Eberstadt Aktiv
Zwischen Seele, Sorge und Sinn - die Militärseelsorge in Deutschland

Auch im kommenden Jahr wollen sich wieder Jugendliche in Begleitung von Hannes Marb und Michael Haghos im privaten Rahmen mit Militärdekan Friedemann Schmidt treffen. In einer ersten Einführung wird Pfarrer Schmidt die verschiedenen Blickwinkel und Arbeitsfelder der Militärseelsorge erklären. Die historische Entwicklung begann schon im Mittelalter. Bei Kriegen waren Pfarrer oder Priester ein Bestandteil der Armee. Heute ist die Bundeswehr eine Parlamentsarmee. Der Bundestag beschließt ihre Einsätze. Kontrolle und Transparenz sind elementare Aufgaben der Politiker. Besonders unter dem Aspekt, dass ein Soldat auch ein Bürger in Uniform ist und bleibt. Der Teamgedanke wird bei der Bundeswehr sehr geschätzt und gerade in Auslandseinsätzen ist es buchstäblich, dass man über viele Brücken gehen muss. Dort sieht man besonders die „Brücken“ des Leides und Unrechtes in dieser Welt. Auch diese müssen begangen und verarbeitet werden.Als Seelsorger hat Dekan Schmidt keinen Dienstgrad oder Schulterklappen. Die Militärseelsorge ist keine Frage der Konfession. Auch wenn es einen evangelischen bzw. auch einen katholischen Ansprechpartner gibt. Sie sind nicht für die Moral der Truppe, sondern für die Moral des Einzelnen da! So finden auch Soldaten ihren Weg zum Gespräch zu Seelsorgern die konfessionslos oder muslimischen bzw. jüdischen Glaubens sind.
Mit dem Grundsatz „Befiehl du deine Wege!“ ist neben der praktischen Lebenshilfe auch eine kritische Begleitung notwendig. Das heißt in der Praxis, auf einen Befehl kann ich reagieren und wenn, dann muss ich dazu stehen. Die Verantwortung für sein eigenes Handeln kann nicht allein auf Vorgesetzte und deren Anweisung abgeschoben werden. Dies heißt für jeden Einzelnen, man kann sich nicht aus der Verantwortung stehlen und bleibt für sein Handeln auch unmittelbar verantwortlich. Das „Prinzip der inneren Führung“ und Befehle hinterfragen zu können, sind besondere Elemente in der Bundeswehr. Wo keine Routine besteht, da muss man auch entscheiden. Die Bundeswehr ist daher Führen im Auftrag. Dies ist auch ein christlicher Urgedanke. Die Militärseelsorge selbst ist eine befehlsfreie Zone. Zirka 200 Pfarrer und Priester kommen dieser Aufgabe bei der Bundeswehr nach und sind an die Schweigepflicht gebunden. Neben lebenskundlichen Unterricht sind natürlich auch Tod und posttraumatische Störungen wichtige Arbeitsfelder der Seelsorger. Erinnerungen auslöschen gehen nicht, man kann aber Dinge kanalisieren und wieder in geordnete Bahnen bringen.
Ein sehr wichtiges und durchaus belastendes Element ist die Begleitung von Trauernden. Ein Abschied ist wichtig sowie Trost und Perspektive für die Hinterbliebenen. Alles im Leben hat zwei Seiten. Aber es gibt noch eine dritte Seite. Sie ist auf der 2 Euro Münze deutscher Prägung zu finden!

Autor:

Michael Haghos aus Darmstadt-Eberstadt

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