Interessante Info-Veranstaltung der Asklepios Kliniken Langen-Seligenstadt GmbH

Südhessen. Vertrauen macht vieles leichter, fehlendes Vertrauen führt meist zu Enttäuschung und Schmerz. Dass Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung zwar unverzichtbar sind, allein aber noch nicht alle Probleme lösen, erfuhren über 100 Besucher einer Info-Veranstaltung der Asklepios-Kliniken Langen-Seligenstadt GmbH im Dietzenbacher Kreishaus. Zwei Chefärzte und ein Fachanwalt ließen keinen Zweifel: Schriftliche Willensbekundungen des Patienten für den Fall eigener Entscheidungsunfähigkeit sind für den Arzt bindend, soweit sie konkret genug sind. Ansonsten falle die Entscheidung, ob eine Weiterbehandlung erfolgt, nach medizinischen und ethischen Kriterien und in Abstimmung mit Angehörigen. Wie groß der Informationsbedarf ist, zeigte den Asklepios-Verantwortlichen die Resonanz: Die Stühle im Raum Shandong reichten bei Weitem nicht aus. Umfassendes Wissen und klare Orientierung sind laut Oliver Leubecher, Notar und Fachanwalt für Medizinrecht aus Frankfurt, auch wichtiges Rüstzeug: Wer eine Patientenverfügung treffe, tue gut daran, seine Anweisungen so klar und detailliert wie möglich zu fassen. Um den rechtlich allein entscheidenden „mutmaßlichen Patientenwillen“ nach dem krankheits- oder unfallbedingten Verlust der Entscheidungsfähigkeit zu ermitteln, brauche der Mediziner indessen auch Ansprechpartner – im Idealfall nahe Angehörige, die eine Vorsorgevollmacht vorweisen können, betonte Leubecher. Das sei immer besser als ein gerichtlich bestellter Betreuer, der in der Regel weder den Patienten noch die Familie kenne. Seine eigene Patientenverfügung plus Vorsorgevollmacht hat Professor Dr. Hans-Bernd Hopf notariell beglaubigen und seiner Familie sogar vorlesen lassen. „So wissen alle, was Sache ist“, sagt Hopf, als Chefarzt für Anästhesie und Intensivmedizin an der Asklepios-Klinik Langen häufig mit Entscheidungen zwischen Leben und Tod konfrontiert. Der Konsens mit den Angehörigen gelinge fast immer, betonte Hopf, auch wenn dazu mehrere lange Gespräche nötig seien. Ansonsten greife das ärztliche Ethos: Solange medizinisch noch Hoffnung bestehe und sofern nicht anders verfügt, werde Leben erhalten. Danach stelle der Arzt „nicht den Patienten ab, sondern das Therapieziel um – von Lebenserhalt auf Leidensbegrenzung“. In der Familie Klarheit zu schaffen, nahe Angehörige – idealerweise den Lebenspartner – oder enge Freunde ins Vertrauen zu ziehen, rät Dr. Nikos Stergiou, Chefarzt für innere Medizin und ärztlicher Direktor an der Asklepios-Klinik Seligenstadt. Ein so übermittelter „mutmaßlicher Wille“ werde vom Arzt stets respektiert. Greife darüber hinaus die Patientenverfügung, bleibe dem Vertrauten die schwerste aller Entscheidungen erspart. „Schriftlich vorsorgen, kommunizieren und ein Sprachrohr für den Fall der Fälle suchen“, rät Stergiou daher zusammenfassend und gibt weitere Tipps: Vorsorgevollmachten möglichst mehreren Angehörigen gemeinsam erteilen. Vorgefertigte Patientenverfügungen, etwa aus dem Internet, immer den persönlichen Gegebenheiten anpassen. Und: Beide Dokumente stets so aktuell wie möglich halten. (LRP)

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen