Wie hängen Puls und Blutdruck zusammen?

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Blutdruck und Puls sind die Vitalwerte des Herz-Kreislauf-Systems und damit lebenswichtige Körperfunktionen. Bei sportlicher Betätigung steigt die Herzfrequenz an und bringt den Kreislauf in Schwung. Treten Müdigkeit, Schwäche oder Schwindel auf, kann ein zu niedriger Blutdruck die Ursache sein. Fakt ist: beide Werte regulieren den Kreislauf und sind neben der Atmung und dem Bewusstsein überlebenswichtig. Gleichzeitig geben sie Aufschluss über mögliche Erkrankungen oder Überlastung des Körpers. Doch wie genau hängen nun Puls und Blutdruck wirklich zusammen?

Aufgabe der Vitalwerte – zuständig für Blut- und Sauerstoffversorgung

Das Thema Blutdruck und Puls spielt in vielen Bereichen eine wichtige Rolle. Für Ärzte sind diese Werte von enormer Wichtigkeit und geben Hinweise auf mögliche Erkrankungen. Außerdem prüfen Sportler gern ihre Körperfunktionen, um die Leistungsfähigkeit zu steigern und das Training individuell anzupassen. Die Kombination beider Weitere führt zu einigen Rückschlüssen, wenn sie richtig gedeutet werden. Dafür ist der Zusammenhang etwas genauer zu betrachten. Blutdruck und Puls sind gemeinsam zuständig für die Blutversorgung im Körper. Dabei gehen sie nicht immer abhängig voneinander nach oben oder nach unten. Wenn also beispielsweise der Puls ansteigt, muss nicht automatisch der Blutdruck steigen. Eher das Gegenteil ist der Fall, denn beide Werte werden anders geregelt und übernehmen unterschiedliche Funktionen im Körper:

  • Blutdruck: Der Blutdruck steigt beispielsweise an, wenn sich die Blutgefäße verengen. So wird gewährleistet, dass noch ausreichend Blut bis in die kleinsten Adern gelangt. Grundsätzlich legt der Durchmesser der Blutgefäße also den Blutdruck fest. Normalwert im unbelasteten Zustand: 120 / 80 mmHg.
  • Puls: Der Puls gibt an, wie oft das Herz in einer Minute schlägt. Bei engen Gefäßen steigt zwar der Blutdruck, doch der Puls bleibt unverändert. Wird allerdings mehr Blut pro Zelle und Körperbereich benötigt, muss das Herz schneller schlagen. Die Herzfrequenz geht also nach oben. Normalwert im unbelasteten Zustand: 70 Schläge pro Minute.

Der Zusammenhang von Blutdruck und Puls ist immer auf die körperliche Situation zurückzuführen. Im gesunden Zustand passt der Körper die Werte immer an den Bedarf der Zellen an, damit alle Bereiche mit Blut und Sauerstoff versorgt werden können. Kommt es zu einem höheren Leistungsbedarf, beispielsweise beim Lauftraining oder beim Schwimmen, erhöhen sich die Werte und sollten dabei keine Grenze überschreiten. Sportler prüfen deshalb ihre Vitalfunktionen mittels Fitnessuhr, um sich selbst vor Überlastung zu schützen und effizienter zu trainieren.

Gefährliche Kombination: hoher Blutdruck mit niedrigem Puls

Ein hoher Blutdruck muss nicht gleich chronisch sein oder auf eine Erkrankung hindeuten. Ein kurzfristiger Anstieg ist unbedenklich und je nach Ausgangssituation zu bewerten. Psychische Anstrengung oder körperliche Belastung lassen den Wert nach oben schnellen. Als problematisch gilt hier eine chronische Grenze von über 140/90. 1)
Ähnlich verhält es sich beim niedrigen Puls. Viele Ausdauersportler besitzen eine recht niedrigen Ruhepuls mit etwa 60 Schlägen pro Minute. Darüber hinaus nehmen Medikamente Einfluss auf die beiden Werte. Ein zu niedriger Puls, beispielsweise von 40 Schlägen, kann auf eine Durchblutungsstörung, einen arteriellen Verschluss oder eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten. 2)
Ein wichtiges Alarmzeichen stellt die Kombination aus hohem Blutdruck und niedrigem Puls dar und sollte genauer untersucht werden. Ursachen können verschiedene Lebenssituationen und Krankheitskonstellationen sein. Ein plötzlicher Bluthochdruck lässt sich an Kopfschmerzen, Brustschmerzen, Nasenbluten oder Sehstörungen erkennen. Der niedrige Puls bringt eine Unterversorgung an Sauerstoff mit sich. Hier kann es zu Schwindel, Ohnmacht oder Atemnot kommen. 3)

Bei akuten Symptomen gilt: sofort einen Notarzt zu kontaktieren, da eine lebensgefährliche Dysregulation des Kreislaufsystems vorliegen kann.

Regelmäßige Kontrolle empfehlenswert

Beide Vitalwerte sind also fernab ihrer Grenzen lebensgefährlich – vor allem in Kombination. Ein sehr hoher Blutdruck zieht die Gefäße in Mitleidenschaft und bringt sie im Ernstfall zum Reißen. Innere Blutungen sind die Folge. Menschen mit generellen Herzproblemen, Blutgerinnungsstörungen oder Arteriosklerose sollten daher eigenverantwortlich den Blutdruck bei sich kontrollieren. Regelmäßiges Blutspenden kann helfen, den Blutdruck selbst wieder zu regulieren. 4) 5)

Ein zu niedriger Puls ist bei Herzrhythmusstörungen gefährlich, kann aber mehrere Ursachen haben. Patienten mit Gefäßerkrankungen, Herzerkrankungen oder Funktionsstörungen in der Schulddrüse sollten neben dem Blutdruck auch den Puls regelmäßig im Auge behalten. Hier bietet sich eine alltagstaugliche Pulsuhr an, die beide Werte berücksichtigt und Warnsignale bei bedenklichen Werten anzeigt. 6)

Niedriger Blutdruck bei hohen Puls – eher unbedenklich

Die Kombination aus einem niedrigen Blutdruck und einem hohen Puls ist eher unbedenklich. Nur bei organischen und krankhaften Ursachen ist eine Behandlung nötig. Allerdings die die Begleiterscheinungen dieses Zusammenspiels durchaus unangenehm oder gefährlich. Sinkt der Blutdruck zu schnell ab, kann es zu Herzrasen kommen. Der hohe Puls führt dann zu Panikzuständen, Konzentrationsschwäche oder Müdigkeit. Im schlimmsten Fall erfährt das Gehirn eine Unterversorgung mit Sauerstoff und der Körper fällt in Ohnmacht. In diesem Fall müssen Blutdruck und Puls schnell wieder normalisiert werden, um den Patienten stabil zu halten. Bleibende Schäden sind allerdings nicht zu erwarten.

1) https://www.hochdruckliga.de/pressemeldung/items/bluthochdruck-140-90-bleibt-rote-linie.html
2) https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2001/heft05/stint0501.pdf
3) https://www.herzstiftung.de/Blutdruck-Anstieg-Notarzt-rufen.html
4) https://www.carstens-stiftung.de/artikel/regelmaessiges-blutspenden-senkt-den-blutdruck.html
5) https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/trf.13428
6) https://jamanetwork.com/journals/jamainternalmedicine/fullarticle/2482350?resultClick=3

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