Umbrien - Die kleine Schwester der Toskana

Assisi Piazza Comunale
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Wer von den Italien-Liebhabern kennt schon Umbrien. Wo issn das?

Umbrien ist "das grüne Herz" Italiens, in der Mitte des italienischen Stiefels, südöstlich von der Toskana gelegen, landschaftlich schöner und abwechslungsreicher als die große Schwester, aber ebenso mit vielen historischen Städten und Kunstschätzen begnadet.

Meeresküste gibt es allerdings nicht. Umbrien liegt im Landesinnern. Vielleicht ist das mit ein Grund dafür, dass hier noch alles etwas ursprünglicher geblieben ist. Der Tourismus hält sich, abgesehen von der Pilgerstadt Assisi, in Grenzen, und deshalb ist es auch für Reisende billiger als in der Toskana.

Die Hauptstadt der Region, Perugia, zeigt sowohl mittelalterliche Düsterkeit als auch moderne Jugendlichkeit. Enge Gassen, umsäumt von hohen Häuserfassaden, die noch die Veränderungen der Jahrhunderte dokumentieren, sind bevölkert von jungen Menschen, welche an der "normalen" Universität oder an der Ausländer-Universität studieren. In Perugia kommen junge Leute aus der ganzen Welt zusammen, um die italienische Sprache zu lernen und die Kultur des Landes kennen zu lernen.

Aber es gibt da nicht nur die engen Gassen: der Corso Vanucci (der Name des Malers Perugino) ist eine breite Flaniermeile vom Dom, am Palazzo dei Priori vorbei, bis zur südlichen Aussichtsterrasse. Die Altstadt oben auf einem Hügel, mit alten Stadtmauern umgeben, die teilweise noch in etruskische Zeit zurückgehen ebenso wie einige Tore, bringt noch das Bild, das die Stadt schon im Mittelalter und in der Renaissance gezeigt hat.

Weitere interessante Städte sind Assisi, Spello, Gubbio, Todi, Orvieto, Spoleto, immer auf einem Berg oder Berghang gelegen und immer ein malerisches Stadtbild darbietend. Die meist romanischen Kirchen sind voll mit unsterblichen Werken großer Meister wie Cimabue, Giotto, Lippi, Perugino, Pinturicchio oder Signorelli. Umbrien war zusammen mit der Toskana die Wiege der Renaissance-Malerei mit Raffael (Schüler von Perugino) und vor Michelangelo und Leonardo da Vinci.

Und dann gibt es noch die bezaubernde Landschaft: Im Westen den Trasimenischen See, den größten See Mittelitaliens, mit hübschen Kleinstädten drumherum und in eine liebliche Landschaft gebettet. Im Osten steigen die Berge des Appenin bis zu fast 1900 Meter an. Die Hochebene von Castelluccio (1500 Meter), nicht weit vom Geburtsort des Heiligen Benedikt, Norcia, zeigt ein raueres Bild als die sonst üblichen sanften Hügeln mit Obst- und Olivenbäumen, mit Weingärten und Sonnenblumenfeldern.

Niemand wird die Schönheit der Toskana leugnen, aber manchmal sind eben die kleineren Schwestern doch hübscher.

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