Hilfe für Spielsüchtige

Angelina Kindinger (l.) und Julia Timme informierten vor dem Hauptbahnhof über Hilfen für Spielsüchtige und Problemspieler.
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Beratungsstelle für Glücksspiel am Aktionstag vor dem Hauptbahnhof

Die Zahl der Spielsüchtigen wird in Hessen auf rund 40.000 geschätzt und ist in den letzten Jahren angestiegen. Spielautomaten, Pferdewetten, Lotterien, Fernsehspiele oder klassische Glücksspiele wie Roulette und Black Jack - die Verlockungen sich in eine Spielewelt zu flüchten sind groß und nehmen immer mehr zu. Online-Kasinos und Poker im Internet entwickeln sich zu einer Gefahr, insbesondere für Jugendliche.

Das Spielen an Geldspielautomaten gilt als das risikoreichste Glücksspiel: fast 80 Prozent der Personen, die in die hessischen Fachberatungen für Glücksspielsucht kommen, sind von Geldspielautomaten abhängig. Knapp 280 Millionen Euro werden pro Jahr an Geldspielautomaten in hessischen
Spielhallen und gastronomischen Betrieben verspielt. Das entspricht einem Spielverlust von 23 Millionen Euro im Monat.

Meist beginnt es harmlos. Ein erster Spielversuch mit dem Erfolg eines Gewinns, es kommt zu weiteren Spielen und schließlich zum zwanghaften „pathologischen“ Spielen. Partner werden belogen, Tricks und Lügen angewandt, um an Geld zu kommen, die Arbeit wird vernachlässigt, das Geld für Strom und Miete wird verzockt. Trotz hoher Verluste wird immer weiter gespielt. Die Hoffnung, den Verlust zurückzugewinnen führt zum immer größer werdenden Dilemma. Die finanziellen, persönlichen und sozialen Probleme wachsen über den Kopf. Und wieder wird das Spiel zum ungeeigneten Versuch, von den Problemen abzulenken. Der Spieler ist dem Spielen gegenüber machtlos. So stark wird er vom Glücksspiel eingenommen, dass selbst beim vorhandenen Willen, mit dem Spielen aufzuhören die Kraft dazu fehlt.

Wird der Spieler vom Spielen beherrscht und braucht er immer mehr Geld, um weiter spielen zu können, so ist das Spielen zum Problem – zur Sucht - geworden.

„Es ist wichtig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um zu erfahren, wie man mit Spielabhängigkeit umgeht“, so Julia Timme vom Caritasverbandes Darmstadt. Zusammen mit ihrer Kollegin Angelina Kindinger bietet sie für Betroffene und Angehörige Hilfeangebote an. 2012 haben 162 Klienten diese Hilfe in Anspruch genommen. Schon jetzt steht fest, dass 2013 noch mehr Menschen die Beratungsstelle aufsuchen.

Wirksame Suchtbekämpfung und Suchtberatung ist das Ziel der beiden jungen Frauen, die in der Stadt Darmstadt, dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und dem Kreis Groß-Gerau aktiv sind. Sie beraten kostenlos und anonym, bieten Infoabende für Betroffene und Angehörige an, besuchen Schulen und weitere Einrichtungen und stellen sich am Aktionstag mit einer Spielautomaten-Attrappe vor den Darmstädter Hauptbahnhof, um auf die Suchtgefahren bei Glücksspielen aufmerksam zu machen. Zudem schulen sie Mitarbeiter von Spielhallen, da Spielhallenbetreiber im Rahmen des hessischen Spielhallengesetzes dazu verpflichtet sind.

Glücksspieler und deren Angehörige werden am Platz der deutschen Einheit 21 beraten. Im Rahmen dieser Beratungsarbeit wird je nach Hilfebedarf Einzel- oder Gruppenberatung angeboten. Die Angebote können sich auf ein einmaliges Gespräch beschränken oder zu einer längerfristigen Betreuung führen. Auch die Vermittlung in eine Entwöhnungsbehandlung (stationär oder ambulant) gehört zu den Angeboten.

Kontakt:

Beratungsstelle für Glücksspieler
Platz der Deutschen Einheit 21
64293 Darmstadt
Tel.: 06151- 666 770
Kostenlose Hotline: 0800 8877600
Anonyme Online-Beratung:
www.suchthilfe-hessen.de

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