Besuch eines Tierheimfestes - wir sind ja alle so tierfreundlich!

Wieder mal ein Artikel von Mama:
Tierheime finde ich gut – gut, dass es sie gibt. Weil es eben viele Wegwerftiere gibt, die keiner mehr so recht haben will. Natürlich gibt es auch Fälle, bei denen die Tierbesitzer krank geworden sind, vielleicht sogar gestorben sind oder aus anderen nicht abwendbaren Gründen die Tiere nicht weiter in ihrem jeweiligen Zuhause bleiben können. Zuhause – was heißt das eigentlich für unsere Haustiere? Der kleine Käfig für den Kanarienvogel oder Wellensittich, vielleicht sogar einzeln gehalten. Ich würde es als lebenslange Einzelhaft bezeichnen. Oder der sog. Stubentiger, der eigentlich nichts lieber täte, als die ganze Nacht draußen umher zu streifen und zu jagen. Aber der Stubentiger darf nicht nach draußen. Seine Herrschaften wohnen in einer Wohnung in der Innenstadt ohne Garten und an einer nahegelegenen, viel befahrenen Straße. Ja, und dann der Hund, der einst von den Wölfen abstammte und nun nicht mehr im Rudel durch die Wildnis wandern kann und es wahrscheinlich nicht mal auch nur ansatzweise noch könnte. So weit haben die Menschen ihren „treuesten Freund“ in die Knie gezwungen. Nun, und wenn es all diese Tierliebe nicht gäbe, bräuchten wir keine Tierheime, in denen die Tiere inhaftiert werden müssten. Wir hätten einige Auffangstellen für kranke, verwaiste oder verletzte Wildtiere. Und wir würden uns nach Kräften bemühen diese Wildtiere so bald wie möglich wieder auszuwildern und ihrer natürlichen Bestimmung zuzuführen. Wir würden sie dann nur in Ausnahmefällen in einem Heim behalten, wenn sie aufgrund einer körperlichen Unzulänglichkeit keine Überlebensmöglichkeit in freier Wildbahn hätten. Aber leider ist es anders. Es gibt nun mal Tierheime, weil es eben anders ist. Und da das Tierheim heute ein Fest gibt, gehe auch ich hin um es zu unterstützen. Nun ja, da sitzen wir nun und lassen uns die Salate, gegrillten Steaks und Bratwürste schmecken. Wir sind ja alle Tierfreunde, denn sonst wären wir gar nicht hier. Hunde und Katzen aufnehmen, füttern und ihnen ein Heim geben - ja sicher! Aber was ist mit den Steaks (= Rinder) und den Bratwürsten (= Schweine)? Irgendwann in meinem Leben wurde mir bewusst, dass wir grundlegende Unterschiede machen zwischen den sog. Nutztieren und den Haustieren. Für mich gibt es inzwischen diese Unterschiede nicht mehr – für mich sind sie alle gleich. Ich habe in Videos namhafter Tierschutzorganisationen kleine Kälbchen mit Bällen spielen sehen und kleine Schweine gesehen, die mit jungen Hunden herumtollten. Also was soll das – Hunde und Katzen werden geschützt und Schweine, Rinder und viele andere Tiere werden auf grausamste Weise in der Massentierhaltung gehalten und später auf teilweise qualvolle Weise geschlachtet (oder sollte ich richtiger sagen „getötet“ oder „ermordet“?). Nun sitzen wir Tierfreunde und Tierschützer hier und kümmern uns um die Wegwerftiere, unterstützen aber gleichzeitig die Massentierhaltung mit dem was wir hier und jetzt essen. Für mich ist der Begriff „Nutztier“ nicht mehr akzeptabel. Nur weil ein Tier größer ist und mehr Fleischmasse hat, wird es zur „Sache“ degradiert und so auch behandelt. Das ist für mich einfach nicht mehr richtig. Jedes Tier ist gleich viel wert, so wieder jeder Mensch gleich viel wert ist (so sollte es zumindest sein!). Ich habe dieses Gleichsein mit Hilfe meines Katers „Pubsie“ erlangt. Ich sah die spielenden Kälber und Ferkel und dachte an Pubsie. Jedes dieser Tier könnte auch Pubsie sein. Würde ich wollen, dass mein Pubsie ein so qualvolles Leben mit einem noch qualvolleren, gewaltvollen Tod zu ertragen hätte. Nein, kein Mitgeschöpf soll so etwas aushalten müssen, nur damit ich die Bratwurst oder das Steak auf dem Teller verzehren kann, wo es doch so viele andere leckere Möglichkeiten gibt!
Nun noch paar Worte zu meinen beiden Katzen, die zurzeit bei uns zu Gast sind. Beide sind mir zugelaufen. Blackie (schwarze Katze) war in nicht ganz so desolaten Zustand wie Pubsie, der total verängstigt und fast verhungert zu uns kam. Noch habe ich zwar Katzenfutter für beide da, bin aber der Auffassung, dass die beiden sich möglichst draußen in der Natur versorgen sollten. Es fällt mir sehr schwer, Futter zu kaufen, das von gequälten Kreaturen stammt. Ich werde wohl irgendwann ganz dazu übergehen, den beiden veganes Katzenfutter (Katzenfutter ohne jegliche tierische Zusätze) zuzufüttern und den Rest haben dann die Zwei selbst zu erledigen. Denn das ist ihre Bestimmung – als Katze eben Katze zu sein.
Und noch eines am Ende: ich bin der festen Überzeugung, dass es einen Riesenunterschied macht, ob ein Raubtier in der freien Natur Beute macht oder ob der Mensch Tiere in der Massentierhaltung missbraucht und ausbeutet mit dem tiefen Wissen was er tut und auch mit dem tiefen Wissen, dass es bis auf wenige Ausnahmen (z. B. der Walfang/Robbenfang der Eskimos) nicht mehr notwendig ist.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen