"Santo Subito" - Erinnerungen an den Abschied von Papst Johannes Paul II.

April 2005 - Jugendliche nehmen Abschied vom "ihrem" Papst.
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  • April 2005 - Jugendliche nehmen Abschied vom "ihrem" Papst.
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"Santo Subito" – sofortige Heiligsprechung, so hallten die Rufe im April 2005 durch die Straßen von Rom. Heute, am 1. Mai 2011 wurde in Rom der erste Schritt dazu vollzogen. Papst Benedikt XVI. sprach in einem feierlichen Gottesdienst auf dem Petersplatz seinen Vorgänger selig, nach einem der kürzesten Seligsprechungsverfahren in der Geschichte der katholischen Kirche. Die Heiligsprechung wird, glaubt man den sogenannten Experten, auch nicht lange auf sich warten lassen.

Aber blicken wir noch einmal sechs Jahre zurück. Einige Gemeindemitglieder aus den katholischen Pfarrgemeinden St. Nikolaus von der Flüe Büttelborn und St. Walburga Groß-Gerau haben auch heute noch ganz konkrete Erinnerungen an die ersten Tage im April 2005. Gerade in diesen Tagen der Seligsprechung kommen vielen die Erinnerungen an eine Reise von damals zurück.

Am Sonntag, dem 3. April 2005, keine 24 Stunden nach dem Tod von Papst Johannes II., brachen etwa 30 Messdiener, Jugendliche und Erwachsene zu einer Fahrt in die „Ewige Stadt“ auf. Dies war damals allerdings kein spontaner Entschluss, sondern eine schon Monate im Voraus geplante Fahrt der beiden Pfarreien. Wie bei vorausgegangenen Fahrten, so wollte die Gruppe auch damals die Sehenswürdigkeiten Roms besuchen, die Stadt zu Fuß durchqueren und wieder an der Papstaudienz, die auch heute immer mittwochs stattfinden, teilnehmen. Doch der Tod von Johannes Paul II. änderte alles und machte die Reise zu einem einzigartigen Erlebnis. Es gab sozusagen eine letzte Audienz, eine Audienz der besonderen Art.
Die Jugendlichen aus Büttelborn und Groß-Gerau reihten sich in die Schlange der 600.000 Menschen ein, die allein am Dienstag (5. April 2005) dem verstorbenen, im Petersdom aufgebahrten, Papst die letzte Ehre erweisen wollten. Nonnen aus Indien, afrikanische Geistliche, Jugendliche aus der ganzen Welt, sie alle skandierten: „Giovanni Paolo“ sowie „Santo Subito“ und klatschen dabei rhythmisch in die Hände. Eine friedliche, manchmal fast heitere und dann doch wieder feierliche, getragene und bewegende Stimmung, der man sich nicht entziehen konnte, hatte die Teilnehmer ergriffen. Die Erinnerung, besonders an diesen Tag des Abschieds wird immer präsent sein. Gebannt sah man auf den großen Videowänden, während man stundenlang auf der Via della Conciliazione stand und das Ziel bereits vor Augen hatte, was im Inneren des Petersdoms vorging. Hunderte von Pilgern wurden an dem aufgebahrten Leichnam innerhalb einer Minute regelrecht vorbeigeschleust. Ordner schickten die Gläubigen weiter, bevor diese voller Ehrfurcht erstarrten und eventuell Staus verursachten.

Zwölf Stunden für eine Strecke von ca. 2 km. Zwölf Stunden in denen man sich in mitten von tausenden Pilgern aus aller Welt aus den Augen verlor und sich dann doch wiederfand. Zwölf Stunden zunächst in der warmen römischen Frühlingssonne und später in der kühlen Abendfrische. Zwölf Stunden anstehen und sich nur mit kleinen Trippelschritten fortzubewegen zu können und all das für einen kurzen, nur Sekunden dauernden, letzten Gruß an den verstorbenen Papst. Es war damals der emotionale Höhepunkt einer Reise, die den Teilnehmern für immer und ewig im Gedächtnis bleiben wird.

Autor:

Markus Schenk aus Büttelborn

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