In Bad König werden Flüchtlinge gut versorgt

SOZIALES ENGAGEMENT. Nach intensiver Aufbauarbeit kann die Flüchtlingshilfe Bad König auf ein erfolgreiches Jahr zurückschauen. Große Teile der Bevölkerung unterstützen die etwa 60 aktuell in der Kurstadt wohnenden Schutzsuchenden durch Spenden und persönliche Hilfe.

„Wir haben in allen Bereichen dazugelernt.“, ist wahrscheinlich der Satz, der den Zustand in der Arbeit mit den Asylsuchenden in Bad König am besten beschreibt. Dabei haben Migrantinnen, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer genauso neue Erfahrungen gemacht wie viele Bürgerinnen und Bürger. Und hoffentlich haben alle in der einen oder anderen Weise davon profitiert.
Dass manches nicht leicht war, steht außer Frage. Bei den letzten beiden Ausgaben von Winterkleidung konnten die Fortschritte beispielhaft beobachtet werden.
Die erste Kleiderausgabe vor über einem Jahr verlief sehr chaotisch. Vor Öffnung der Pforten bildete sich eine Menschentraube und nach dem Einlass wollten sich alle die besten Stücke sichern.
Um den großen Andrang zu bewältigen, trugen sich die Schutzsuchenden fortan in eine Liste mit festgelegten Terminen ein und zusätzlich wurde ihnen eine personalisierte Eintrittskarte ausgestellt. Überdies sorgten die Helferinnen der Generationenhilfe für einen reibungslosen Ablauf.
Außer Wäsche und Bekleidung wurden in den vergangenen Wochen und Monaten auch eine Reihe von Haushaltsgegenständen, Spielzeugen und Fahrrädern vermittelt.

Volle Lager führen zum vorläufigen Spendenstopp für Kleidung, Hausrat und Fahrräder.

Die große Spendenbereitschaft in der Bevölkerung führt immer wieder dazu, dass die Flüchtlingshilfe mit ihren Lagerkapazitäten im AWO-Jugendtreff der Stadt Bad König an ihre Grenzen stößt.
„Wer etwas anzubieten hat, möge daher bitte auf den nächsten Spendenaufruf warten. Unsere Flüchtlinge sind materiell momentan bestens versorgt. Wir geben über die Medien, soziale Netzwerke und Infomails bekannt, sobald wir wieder etwas benötigen.“, so der dankbare Jugendpfleger, Lutz Schröder.
Zum Gelingen der Flüchtlingsarbeit tragen ganz wesentlich auch Geldspenden bei, mit denen einige Probleme unbürokratisch gelöst werden konnten. Materiell und persönlich bereichernd schlug ebenfalls die internationale Apfelernte im Oktober und November zu Buche. Äpfel, die bislang nicht verzehrt wurden, landeten im Keller des Jugendtreffs, in der Saftpresse oder in fünf verschiedenen Kuchensorten.
Der Kuchen ist längst gegessen. Er schmeckte im Oktober etwa 50 Besucherinnen und Besuchern des ersten Internationalen Cafés in Bad König. 800 Liter süffigen Apfelsaftes warten hingegen noch darauf, getrunken zu werden. Schließlich wurde die stolze Menge von über 2600 kg Früchten in einer Kelterei abgeliefert und verflüssigt.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können beim Internationalen Café Kontakte knüpfen.

Das nächste Internationale Café ist für Freitag, den 9.12.2016, von 14:30 bis 17:30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in der Schulstraße 15a geplant. Informierten Kreisen zufolge soll es unter einem jahreszeitlich angemessenen Motto stehen. Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen, ihre Ideen, wohlschmeckende Naturalien und sich selbst einzubringen.
Dass viele Flüchtlinge ihre überflüssigen Pfunde nach solchen Anlässen abtrainieren können oder dass sie erst gar nicht entstehen, dafür sorgt der Vereinssport. Insgesamt wurden 20 Flüchtlinge in Sportvereine vermittelt. Allen voran in die Fußball- und Leichtathletik-Abteilungen der TSG Bad König.

Sprachkurse, Freizeitangebote, persönliche Hilfestellungen und gewachsene Beziehungen bilden den Kern der Flüchtlingshilfe.

Neben den Freizeitaktivitäten bietet die Flüchtlingshilfe Bad König Hilfestellungen bei Arzt- und Ämtergängen sowie im Anerkennungsverfahren. Bei den regelmäßigen Sprachkursen wurden bislang etwa 100 Sprachschüler aus über 20 Ländern unterrichtet. Dabei lernten fünf Analphabeten lesen und schreiben.
Einen hohen Stellenwert nehmen die Vermittlungen von Schul-, Lehrgangs-, Praktikums-, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen ein. Auch in Kriseninterventionen bei Krankheiten, Unfällen und einem Wohnungsbrand haben sich die Flüchtlingshelfer/innen bewährt. Viele Betreuer/innen und Schutzsuchende haben mittlerweile zusammengefunden und tragfähige Beziehungen zueinander aufgebaut.

„Es ist eine große Freude zu sehen, wie sich die Menschen und die Flüchtlingshilfe in den letzten beiden Jahren entwickelt haben und an ihren Aufgaben gewachsen sind.“, sagt Frank Schoenmaker, der seit Oktober 2016 die Koordination der Bürgerinitiative vom Jugendpfleger und Gründer der Flüchtlingshilfe, Lutz Schröder, übernommen hat. Zu erreichen ist die Flüchtlingshilfe Bad König unter fluechtlingshilfe.badkoenig@t-online.de und 0160 59 666 34.
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