ZDF-Fernsehrat tagt – Ermittlungen gegen Hugo Diederich (VOS) ein Thema?

Erstmals nach Bekanntwerden der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen ZDF-Fernsehrat Hugo Diederich von der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) trifft sich das Aufsichtsgremium der öffentlich-rechtlichen Anstalt heute in Mainz. Außerdem dürfte es wohl um die mögliche Schleichwerbung bei "Wetten dass" gehen. In diesem Zusammenhang bezichtigte das Handelsblatt den ZDF-Intendanten Bellut indirekt der Lüge.
  • Erstmals nach Bekanntwerden der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen ZDF-Fernsehrat Hugo Diederich von der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) trifft sich das Aufsichtsgremium der öffentlich-rechtlichen Anstalt heute in Mainz. Außerdem dürfte es wohl um die mögliche Schleichwerbung bei "Wetten dass" gehen. In diesem Zusammenhang bezichtigte das Handelsblatt den ZDF-Intendanten Bellut indirekt der Lüge.
  • hochgeladen von Petra Ostrowsky

Mainz (dpd-lrp) – Erstmals nach Bekanntwerden der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen ZDF-Fernsehrat Hugo Diederich von der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) trifft sich das Aufsichtsgremium der öffentlich-rechtlichen Anstalt heute in Mainz. Beobachter erwarten, dass dort die Vorwürfe zur Sprache kommen, die die Berliner Staatsanwaltschaft seit mehreren Monaten aufklären will. Die Ermittlungen waren Mitte Februar enthüllt und das ZDF damit konfrontiert worden. Fernsehratschef Ruprecht Polenz (CDU) distanzierte sich daraufhin indirekt von Diederich. Nach Angaben der Berliner Anklagebehörde stehen VOS-Chef Diederich und der gesamte Vorstand im Verdacht, Sozialabgaben nicht abgeführt und sich so nach § 266a StGB strafbar gemacht zu haben. Das Verfahren läuft unter dem Aktenzeichen 242 Js 2415/11. Ob und wenn ja wann es zu einer Anklage kommen könnte, ist bislang unklar. Forderungen, sein ZDF-Fernsehratsmandat zumindest ruhen lassen, bis die Vorwürfe restlos aufgeklärt seien, kam Diederich nicht nach. Auf Presseanfragen äußerte sich der VOS-Vorstand zu den Vorwürfen nicht.

Der ZDF-Fernsehrat will sich heute mit einem weiteren Problem befassen, das vielen ebenfalls als Belastung gilt: Mögliche Schleichwerbung in der ZDF-Sendung “Wetten dass”. In einer Beschlussvorlage für den Fernsehrat weist Intendant Thomas Bellut zwar alle Vorwürfe zurück, dennoch will er die Regeln in der Anstalt verschärfen. Das Handelsblatt bezichtigte unterdessen den ZDF-Intendanten indirekt der Lüge. Im Mittelpunkt stehen Aussagen, die Bellut im Januar in einer Sendung von Maybrit Illner gemacht hat. Und Unterlagen, aus denen das “Handelsblatt” nun zitiert. Immer habe es “kristallklare Regeln”, zudem “keinerlei Auffälligkeiten und keine Schleichwerbung” gegeben, hatte Bellut bei Illner gesagt. Das“Handelsblatt” sieht die Situation anhand seiner Recherchen ganz anders. Der Düsseldorfer Zeitung liegt ein “Drehbuch” vor, das zwischen der Vermarktungsfirma Dolce Media und Teldafax für Sendungen in 2009 und 2010 ausgearbeitet wurde. Ziel – so und nicht anders sollte die Marke Teldafax in der Show inszeniert werden. Diese Vereinbarung wurde mit den betroffenen Sendungen verglichen. Ihr Ergebnis ist vernichtend: “Dieses Drehbuch wurde in entscheidenden Passagen exakt umgesetzt. So, wie es die Partner vereinbart hatten.” Unter anderem soll Moderator Thomas Gottschalk dem Drehbuch fast wortgetreu gefolgt sein. Beobachter schließen deshalb nicht aus, dass sich Dritte möglicherweise mit Billigung von ZDF-Amtsträgern auf Kosten des Gebührenzahlers bereichert haben könnten.

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