Der März ist Darmkrebsmonat - jetzt schon an die Vorsorge denken
Für jeden die passende Darmkrebs-Vorsorge

Wenn der Darmkrebs sich bemerkbar macht, ist es für eine Heilung meist zu spät.
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Zur Darmkrebsvorsorge stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl, die sich in wichtigen Punkten unterscheiden. Daher lohnt es sich, sich rechtzeitig darüber zu informieren.

Darmspiegelung
Die wohl bekannteste Methode ist die Darmspiegelung. Sie wird in spezialisierten Arztpraxen oder im Krankenhaus durchgeführt. Am Tag vor dem Eingriff darf nichts mehr gegessen werden und der Darm muss entleert werden. Dazu muss eine Spüllösung getrunken werden, um den Darm zu reinigen. Häufige Toilettenbesuche gehören zu dieser Vorsorgeart dazu, sorgen aber für ein aussagekräftiges Ergebnis.
Der Darm wird mit Luft aufgefüllt, sodass sich die kleinen Einfaltungen öffnen und der Mediziner auch alles sehen kann. Dies und das Einführen des Schlauches kann aber unangenehm sein, weshalb es möglich ist, die Untersuchung mit einem Beruhigungsmittel im Dämmerschlaf zu verbringen.
Mit dem Endoskop, einem langen Schlauch, der vorne mit einer Kamera versehen ist, betrachtet der Arzt das Innere des Darms. Dieses Instrument ermöglicht es auch, Wucherungen der Darmschleimhaut, sogenannte Polypen, direkt zu entfernen. Damit wird verhindert, dass daraus einmal Krebs entstehen könnte. Die gesamte Darmspiegelung dauert in der Regel etwa 20 Minuten. Danach darf man aufgrund der Betäubung jedoch kein Auto mehr fahren und sollte anschließend besser zu Hause bleiben.
Gab es bei der Untersuchung keine Auffälligkeiten, hat der Vorsorgepatient sofort Sicherheit. Bei entnommenen Proben muss der Laborbefund abgewartet werden. Manchmal kann aufgrund von anatomischen Besonderheiten aber nicht der ganze Darm untersucht werden. Daher bleibt ein Restrisiko bestehen.
Personen ab einem Alter von 55 Jahren haben alle zehn Jahre gesetzlichen Anspruch auf eine Darmspiegelung. Die Krankenkasse übernimmt die Untersuchungskosten. Die Spiegelung kann, solange keine Auffälligkeiten bestehen, einmalig ab dem Alter von 65 Jahren wiederholt werden.
Wenn Sie eine Vorsorgedarmspiegelung vor dem oben genannten Alter durchführen lassen möchten und kein familiär erhöhtes Risiko haben, müssen Sie mit Kosten von etwa 330 € rechnen.

Virtuelle Darmspiegelung
Ist eine Darmspiegelung mit dem Endoskop aufgrund von Verwachsungen oder der gesundheitlichen Konstitution des Patienten nicht durchführbar, gibt es für Selbstzahler die Möglichkeit einer virtuellen Darmspiegelung. Dazu legt sich der zu Untersuchende in einen Computertomographen (CT), der Aufnahmen vom Bauchraum erstellt. Schicht für Schicht werden Aufnahmen mit einem 3D-Computerprogramm in ein räumliches Bild umgewandelt. Wie bei der optischen Darmspiegelung werden diese Bilder auf einen Monitor übertragen, sodass der Arzt die Darmwand auf Veränderungen untersuchen kann.
Diese Methode ist aber nicht so zuverlässig und aussagekräftig, wie die invasiven Methoden im Inneren des Darms, da flache oder entzündliche Veränderungen im Darm leicht übersehen werden können.

Kapselendoskopie
Neu ist die Möglichkeit, eine Kapsel zu schlucken. Bei diesem sehr kostenintensiven Verfahren wird eine Kapsel in der Größe einer länglichen Tablette geschluckt. Diese wandert mehrere Stunden durch den Magen-Darm-Trakt, bis sie auf natürlichem Weg ausgeschieden wird. Die Kapsel enthält eine Kamera und nimmt Bilder auf, die sie nach außen sendet. Auch dieses Verfahren ist nicht so zuverlässig wie die Untersuchung mittels Endoskop. Auffälligkeiten müssen hinterher mit einer normalen Darmspiegelung abgeklärt werden. Die Kosten belaufen sich auf etwa 1800 Euro.

Test auf Blut im Stuhl
Als Alternative zur Darmspiegelung können auch Stuhlproben untersucht werden. Das ist für den Vorsorgenden deutlich angenehmer und mit weniger Aufwand verbunden. Mit einem Test auf verborgenes Blut im Stuhl lassen sich geringe, für das Auge unsichtbare Spuren davon nachweisen. Solche Blutspuren können Hinweise auf blutende Polypen oder Tumoren sein. Der Test lässt sich einfach zuhause durchführen und ist beim Arzt, in der Apotheke oder online erhältlich. Allerdings ist seine Aussagekraft eher gering. Hintergrund: Blut im Stuhl muss nicht von Krebs herrühren. Es kann sich dabei auch um kleine Verletzungen oder Reizungen der Wandschleimhaut handeln oder von Hämorrhoiden stammen. Das muss bei positivem Befund durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden. Manche Tumore bluten auch gar nicht, sodass diese mit einem solchen Test leicht übersehen werden können. Dieser Test sollte alle ein bis zwei Jahre wiederholt werden.

Test auf Tumor-DNA im Stuhl
Eine neue Diagnosemöglichkeit bietet ein Stuhltest, der Tumor-DNA erkennen kann. Ist ein bösartiger Tumor im Darm vorhanden, gelangen seine Zellen und damit seine DNA in den Stuhl. Diese Tumor-DNA lässt sich anhand von Stuhl- mit entsprechenden Tests- identifizieren. Mit dieser Methode lassen sich prinzipiell dabei sogar Tumore, die nach innen wachsen und somit bei einer Darmspiegelung nicht erkennbar sind, aufspüren. Bestellbar ist der Test bei Apotheken und online über den Hersteller. Auch dieser Stuhltest kann bequem zuhause durchgeführt werden. Im Set enthalten sind die Anleitung und Utensilien zur Entnahme der Proben. Diese werden per Post an das Labor geschickt. Das Testergebnis kommt innerhalb weniger Werktage per Post oder auf Wunsch als verschlüsselte Mail zurück. Bei einem auffälligen Ergebnis ist ein persönliches Beratungsgespräch mit dem Arzt nötig. Bei negativem Ergebnis kann eine Darmkrebserkrankung mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden und die nächste Vorsorgeuntersuchung sollte nach drei Jahren stattfinden.

(msh)

Wenn der Darmkrebs sich bemerkbar macht, ist es für eine Heilung meist zu spät.
Die verschiedenen Vorsorgemethoden haben Vor- und Nachteile. Hier muss jeder für sich selbst das Passende wählen.

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