Positiver Global Player – Katholische Pfarrgemeinde Büttelborn engagiert sich für Menschen in Südamerika

Argentinien. Kinder aus Oberá (Provinz Misiones).
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Evita, Tango, Fußball, Gauchos oder saftige Rindersteaks, davon träumen wir Deutsche wenn von Argentinien die Rede ist. Wer denkt nicht sofort an die geheimnisvolle Inka-Stadt Machupicchu, die Linien von Nasca und an den Kondor, den König der Lüfte in den Anden, wenn man von Peru spricht? Dies sind jedoch Eindrücke, die vom Pauschaltourismus und romantischen Vorstellungen von Südamerika geprägt sind. Mit dem Alltag vieler Menschen hat dies nichts zu tun. Denn laut UNICEF leben 7% der Argentinier und 13% der Peruaner von weniger als 1 US Dollar am Tag. Es gibt also, abseits aller bekannten Klischees, in diesen Ländern Unterentwicklung, Elend und Armut. Besonders gravierend sind die Probleme in den Bereichen Bildung und Gesundheit. Diese werden noch durch die zunehmende Landflucht verstärkt. In keinem anderen Land Lateinamerikas ist die Säuglings-, Kinder- und Müttersterblichkeit so hoch wie in Peru. Besonders Kinder leiden unter den Gegebenheiten, denn sie müssen oft durch Arbeit zum Familieneinkommen beitragen. Außerdem werden in beiden Ländern laut AMNESTY INTERNATIONAL immer noch die indigenen Minderheiten stark diskriminiert.
Seit über 20 Jahren unterstützt die katholische Pfarrgemeinde St. Nikolaus von der Flüe Büttelborn den deutschen katholischen Ständigen Diakon Hermann Schweikart. Dieser lebt mit seiner Frau Doris in Oberá, in der subtropischen Urwaldprovinz Misiones, im Nordosten Argentiniens.
Misiones, die Provinz liegt im Grenzgebiet zu Brasilien und Paraguay, gehört zu den vernachlässigten Regionen. Viele Familien leben dort unter dem Existenzminimum. Im öffentlichen Schul- und Gesundheitssystem gibt es große Defizite. Von Januar bis Oktober 2010 starben in der Provinz Misiones nach offiziellen Angaben 206 Kinder an Unterernährung.
Die katholische Pfarrgemeinde Büttelborn engagiert sich seit vielen Jahren für die Projekte des Diakons. Gefördert werden z.B. Schüler und Studenten, da oft fehlendes Schul- oder Fahrgeld bessere Bildungschancen verhindert. Auch eine Schule für Straßenkinder, ein Heim für körperlich und geistig behinderte Menschen sowie Familien bei einem medizinischen Notfall, werden unterstützt. Außerdem werden Nachhilfeunterricht und Ferienspiele für Kinder aus armen Familien gefördert.
Seit 2008 unterstützt die Pfarrei auch den peruanischen Bischof Juan Carlos Vera Plasencia aus Caravelí. Die Territorialprälatur Caravelí liegt im Süden von Peru, etwa 800km südlich der Hauptstadt Lima, in einer der trockensten Regionen des Landes. Bischof Juan Carlos gehört den Hiltruper Herz-Jesu-Missionaren an und ist ein langjähriger Freund und Weggefährte von Doris und Herrmann Schweikart, die von 1984 – 1988 in Peru tätig waren.
In seiner Weihnachtsinfo vom 13. Dezember 2010 teilte der Bischof mit: „Unsere Dörfer haben große Probleme im Bereich Erziehung, Ernährung und Gesundheit. In vielen Gemeinden fehlt es an materiellen Lebensgrundlagen, Trinkwasser und elektrischen Strom. Der Klimawandel hat schlimme Auswirkungen auf Kinder und alte Leute. Er bringt Tiere um und beeinträchtigt die Landwirtschaft. Die wertvolle Materielle Zuwendung, erleichtert in mancher Hinsicht die verschiedenen Sorgen im Bereich der medizinischen Hilfe und der Nöte unserer behinderten Kinder und Schulkinder sowie der alten Menschen, die vor Hunger und Kälte sterben.“
Die Prälatur ist rund 30.000km² groß, ihr Gebiet reicht von der Pazifikküste bis auf eine Höhe von über 4.000m. Oft liegen die Dörfer weit auseinander und sind auch nur schwer mit Fahrzeugen zu erreichen.
Die Büttelborner Pfarrgemeinde unterstützte bis jetzt u.a. den Aus- und Umbau eines Heimes für behinderte Kinder in der Stadt Puquio.
Mehrfach haben Doris und Hermann Schweikart sowie Bischof Juan Carlos bei ihren Besuchen in Büttelborn über die Situation in Argentinien und Peru und ihre Projekte berichtet. Mitglieder der Pfarrei waren schon in Oberá und Caravelí um sich ein Bild von der Situation vor Ort zu machen. Dabei sind im Laufe der Jahre viele Freundschaften entstanden. Der Informationsaustausch erfolgt regelmäßig per Telefon, Brief und E-Mail.
Die finanzielle Unterstützung der Menschen und Projekte durch die Pfarrei ist nur dank Spenden von Gemeindemitgliedern und anderer „Sponsoren“ sowie durch Erlöse von Benefizveranstaltungen (z.B. Neujahrsempfang, Erntedankessen oder Gottesdienste und Veranstaltungen mit Gästen aus Südamerika) möglich. Diese gehen immer zu 100% an die angegebenen Hilfsprojekte für notleidende Menschen. So kann direkt und unbürokratisch geholfen werden, ohne Verwaltungskosten. Im Jahr 2010 konnte die Büttelborner Pfarrei, Diakon Hermann Schweikart ca. 2.000 Euro und Bischof Juan Carlos rund 1.500 Euro zur Verfügung stellen. Weitere 1.350 Euro erhielt der Steyler Missionar Pater Georg Matussek für den Kauf eines Notstromaggregats für das Krankenhaus in Colonia Aurora (Provinz Misiones). Außerdem wurden noch mehrere Projekte von verschiedenen Missionaren in Argentinien und Peru mit kleineren Beträgen unterstützt. Die Pfarrgemeinde kann man also auch als sogenannten "Global Player" bezeichnen, allerdings im positivsten Sinne des Wortes.
Wer die Projekte unterstützen möchte, kann die folgende Bankverbindung nutzen:
Katholische Kirchengemeinde Büttelborn
Kreissparkasse Groß-Gerau
Konto Nr. 33 886, BLZ 508 525 53
Stichwort: Lateinamerika
Ausführliche Informationen über die Hilfsprojekte erhält man auf der Homepage der Pfarrei unter www.buettelborn.de.gg.

Autor:

Markus Schenk aus Büttelborn

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