Besuch der Synagoge in Michelstadt - Erinnerungskultur

v.l.n.r.: Martina Feldmayer, MdL, Frank Diefenbach und Elisabeth Bühler-Kowarsch
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Auf Einladung der zuständigen Landtagsabgeordneten von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für den Odenwaldkreis, Martina Feldmayer, nahm die Sprecherin des Kreisverbandes, Petra Neubert (Michelstadt), die Sprecherin der Kreistagsfraktion, Elisabeth Bühler-Kowarsch Beerfelden), der Bundestagsdirektkandidat Frank Diefenbach (Michelstadt) und Interessierte an einer Führung in der Synagoge in Michelstadt teil.

Dabei erfuhr die Gruppe unter anderem, dass im 19. Jahrhundert etwa 5 Prozent der Bevölkerung Michelstadts jüdischen Glaubens waren. 1820 zählte die jüdische Gemeinde 170 Personen. In den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft wurden Juden und andere Minderheiten systematisch vertrieben, enteignet und in zahlreichen Fällen in die Konzentrationslager verschleppt und ermordet. So lebten nach 1943 keine Juden mehr in Michelstadt. Zeugnis von diesen Ereignissen liefern nicht zuletzt die zum Gedenken der Toten verlegten Stolpersteine. Sie sind Mahnmale der Vernichtung und sollen die Erinnerung an diese menschenverachtenden Taten wachhalten. In jüngerer Zeit hat sich wieder eine kleine jüdische Gemeinde gegründet. Die 1791 erbaute Synagoge wurde in der Pogromnacht 1938 teilweise zerstört und wird seit 1979 nach Renovierung als Museum genutzt. Mittlerweile werden dort auch wieder Gottesdienste zelebriert.

Martina Feldmayer betonte, dass gerade in der heutigen Zeit die Erinnerungskultur wichtig sei. Die Geschichte der Synagoge in Michelstadt zeige drastisch, wohin eine Gesellschaft sich entwickeln kann, wenn die Werte dieser Gesellschaft – wie im dritten Reich – mit Füßen getreten werden. Die Erinnerungskultur müsse einen Beitrag leisten, damit die Lehren aus der Geschichte für die nachfolgenden Generationen erfahrbar bleiben.

v.l.n.r.: Martina Feldmayer, MdL, Frank Diefenbach und Elisabeth Bühler-Kowarsch
Besuchergruppe vor der Synagoge
Autor:

Horst Kowarsch aus Beerfelden

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