Als die Ringtonnen noch eigene Karteikarten hatten

Offenbach. Als der sehr junge Klaus Keller in einer Kanzlei seine Ausbildung als Steuerfachgehilfe anfing, lag ihm nichts ferner als eine Laufbahn im öffentlichen Dienst. Der erste Kontakt damit war die Bundeswehr, die ihn 1978 kurz nach seiner ersten Anstellung als Bilanzbuchhalter vom Arbeitsplatz wegholte. Ein Zivildienstleistender, mit dem er sich am Standort Oberhausen anfreundete, riet ihm, dauerhaft zu wechseln. Ein paar Bewerbungen schickte der junge Soldat ab, darunter an die Stadt Offenbach, und ging bald darauf nach Ende der Grundausbildung in seine Firma zurück. Dann erhielt er aus dem Offenbacher Rathaus das Angebot, bei der großen Umstellung der Müllabfuhr auf ein moderneres System mitzuarbeiten und nahm an. Von 1979 an war er Angestellter im dortigen Tiefbauamt. In der Abteilung Entsorgung schrieb er unter anderem die Gebührenveranlagung fort und ließ die noch mit Bleistift in Karteikarten eingetragenen eisernen Ringtonnen im Stadtgebiet auszutauschen. „Für die Müllwerker war es harte Arbeit, die schweren alten Tonnen zu den Fahrzeugen zu bewegen und darauf zu hieven“, erinnert sich Klaus Keller. Er war oft dabei, wenn die Wagen die alten Behälter holten und gegen neue Gefäße aus Kunststoff tauschten. Eineinhalb Jahre und viele Diskussionen mit Bürgern später hatte jeder Haushalt eine neue Tonne, die Arbeit ging den Müllwerkern leichter von der Hand und die Touren konnten optimiert werden. „Dafür stand mir eine schreibtischfüllende Additionsmaschine zur Verfügung, die beim Rechnen das ganze Büro zum Wackeln brachte“, erzählt Keller, der als stellvertretender Sachgebietsleiter die gesamte Disposition mitbetreute. Auch die Gebührenveranlagung, die Straßenreinigung, Planung und Überwachung des Winterdienstes gehörte unter anderem zu seinen Aufgaben. Die Straßenreinigung erhielt in dieser Zeit erstmals zwei Kleinkehrmaschinen und sollte von ihm komplett darauf umgestellt werden. „Vorher waren für die Reinigung einer Straße vier Leute notwendig: vier haben mit dem Besen gekehrt, einer hat sich gebückt und den Kehricht aufgenommen“, erzählt Keller. Die Arbeit machte er von der Daimlerstraße 8 aus, dem heutigen Sitz des Stadtservices der Stadtwerke Unternehmensgruppe. Damals war die Straßenreinigung noch eine Abteilung des Tiefbauamtes der Stadt, bis in den 1990er Jahren die Strukturreform in Offenbach begann. Als erster Schritt wurde aus der Abteilung ein eigenes Amt für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft. „Die letzte Aufgabe des Tiefbauamtes war die Betreuung des S-Bahn-Baus in Offenbach.“ Ab 1995 war er dann Mitarbeiter im Controlling und machte dort auch fünf Jahre später den Betriebsübergang des Stadtreinigungsamtes zur ESO Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft mbH mit. Er schrieb die Rechnungen für die abgearbeiteten Aufträge und erstellte dafür die Stundenverrechnungssätze für Fahrzeuge und Personal. Ende des Jahres 2000 übernahm er die Leitung, Neuorganisation und Koordination des ESO Beraterplatzes im Bürgerbüro sowie des Kundenservices in der Daimlerstraße. „Dafür habe ich die Leute im Umgang sowohl mit unseren Kunden als auch mit dem PC geschult und die Dienstpläne erstellt.“ Ab 2008 fing er an, auch die Schadensfälle beim ESO, dem heutigen Geschäftsfeld Stadtservice der Stadtwerke Unternehmensgruppe, zu bearbeiten. Als die Entscheidung fiel, daraus eine eigene Abteilung zu gründen, schrieb Klaus Keller dazu das Konzept und wurde 2010 als Abteilungsleiter übernommen. Diese Aufgabe erfüllt er bis heute. Viele Kolleginnen und Kollegen kennen Klaus Keller vor allem auch aus seiner 28-jährigen Mitarbeit im Personalrat und später im Betriebsrat. Davon war er zehn Jahre lang Vorsitzender des Konzernbetriebsrates der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe. Heute sitzt er als Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der ESO Dienstleistungsgesellschaft mbH und der ESO Stadtservice GmbH, sowie im Aufsichtsrat der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe. Hat er früher neben seinem Beruf Trompete und Konzertxylophon gespielt, kümmert sich der verheiratete Vater von zwei Töchtern heute vor allem um seine vier Enkel. Außerdem ist er Vorsitzender des Offenbacher Verwaltung- und Organisationsvereins OVO, der Dachverband für 23 Vereinigungen und Vereine, die die Gebäude am Schneckenberg nutzen. (Stadt Offenbach am Main)

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