Reihe des AlleWeltKinos vom 19. August - 16. September 2019 jeweils 20.15 Uhr im programmkino rex
„Queere Welten“

In über 70 Ländern der Welt sind gleichgeschlechtliche Handlungen derzeit strafbar,
in mehreren dieser Länder haben katholische und mitunter auch evangelische Kirche großen Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Die Menschen werden aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Genderidentität wie Verbrecher behandelt oder müssen versteckt und in Angst leben. Ein glückliches und normales Leben ist für sie fast unmöglich. Die Strafen reichen von Geldstrafen über mehrjährige Haftstrafen bis hin zur Todesstrafe.

In einer Reihe zu diesem Thema zeigt das AlleWeltKino fünf Filme unter dem Titel: "Queere Welten". - Die Reihe ist eine Kooperation des Katholischen Bildungszentrums nr30, des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Stadt sowie der Regionalgruppe Darmstadt der HuK e.V. (Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche) sowie mit der Citydome Darmstadt GmbH & Co KG.

"Rafiki": Unter der Regie von Wanuri Kahiu läuft der Film aus Kenia 2018, 83 Min., OmU. Der Titel bedeutet auf Suaheli „Freund(in)“. – Es ist der erste kenianische Film
auf den Festspielen in Cannes. In Kenia, wo Homosexualität noch unter Strafe steht, wurde der Film zunächst mit einem - erst nach einer Klage der Regisseurin gelockerten - Aufführungsverbot belegt. - Basierend auf der preisgekrönten Kurzgeschichte „Jambula Tree“ (2008) von Monica Arac de Nyeko, erzählt "Rafiki" über eine kenianische Jugend, die entschlossen gegen Homophobie, religiöse Dogmen und die Strenge der Eltern aufbegehrt. Ein mitreißender Film  voller Freiheitsliebe und Lebensfreude am 19. August. - Eintritt: 6,50 €, ermäßigt 5,50 €.

"Die Wunde": Unter der Regie von John Trengove aus Südafrika u.a. 2017, 88 Min., OmU. In seinem Spielfilmdebüt widmet sich der Regisseur dem Ukwaluka-Beschneidungsritus seiner südafrikanischen Heimat. Er bettet darin die Geschichte einer schwulen Liebesbeziehung ein und bricht damit gleich zwei Tabus auf
einmal: Bis heute wird in weiten Teilen der südafrikanischen Gesellschaft weder über Ukwaluka noch über Homosexualität offen gesprochen am 26. August, -  Eintritt:
6,50 €, ermäßigt 5,50 €. 

"Call me Kuchu": Regie: Malika Zouhali-Worrall und Katherine Fairfax Wright, beide aus Uganda, USA 2012, 87 Min., OmU, (Dokumentation). - In Uganda droht ein Gesetz das Parlament zu passieren, das Homosexualität unter Todesstrafe stellt. David Kato, der erste offen schwul lebende Mann Ugandas, und seine Mitstreiter*innen versuchen, es mit allen Mitteln zu stoppen am 2. September. -  Eintritt: 6,50 €, ermäßigt 5,50 €.

"Hard Paint" von Filipe Matzembacher und Marcio Reolon aus Brasilien 2018, 118 Min., OmU - Pedro verdient sein Geld in Chatrooms. Die Bildauflösung mag nicht perfekt sein, doch wenn sich Pedro vor der Webcam in Neon-Boy verwandelt, erzielt das den gewünschten Effekt. Langsam lässt der junge Mann seine Finger erst in verschiedene Farbtöpfe und danach über seinen nackten Körper wandern. Im Dunkeln beginnt Neon-Boy zu leuchten, folgt den Aufforderungen der User und trifft sich schließlich für Geld mit einem von ihnen im privaten Chat am 9. September; Eintritt: 6,50 €, ermäßigt 5,50 € am 16. September. - Eintritt: 6,50 €, ermäßigt 5,50 €.
 
"Marilyn" von Martín Rodríguez Redondo aus Argentinien, Chile 2018, 80 Min., OmU - 
Viel Abwechslung gibt es nicht im Leben des jungen Marcos (17) als Farmerssohn im ländlichen Argentinien. Der Alltag ist bestimmt durch Schule und den harten Viehbetrieb. Marcos unterstützt seine Mutter nicht nur im Haushalt, sondern
auch bei Handarbeiten und der Haarpflege. Trotzdem gelten in seiner konservativen und homophoben Familie klare Geschlechterrollen: Frau und Mann. - Marcos empfindet allerdings anders. Er interessiert sich für Jungs und schlüpft deshalb
zum Karneval heimlich in die Rolle der hübschen „Marilyn“. Nur so kann Marcos mit Jungs flirten, tanzen, lachen und einfach er selbst sein. Seiner homosexuellen Neigung wegen erfährt Marcos bald Gewalt und Ablehnung durch Familie und Gleichaltrige, aber er findet in Federico auch seine erste Liebe...

Die Filmreihe ist Teil der Reihe "Verschaff mir Recht. Kriminalisierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender". -  Ausstellung: "Verschaff mir Recht": 12.8.-27.9.19 in das Offene Haus, Rheinstr. 31; Mo.-Do. 10-17 Uhr, Fr. 10-13 Uhr, Vernissage am Mi. 21.8.19, 19 Uhr mit Einführung durch Dr. Herbert Horatz, Homosexuelle und Kirche Darmstadt, Musik/Gesang: Beate Leisner. - Vortrag: "Verschaff mir Recht" am Mi. 28.8.19, 19 Uhr  mit Dr. Michael Brinkschröder, München. - Vortrag: "Geschichte der Verfolgung und Emanzipation homosexueller Männer in Darmstadt" am Mi. 18.9.19, 19 Uhr mit Rainer Hoffschildt, Hannover.

Autor:

Heinrich Ruhemann aus Darmstadt-Süd

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