Ölförderung im Hessischen Ried

Heidelberg/Riedstadt. Historischer Augenblick: Nach 22 Jahren wird im Hessischen Ried wieder Erdöl gefördert. Am Freitag (11.03.2016) startete das Heidelberger Unternehmen Rhein Petroleum aus der Bohrung „Schwarzbach 1“ vor den Toren von Riedstadt-Goddelau eine Testförderung, und gegen 12 Uhr fuhr der erste Tanklastwagen mit heimischem Erdöl in Richtung Raffinerie los. „Fünf Jahre lang haben wir darauf hingearbeitet, diesen wertvollen heimischen Rohstoff aus dem Hessischen Ried fördern zu können“, erklärte Dr. Michael Suana, Geschäftsführer der Rhein Petroleum GmbH, und ergänzte: „Für unser junges Unternehmen ist der Beginn der Testförderung ein toller Erfolg und ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg hin zu einer möglichen mehrjährigen wirtschaftlichen Förderung.“ Bis zu einem Jahr kann die nun gestartete Testförderung andauern, im Laufe derer die Förderraten gemessen und bewertet werden. Die kommenden Wochen und Monate geben Aufschluss darüber, wieviel Erdöl sich im Untergrund befindet und in welcher Zeit es gefördert werden kann. Am Ende dieser Ergiebigkeitsprüfung entscheidet das Unternehmen, ob es eine auf mehrere Jahre angelegte wirtschaftliche Förderung geben wird. Suana: „Neben Menge und Zeitraum des zu fördernden Erdöls spielt dann auch der Ölpreis eine Rolle. Da eine wirtschaftliche Förderung auf mehrere Jahre ausgelegt ist, beziehen wir Schwankungen mit ein und gehen von einem Mittelwert des zu erzielenden Verkaufspreises aus.“ Die Suche nach dem Erdöl im hessischen Ried hat für Rhein Petroleum im Oktober 2011 begonnen: Damals führte das Unternehmen umfangreiche seismische Messungen durch, die es ermöglichten, eine dreidimensionale Karte mit erkennbaren Strukturen des Untergrunds zu erstellen. Dank dieses modernen Verfahrens haben Geologen ein Bohrziel in 1.700 Metern Tiefe in den so genannten Pechelbronner Schichten ausgemacht. Aus diesen Schichten wurde im benachbarten Stockstadt in der Zeit zwischen 1952 und 1994 mehr als acht Millionen Barrel Öl gefördert. Über eine im März 2015 abgeschlossene Probebohrung wurde der Nachweis erbracht, dass sich in porösen Sandsteinen Rohöl befindet – das nun über die Testförderung gewonnen wird. Dafür wurde auf dem Bohrplatz eine moderne Förderanlage aufgebaut. Unterstützt von einer Pumpe gelangt das Öl an die Erdoberfläche und wird dort in einem großen Tank aufgefangen, indem über die natürliche Schwerkraft das Öl von dem mitgeförderten Tiefenwassser getrennt wird. In einer separaten Kammer des Tanks wird das reine Rohöl dann gelagert, bis es von einem Tankwagen abgeholt und in die Raffinerie gefahren wird. Suana: „Das hessische Öl hat eine hervorragende Qualität. Es ist leicht, schwefelarm und reich an wertvollen Inhaltsstoffen.“ Daher eigne es sich ausgesprochen gut für die industrielle Weiterverarbeitung und die Herstellung etwa von Medikamenten oder Kunststoffen. Neben der guten Qualität des heimischen Erdöls sieht Suana weitere Vorteile von regionalen Erdölförderungen in Deutschland: „Mit der Förderung von heimischen Ressourcen übernehmen wir in Deutschland auch Verantwortung für unseren Lebensstil. Jedes in Deutschland produzierte Fass Öl muss nicht erst tausende von Kilometern zurücklegen. Es hat daher eine bedeutend günstigere CO2-Bilanz als importiertes Öl.“ (Gernsbeck Kommunikation GmbH)

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