Zum Darmkrebsmonat an die Vorsorge denken
Darmkrebs ist ein stiller Begleiter

Im März blüht das Leben neu auf. Die Bäume schlagen aus, Frühlingsblumen erblühen. Da ist der März auch die beste Zeit, an das eigene Leben und die eigene Gesundheit zu denken. Die Felix Burda Stiftung, die Stiftung LebensBlicke und das Netzwerk gegen Darmkrebs e.V. haben den März als Darmkrebsmonat ausgerufen, um für das wichtige Thema und die Vorsorge zu sensibilisieren.

Bereits zum 18. Mal steht der März im Zeichen der Darmkrebsvorsorge. Der Darm ist das Zentrum unseres Immunsystems. Seine Oberfläche erreicht eine Größe von 30 - 40 Quadratmetern. Das entspricht in etwa der Fläche eines Apartments. Trotzdem führt das Organ ein Schattendasein. Wirklich an die eigene Verdauung und den Darm denken, will keiner so gerne. Solange keine Beschwerden auftreten, wiegt man sich in Sicherheit. Aber das ist trügerisch, denn der Darmkrebs macht sich erst durch Beschwerden bemerkbar, wenn es schon zu spät ist. In Deutschland erkranken nach einer Erhebung des Robert-Koch-Instituts von 2011/2012 170 Menschen täglich in Deutschland. 71 Menschen sterben pro Tag an dieser Krebserkrankung.

Risikofaktoren
Darmkrebs ist in Deutschland bei Männern die dritthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung. Risikofaktoren sind bereits bestehende Darmerkrankungen, wie chronische Schleimhautentzündungen des Darms. Aber auch Darmkrebsfälle in der Familie erhöhen das Risiko zu erkranken. Andere Faktoren wie Alkohol- oder Tabakkonsum, Diabetes und Übergewicht haben ebenfalls einen Einfluss. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie körperliche Aktivität wirkt sich generell positiv auf den Körper aus. Leider bietet eine gesunde Lebensweise keinen Rundumschutz gegen Krebserkrankungen, daher kann es jeden treffen.

Vorsorge
Spätestens ab dem 50. Lebensjahr, bei familiärer Vorbelastung noch früher, raten Ärzte zur Vorsorge. Denn durch eine Früherkennung können nahezu alle Darmkrebsfälle geheilt werden. Darmkrebs entsteht, wenn gutartige Vorstufen, sogenannte Polypen, entarten, und sich deren Zellen unkontrolliert vermehren und in das umliegende Gewebe hineinwachsen.
Mit der bekanntesten Vorsorgeoption, der Darmspiegelung, können Vorstufen einer Krebserkrankung des Darms in der Regel frühzeitig entdeckt und entfernt werden. Personen ab einem Alter von 55 Jahren haben einen gesetzlichen Anspruch auf die Durchführung der Vorsorgekoloskopie, d.h. die Untersuchung wird von den Krankenkassen erstattet.
Daneben gibt es Stuhltests, die mit wesentlich weniger Aufwand schnell Sicherheit geben können. Eine Art dieser Stuhltests gibt Aufschluss darüber, ob sich Blut im Stuhl befindet. Aber nicht immer bluten Polypen und Wucherungen. Neue diagnostische Ansätze suchen nach Enzymen oder Spuren von Erbgut-Resten von Krebszellen, die eine Krebserkrankung belegen.

Behandlung und Heilungsaussichten
Erkennt ein Test eine Auffälligkeit, wird die Diagnose mit einer Darmspiegelung abgeklärt. Bei Bedarf werden die Polypen entfernt und betroffenes Gewebe zur Analyse ins Labor geschickt. Im Frühstadium reicht es aus, den Tumor operativ zu entfernen. Bei fortgeschrittener Erkrankung werden zusätzliche Behandlungen, wie eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung, durchgeführt. Ist die Behandlung erfolgreich abgeschlossen, wird regelmäßig kontrolliert, um ein erneutes Ausbrechen zu vermeiden. In seltenen Fällen müssen Teile des Darms entfernt werden, dann ist unter Umständen auch ein künstlicher Darmausgang nicht zu vermeiden. Daher ist die Vorsorge umso wichtiger, um frühzeitig eingreifen zu können und die Folgen so gering wie möglich zu halten.

Der Aufwand einer Vorsorge ist minimal im Vergleich zur Dauer und Schwere einer Behandlung im späteren Stadium. Daher sollte man keine falsche Scheu vor seinem Darm haben. Der Darm erledigt seine Arbeit meist zuverlässig und leise, hält uns gesund und wird zu Unrecht als Tabu-Thema behandelt. Das Thema Gesundheit geht alle an. Mit der Sicherheit der Vorsorge kann man entspannt und ohne schlechtes Gewissen das Leben genießen.

(msh)

Autor:

Redaktion mein südhessen aus Darmstadt-Süd

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