Dudelsäcke, Single-Malt und das Goldene Mikro am Band - Wixhäuser Konzert „Very British“ begeistert Publikum

Maximilian Brinckmann und Mario Rossa von den Odenwald Pipes and Drums begeisterten im Zusammenspiel mit dem Blasorchester. (Foto: Joachim Bausch)
  • Maximilian Brinckmann und Mario Rossa von den Odenwald Pipes and Drums begeisterten im Zusammenspiel mit dem Blasorchester. (Foto: Joachim Bausch)
  • Foto: Joachim Bausch
  • hochgeladen von Silke Gundlach

Die Briten dürften letzten Samstag in Darmstadt ihre helle Freude gehabt haben. Mittags konnten sie zunächst die „British Days and Country-Fair“ im Jagdschloss Kranichstein besuchen und abends dann Musik von und über Groß-Britannien in Wixhausen genießen. Denn das Sinfonische Blasorchester der TSG Wixhausen hatte sein Konzert unter das Motto „Very British“ gestellt.
Joseph Haydn hatte England nach dem Tod von Fürst Nikolaus 1790 mehrfach besucht und einige Werke dort geschrieben. Doch bevor sein „March for the Royal Society of Musicians“ den Reigen musikalischer Kompositionen rund um die Insel eröffnete, präsentierte zunächst das Jugendblasorchester unter der Leitung von Lisa Deußer einen Querschnitt seines Könnens. Beim Hornfestival von Kurt Gäble, gesetzt im klassisch-modernen Stil, glänzten Tanja Dupper und Yannick Stumpp als Solisten. Mit „Zodiac“, einer Komposition über die Sternbilder Stier, Skorpion, Wassermann und Löwe und „A Little Suite of Horror“, einer kleinen makaber-musikalischen Geschichte, lieferten die Jugendlichen einen hochwertigen Auftakt zu einem beeindruckenden Abend.
Charles Dickens, Journalist und Autor bekannter Geschichten wie Oliver Twist, David Copperfield oder der Weihnachtsgeschichte um den geizigen Scrooge, veröffentlichte ab April 1840 Geschichten unter dem Titel „Master Humphrey´s Clock“. Malcolm Binney wurde durch diese Erzählungen zu einer mehrsätzigen Tondichtung inspiriert, deren letzter Satz „Four Character Studies“ in Wixhausen auf dem Programm stand. Zuerst fröhlich, dann melancholisch, später pompös und wild feiernd – es gelang den Bläsern die unterschiedlichen Charaktereigenschaften der vier Studien gekonnt herauszuarbeiten. Die begeisterte Reaktion des Publikums dürfte den Musikern ein großer Ansporn sein, denn das Orchester wird dieses Werk als Pflichtstück Anfang November beim Hessischen Landesentscheid zum Deutschen Orchesterwettbewerb aufführen.
Henrys gab es unter den englischen Königen einige. Der Achte dieser Reihe von Monarchen sorgte mit seinen zahlreichen Frauen letztendlich für die Abspaltung Englands von der römisch-katholischen Kirche. Seine Freude an Spaß in guter Gesellschaft brachte er selbst musikalisch zum Ausdruck. Sein „Pastime With Good Company“ brachte im Arrangement von Philipp Sparke die Zuhörer in Feierlaune.
Ihre Sangeskünste stellten die Musiker bei der Filmmusik zu „Henry V“ unter Beweis. Nach den monumentalen Klängen, die die Schlacht zwischen den Engländern und den Franzosen am St. Crispins Tag klanglich wieder auferstehen ließ, erklang „Non nobis Domine“. Das als bestes Filmthema mit dem Ivor-Novello-Preis ausgezeichnete Lied wird auch in der Bearbeitung für Blasorchester gesanglich dargeboten.
Das Highlight nach der Pause kam aus den Highlands. „Loch Ness“ beschreibt die Schönheit des Sees, einen Spaziergang zu den Ruinen eines alten Schlosses und einen Besuch in Inverness. Bei der typisch schottischen Melodie kam dann auch das bekannteste schottische Instrument zum Einsatz. Stilecht in Kilts gekleidet unterstützten Maximilian Brinckmann und Mario Rossa von den Odenwald Pipes and Drums die Wixhäuser und vermittelten den Zuhörern ein echtes Schottland-Gefühl.
Doch Dudelsäcke und Kilts waren nicht die einzige englische Ausstattung. Moderator Rainer Lutz variierte seine Ansage mal mit englischem Bowler, mal mit schottischem Single-Malt. Seit 20 Jahren rundet er mit seinen sachverständigen Ansagen und humorigen Anekdoten die Konzerte des Orchesters ab. Abteilungsleiterin Ellen Frey überreichte ihm zum Dank das „Goldene Mikro am Bande“.
Nach Tichelis „Loch Lomond“ musste abschließend im Arrangement „The Beatles: Love“auch das Publikum musikalisch unter Dirigent Rainer Laumann in Aktion treten. Zwei Zugaben, darunter „Highland Cathedral“ in einem Arrangement für Dudelsack und Blasorchester, in dem die beiden Solisten Brinckmann und Rossa ein weiteres Mal ihr Können präsentierten, beendeten einen außergewöhnlichen Konzertabend.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen