V. Frank-Schirrmacher-Forum
Industrie 4.0 – Arbeit 4.0? Mensch sein in der neuen Arbeitswelt

Wir sind gerade dabei die Industriegesellschaft, wie wir sie kennen, zu verabschieden und dabei in eine Unsicherheitszone zu geraten. Längst sind in den meisten Berufen und Gewerken Computer und Industrieroboter selbstverständlich. Der orangefarbene Kuka-Roboter ist das Symbol einer neuen industriellen Arbeitswelt. Eine fast universelle Maschine, die mit beliebigen Werkzeugen bestückt werden kann oder sich inzwischen selbst bestückt. Industrie 4.0 meint aber mehr:

Eine im Werden begriffene Produktion von Waren und Dienstleistungen, die über digitale Plattformen und Künstlicher Intelligenz Vernetzung im bisher unbekannten Ausmaß herstellt. Verknüpft und integriert werden nicht nur einzelne physische Arbeitsvorgänge in Prozessketten und selbst lernenden Optimierungs- und Wartungsprozesse über cyberphysische Systeme, sondern es werden ebenso Entwicklung und Forschung sowie Kundenbeziehungen und Vertrieb, schließlich Verwaltungsvorgänge einbezogen.

Die real laufenden Produktionsprozesse werden dabei auch beständig verändert, optimiert, mit neuen Kundenwünschen oder Marktveränderungen abgestimmt. Durch die Verknüpfungen mit dem Internet werden Menschen, Dinge und Daten in die Kreisläufe wirtschaftlicher Prozesse so umfassend integriert sein, dass die bislang bekannte Grenzen von Arbeits- und Lebenswelt, Grenzen von Arbeitszeit, öffentlicher und privater Sphäre sich erheblich verändern werden. Auch wenn nach Auskunft des Fraunhofer-Instituts für Software- und Systemtechnik die deutsche Industrie vielfach erst an den Anfängen einer datenintegrierten Industrie 4.0 steht, so stellt sich doch die Frage, wie und in welcher Rolle sich die Menschen in dieser neuen digitalen Umgebung wiederfinden werden.

Die größten Sorgen richten sich in der öffentlichen Diskussion auf den Verlust von Arbeitsplätzen und damit auf den Verlust der Existenz in Folge der begonnenen industriellen Revolution. Wenn im Zusammenhang mit Industrie 4.0 von Disruption die Rede ist, also kreativer Zerstörung bislang bekannter Produktionsprozesse, dann werden bei der Geschwindigkeit digitaler Veränderungen die Sorgen verständlich. Arbeitsplätze sind das zunächst naheliegende. Veränderte Qualifikationen, hohe individuelle Anpassungsleistungen sowie zeitlich und räumliche Flexibilität sowie Maschinen, die Menschen Vorgaben machen, ein weiteres. Oder Prozesssteuerungen, die bis in die Privatsphäre hineinreichen und schließlich, wie weit man selbst noch in der Lage ist mitzuhalten. - Dienstag, 05.11.2019, 18:30-20:30 Uhr im Offenen Haus, Rheinstr.31

Autor:

Heinrich Ruhemann aus Darmstadt-Süd

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