Wasser kommt aus dem Hahn? Schüler wissen es besser!

Tafelbild während der Technikschule
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  • Foto: Ingenieure ohne Grenzen e.V.
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Wie viel Wasser wird eigentlich verbraucht um Essen oder Kleidung herzustellen? Wie beschaffen sich Menschen in anderen Ländern das Wasser, das sie zum Überleben brauchen?

Dies waren typische Fragestellungen, mit denen sich einige Viertklässler der Mornewegschule im Rahmen einer AG an der Technikschule Darmstadt in Kooperation mit Ingenieure ohne Grenzen beschäftigten.

Hierfür wurde nicht nur wie im klassischen Unterricht vom Lehrer vorgetragen, sondern miteinander diskutiert und sogar Wissenschaft zum Anfassen betrieben. Alle aufgeweckten und interessierten jungen Forscher besuchen wöchentlich nach dem regulären Unterricht die AG der Technikschule unter Leitung von Karl-Wilhelm Heselmann. Für drei Wochen wurde dieser durch Antonia Seidel und Rosi Krebs unterstützt. Beide studieren Biotechnologie und engagieren sich bei Ingenieure ohne Grenzen – hier im speziellen um ein ansprechendes Unterrichtskonzept zu entwickeln und umzusetzen, das auch in weiteren Grundschulen durchgeführt werden soll.

„Solche technischen AGs auch schon mit den Kleineren zu veranstalten ergibt insofern Sinn, dass die älteren Jugendlichen zwar reif genug sind schwierigere Zusammenhänge zu verstehen, aber die Begeisterung für die Themen schwieriger zu wecken ist,“ verrät Heselmann, der schon seit 8 Jahren im Rahmen der Nachmittagsbetreuung an der Technikschule unterrichtet. Bei den Themen, die mit Ingenieure ohne Grenzen behandelt wurden, ist dies besonders wichtig. Somit lernen die Kinder schon früh einen verantwortlichen Umgang mit den Ressourcen, die hierzulande so unerschöpflich erscheinen.

„Bei dem Spiel mit den Wassertropfen habe ich am meisten gelernt,“ erzählt ein Kind kurz vor Abschluss des Projekts. Gemeint ist ein Marktszenario, in dem die Kinder sich für Waren entscheiden und bezahlen sollten. Anstelle von Taschengeld erhielten sie allerdings Wassertropfen als virtuellle Währung. Die Preise der Produkte ergaben sich aus der Wassermenge, die bei ihrer Herstellung verbraucht wird. „Hätten wir uns ein T-Shirt oder sogar einen Laptop gekauft, hätten wir gar kein Wasser mehr für Essen übrig gehabt,“ fasste ein Kind die Problematik zusammen. Denn auch das Wasser zum Gießen von beispielsweise Tomaten ging in die Rechnung mit ein.

Beim Bauen eines Wasserfilters aus Aktivkohle hatten die Kinder am meisten Spaß. „Beim Filterbau muss man darauf achten, dass große Sachen vor kleinen Sachen herausgefiltert werden, weil der Filter sonst verstopft,“ wissen die Kinder auch nach zwei Wochen noch. Selbstverständlich wurde der ganze Versuch auch in wissenschaftlicher Manier protokolliert. Anstrengend wurde es allerdings beim Staffellauf im Freien, bei dem die Kinder Wasserkanister tragen sollten. „Da waren die Kinder ganz schön am keuchen,“ schmunzelt Heselmann.

Ingenieure ohne Grenzen existiert seit 2007 auch in Darmstadt und leistet humanitäre Entwicklungszusammenarbeit mit technischem Hintergrund. Die Regionalgruppe Darmstadt betreut derzeit vor allem Projekte in Uganda, Tansania und Kenia, um Menschen in strukturschwachen Gegenden einen Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen. Hierfür arbeiten engagierte Studenten verschiedenster Disziplinen zusammen mit berufstätigen Ehrenamtlichen - das Ziel sind meist technische Lösungen, wie zum Beispiel eine Anlage zur solaren Wasserdesinfektion. Im Vordergrund steht dabei stets eine nachhaltige Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den jeweiligen Projektpartnern.

Um auch hier vor Ort für einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser und die Wasserversorgung zu sensibilisieren und Interesse zu wecken, entstand die Arbeitsgruppe Bildung in der Regionalgruppe Darmstadt. So kam auch vor Kurzem der Kontakt zum Verein Technikschule Darmstadt. In der Technikschule engagieren sich pensionierte Lehrer, Ingenieure, Meister und Interessierte aller Art um Kinder für technische oder naturwissenschaftliche Themen zu begeistern. Seit mehreren Jahren läuft jetzt schon eine enge Zusammenarbeit mit mehreren Schulen in Form von AGs und vielem mehr.

Wer an der Arbeit von Ingenieure ohne Grenzen interessiert ist findet auf www.ingenieure-ohne-grenzen.org/de/darmstadt weitere Informationen.
Die Technikschule Darmstadt e.V. ist per Mail unter info@technikschule-darmstadt.de zu erreichen.

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