Markt der Selbsthilfegruppen in Frankfurt 2011

Jürgen Kammerl (links) im Gespräch mit Klinikpersonal
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Am Freitag, den 27. Mai 2011 fand in Frankfurt am Main - im Römer - ein Tag der Selbsthilfegruppen statt. An diesem Tag bestand die Möglichkeit, von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr viele Selbsthilfegruppen kennenzulernen und einen persön-lichen Kontakt mit ihnen herzustellen. Über hundert Selbsthilfegruppen stellten sich an diesem Tag den Besuchern vor und standen für deren Fragen Rede und Antwort. Auch wir, die SHG-Darmstadt für junge Schädel-Hirnverletzte, waren an diesem Tag mit einem Stand dort vertreten und stellten uns und unsere Arbeiten vor. Viele Besucher kamen an diesem Tag an unseren Stand und zeigten großes Interresse an unserer Gruppe. Die Teilnahme an dem Markt war für uns eine Belastungsprobe, in der wir uns gezwungener Maßen intensiver als sonst mit dem Sinn und Zweck unserer Treffen auseinandersetzen mussten. Jedoch war das Vergleichen mit anderen Betroffenen und der Austausch zwischen uns und dem medizinischen Fachpersonal eine bedeutende Bereicherung für die SHG-Darmstadt. Auch wenn auf einem Selbsthilfemarkt nur Besucher erscheinen, die an einem speziellen Thema interessiert sind, so war es dennoch eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, unsere Gruppe in der Öffentlichkeit vorzustellen und zu präsentieren. Die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe unterstützte uns hierbei mit reichlich Informationsmaterial, das von den Besuchern sehr gerne angenommen wurde. Auch viele Medizinstudenten und Klinik-Fachpersonal waren an diesem Tag in den Römerhallen unterwegs und konsultierten unter anderem unsere Gruppe an diesem Tag.
Zum einen sprachen uns zwei Medizinstudenten an, die wissen wollten, was wir so in unserer Gruppe machen und welche Programme wir haben. Andere Auszubildenden aus dem Pflegedienst kamen auf uns zu mit einem ausgiebigen Fragebogen mit vorgegeben Fragen, die speziell auf die Arbeit von Selbsthilfe-gruppen ausgerichtet waren und die wir sehr gerne beantworteten.
Ebenfalls kam eine Krankenschwester aus einer der ortsansässigen Kliniken auf uns zu und benötigte Informationsmaterial für ihre Patienten. Somit wurden einige unsere Flyer gezielt an die dort ansässigen Patienten weitergeben. In einem anderen Beispiel teilte mir eine sehr rüstige ältere Dame von 78 Jahren mit, dass sie sich sehr deprimiert fühle, da ihr Mann vor kurzem einen Schlag-anfall erlitten habe und auch mittlerweile all ihre Bekannten und Freunde bereits verstorben seien.
Sie machte auf uns einen sehr vereinsamten Eindruck und fragte mich, ob sie
auch noch in ihrem Alter bei einer Selbsthilfegruppe mitmachen dürfe bzw. aufgenommen werden kann. Ihre Geschichte beeindruckte und rührte mich zugleich. Natürlich war ihr hohes Alter kein Hinderungsgrund für eine Mitglied-schaft in unserer Selbsthilfegruppe. Das Problem war nur, dass die in Frankfurt wohnene Besucherin doch einen zu weiten Anfahrtsweg hatte.

"Denn aus Erfahrung kann ich nur sagen, dass je größer die Altersspanne in einer Gruppe ist, desto vielfältiger ihre Erfahrungswerte sind".

Dies stelle ich immer wieder in unserer Gruppe fest, da die Altersspanne unserer Mitglieder zwischen 25 und 71 Jahren liegt. Gerade durch ihr hohes Alter haben sich bei der Besucherin mit Sicherheit viele Fähigkeiten gebildet, die eine Gruppe bereichern könnte. Mir blieb also nichts weiter übrig, als die nette Dame an die Selbsthilfe-Kontaktstelle Frankfurt zu verweisen, die sicherlich in der Lage ist, für sie eine geeignete Gruppe zu finden. Ansonsten kamen wir an diesem Tag in den Genuß, von vielen anderen Besuchern, überwiegend jüngerer Generation angesprochen zu werden. Auch durch intesive Gespräche mit dem Klinikfach-personal bekamen wir auch die Möglichkeit, an weiteren "Tagen der Selbst-hilfegruppen" in ortsnahen Kliniken teilzunehmen, die noch dieses Jahr stattfinden.
Weitere Informationen hierzu siehe auf der Homepage http://www.shg-darmstadt.de unter "Termine/Events".

Jürgen Kammerl

Autor:

Jürgen Kammerl aus Darmstadt-Süd

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