Imagepflege des Bistums Mainz

"Nachwuchsförderung für pastorale Berufe"

Weltgebetstag für geistliche Berufungen am 7. Mai 2017

Wie in einem Bienenkorb ging es während des 11 Uhr-Gottesdienstes am 7. Mai in Weiterstadt zu. Quer über die Bänke hinweg, nach hinten oder nach vorne oder auch mit dem – vielleicht bis dahin noch unbekannten - Nachbarn gab es rege Gespräche.

Nachdem die Priesterweihe im Bistum Mainz in diesem Jahr nach langer Zeit mangels Kandidaten ausfallen muss, soll das Thema Berufung wieder verstärkt in die Öffentlichkeit gebracht werden. Kandidatinnen und Kandidaten gibt es genug. Aber die Kriterien sind offenbar die Falschen, da sie ein bestimmtes Geschlecht oder bestimmte Charismen von vornherein aus rein ideologischen Gründen ausschließen.

Die Gottesdienstbesucher hatten im Gottesdienst vom Priesteramtskandidaten Johannes Blüm die Aufgabe bekommen, sich über den „roten Faden" in ihrem Leben zu unterhalten, warum sie ihren Beruf ergriffen haben, was sie trägt und ihnen Halt gibt.

Zu uns nach Weiterstadt kamen drei junge Menschen, die momentan Theologie studieren um später in unserem Bistum ihren Dienst in einem geistlichen oder pastoralen Beruf zu tun, als ob ein pastoraler Beruf "ungeistlich" wäre.

Neben Johannes Blüm besuchte uns Ann-Katrin Marschall, eine Theologiestudentin, die in der Ausbildung als Pastoralreferentin steht, und ein weiterer Priesteramtskandidat, der Nigerianer Francis Ozochi. Während der Messe und auch bei der anschließenden Begegnung mit den Menschen im Gemeindezentrum berichteten sie über ihren Glaubensweg und was sie dazu bewogen hat,
Jesus Christus in ihrer Berufung konkret nachzufolgen. Deutlich wurde auch, dass die Katholische Kirche und das Bistum Mainz alles andere als ein einladender Ort für junge Menschen sind, ihren Glauben zum Beruf zu machen.
Der Beruf des Pastoralreferenten hat sich allein dem Priestermangel zu verdanken, den es so auch nur gibt, weil das Charisma des Zölibats durch die Verpflichtung zur Ehelosigkeit destruiert wird. Doch statt an den Strukturen etwas zu ändern, betreibt man lieber oberflächliche Imagepflege, um bloß nicht tiefer schürfen zu müssen.
Es gibt einen "roten Faden", den man schon längst hätte aufgreifen müssen, um wirklich etwas zu verändern, was ja allerdings nicht gewollt ist.

M. Lorenz

Autor:

Hartmut Weber aus Darmstadt-Süd

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