei den Seminaren wird den Teilnehmern das Wissen durch Piloten vermittelt und Psychologen geben Unterstützung bei der Nutzung dieser Informationen. Auch mit Coachings und Hypnosesitzungen haben einige Anwender Erfolge erzielt. Welche Methode oder welche Tipps am Ende helfen, ist von den Personen und den jeweiligen Ängsten abhängig. Eines ist jedoch für alle gleich: Wer seine Flugangst besiegt, gewinnt ein großes Stück Freiheit.

Bilder: CC0 Creative Commons
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