Wie viel Respektlosigkeit und Egoismus erträgt unsere Gesellschaft wohl noch?

Die Jugend von heute! Jedesmal wenn ich diesen Satz höre färbt sich mein Kopf rot und mein Gehirn läuft auf Hochtouren. Natürlich steckt auch ein Stückchen Wahrheit darin. Aber man sollte doch nicht jeden Menschen über einen Kamm scheren. Die ältere Generation ist nämlich teilweise ebenso unverschämt wie die jüngere. Nur auf ihre eigene Art und Weise. Und trotzdem unverschämt. Man erlebt es jeden Tag und das mehrmals. Es beginnt schon beim Bäcker des Vertrauens, dem Lebensmittelladen um die Ecke oder dem großen Kaufhaus in der Innenstadt. „Bitte“ und „Danke“ sind ebenso rar geworden wie „Guten Tag“ und „Auf wiedersehen“. Vom Blickkontakt und einem ehrlichen Lächeln möchte ich gar nicht erst anfangen. Und dabei beginnt es doch genau da. Den Beweis findet man sobald man ehrlich zu sich selbst ist und sich ernsthaft fragt:
Wie viel Freundlichkeit und Respekt lege ich an den Tag? Wie tolerant bin ich? Was bedeuten mir meine Mitmenschen?
Wären es nur die kleinen Höflichkeitsfloskel um die wir uns sorgen müssten, würden auch die großen Probleme nicht existieren.
Jedes Mal wenn ich schreckliche Reportagen über die Misshandlung von Tieren sehe, sind sie gefüllt von herzzerreißenden Bildern. Sie führen uns die Schrecklichkeit vor Augen und sollten uns eigentlich wach schütteln. Sie hinterlassen die Frage was sich diese Menschen wohl denken und welches Recht sie sich rausnehmen? Doch die Antwort erreicht mich leider nicht. Tiere sind doch keine herzlosen oder gar gefühllosen Wesen! Der stumme Leidensschrei ist doch deutlich sichtbar und der Schmerz auch oft in Lauten hörbar…
Doch was geschieht um dies zu ändern? Herzlich wenig!
Warum das so ist? Die Antwort lautet fast jedes Mal „Das geht mich doch nichts an, da halte ich mich lieber raus“ oder „Ich kann ja sowieso nichts daran ändern“. Meistens braucht es noch nicht einmal viel Geld um zu helfen, denn Zivilcourage kostet beispielsweise nichts, außer ein bisschen Mut!!!
Die Pointe der Geschichte? Kaum noch einer traut sich in brenzligen Situationen einzugreifen oder wenigsten Hilfe zu rufen. Wenn sie es doch tun, stehen sie meist alleine da und zahlen dafür sogar mit ihrem Leben.
Würden wir uns mobilisieren indem wir unsere Stimme nutzen, dann könnten wir noch einiges erreichen. Denn eine Schar von Stimmen lässt sich schwer ignorieren. Selbst wenn man sich die Ohren zu hält!
Auge um Auge, Zahn um Zahn. Das ist wohl einer der größten Probleme. Woher sich ein Mensch oder gar der Staat das Recht heraus nimmt um Menschenleben zu beenden ist mir schleierhaft. Beides fällt für mich unter Selbstjustiz! Warum? Weil ein Mensch, der einem anderen das Leben genommen hat, bestraft wird indem man ihm seines nimmt. Wo ist hier der Sinn? Was soll man daraus lernen? Sterben ist nicht das schwierige sondern das Leben und genau da liegt der Punkt. Gewalt wird nicht gestoppt durch Gewalt und dadurch trifft sie oft die Falschen. Warum nach „Wie du mir so ich dir“ handeln und nicht nach „So wie ich behandelt werden möchte, so behandle ich auch andere“?
Wie viele Bürger werden gefragt bevor ein Land in den Krieg zieht? Wie viele Unschuldige müssen ihr Hab und Gut verlieren, ihre Familie oder ihre eigenen Körperteile während die Politiker sicher an ihren Tischen sitzen. Mit den Händen im Schoß und der nächsten flinken Taktik auf der Zunge! Dadurch entsteht Unterdrückung jeglicher Art und das um welchen Preis?! Doch leider wird sich das nicht ändern solange Macht und Geld die wichtigste Rolle spielt. Wie viel ist das Leben wert? Lässt sich ein Leben mit Geld aufwiegen?
Menschlichkeit dreht sich nicht um Geld und Macht! Sie definiert sich durch Gerechtigkeit, Respekt und Einfühlungsvermögen.
Eine Botschaft an alle Politiker: „Seit den Leuten ein Vorbild durch vorleben und zeigt ihnen was Gemeinsam heißt“.
Die Politik ist für Jugendliche selten interessant weil sie zu komplex ist. Jedoch werden diejenigen, die ihre Augen offen halten und Interesse aufweisen, nicht erreicht. Die Politik sollte transparenter werden und sich mit dem Volk befassen. Denn was wir brauchen ist eine Politik die wir verstehen um sie zu begreifen.
Jedem von uns wurde eine Stimme gegeben, wir sollten diese auch nutzen. Den Nutzen nicht in den Unsinn verschwenden und über den Tellerrand schauen. Eine Meinung sollten wir uns bilden und der gesunde Menschenverstand sollte dafür die Basis sein. Entscheidungen nicht einfach so hinnehmen sondern auch mal Hinterfragen. Das Gewissen stets beachten und sich fragen was man selbst zur Veränderung beitragen kann.
An alle jungen Menschen die noch unbeschwert durchs Leben gehen:
Was erwartet ihr von der Zukunft und denkt ihr das es noch möglich sein wird wenn es so weiter geht wie jetzt?
Die Jungendlichen werden selten gefragt, haben aber ebenso selten eine Antwort. Fühlt ihr euch ungerecht behandelt oder nicht verstanden? Seit ihr nicht einer Meinung mit der Politik, dann geht doch bitte wählen und setzt euch nicht nur für euch selbst ein, sondern auch für die, die es nicht selbst können!

Autor:

Dejana Tomic aus Darmstadt-Süd

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