Aktionstag Suchtberatung: Angebote kostendeckend und verlässlich finanzieren
Raus aus der Sucht

Mit einem bundesweiten Aktionstag machen die Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) und ihre Mitgliedsverbände am 4. November auf die Dringlichkeit der (Weiter-) Finanzierung und die Zukunftssicherung der Suchtberatungsstellen aufmerksam.

„Das Suchthilfezentrum ist für uns eine wichtige Säule im Gesamtkonzept der Sucht- und Drogenhilfe“, so die Sozialdezernentin der Wissenschaftsstadt Darmstadt Barbara Akdeniz. „Genau aus diesem Grund unterstützen wir in Darmstadt das Suchthilfezentrum langfristig als zentrale Beratungsstelle und Navigationspunkt für eine erfolgversprechende Integration suchtkranker Menschen“, erläutert die Stadträtin. „Dies wird auch durch die gemeinsamen Projekte wie etwa dem Präventionsprojekt HaLT, dem Projekt Migration und Sucht oder der Kooperation mit dem Jobcenter unterstützt“, ergänzt der Suchthilfekoordinator der Wissenschaftsstadt Darmstadt Volker Weyel.

Für diese Unterstützung ist der Caritasverband Darmstadt sehr dankbar, denn die Hilfe wird dringend benötigt. „Der problematische Suchtmittelkonsum ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und kein Randphänomen“, sagt Andrea Wiechert, Leiterin des Suchthilfezentrum des Caritasverbandes Darmstadt e. V. Sie und ihr Team beraten, behandeln und begleiten jährlich ca. 1500 Menschen. Sie unterstützen und stabilisieren Abhängigkeitskranke und ihre Angehörigen in Krisen sowie in dauerhaft herausfordernden Lebenssituationen. Das Suchthilfezentrum gehört zu den wenigen ambulanten Beratungsstellen, die Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige mit problematischem Konsum von legalen und illegalen Substanzen sowie mit problematischem Umgang mit Glücksspiel und Mediennutzung sind. Dadurch haben die Bürger der Stadt Darmstadt eine zentrale gesicherte Versorgung. „Durch die bis heute gesicherte kommunale Finanzierung der Stadt Darmstadt und das effektive Netzwerk des Kommunalen Präventionsrates können wir beständig diese notwendige Hilfe in Darmstadt anbieten und entsprechend der Bedarfe weiterentwickeln. Dies unterscheidet sich deutlich von den Voraussetzungen, die wir für Bürger des Landkreises Darmstadt- Dieburg vorhalten können“, so Andrea Wiechert.

Dort versorgen die Einrichtungen der Caritas-Suchthilfe ca. 650 Menschen im Jahr, davon allein ca. 400 Menschen im Ostkreis von der Fachambulanz Dieburg aus. Die Angebote bestehen aus Beratung, Behandlung und Betreutem Wohnen für Suchtkranke. Dies hat sich als sehr wirksam erwiesen und trägt zur Gesundheitsversorgung in der Region bei. „Leider wird unsere Arbeit für Menschen mit Alkoholproblemen nur durch sehr geringe öffentliche Mittel bezuschusst“, bedauert Ruth Rothkegel, Leiterin der Fachambulanz für Suchtkranke in Dieburg. „Die Hauptfinanzierung für die Alkoholklientel im Landkreis besteht aktuell aus Kirchensteuermitteln. Mittelfristig wird diese Finanzierung nicht ausreichen. Für die Suchtberatung benötigen wir eine gesicherte Basis-Finanzierung über kommunale Mittel.“ Durch die ambulante Suchthilfe des Caritasverbands Darmstadt stehen den Menschen im Landkreis Darmstadt-Dieburg bei Problemen mit Alkohol oder anderen legalen Suchtmitteln Beratungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dies gilt für Selbstbetroffene als auch für deren Angehörige und Bezugspersonen.

Konsumenten illegaler Suchtmittel werden in der Drogenberatungsstelle des Landeskreises Darmstadt-Dieburg beraten; diese Stelle ist dagegen kommunal auskömmlich finanziert.

„Wenn die Hilfe vor Ort wegbricht, stehen Suchtkranke und ihre Familien allein da“, so die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig. „So schwierig die Finanzlage vieler Kommunen ist – ohne eine gut aufgestellte Suchtberatung geht es nicht! Gute Beratung vor Ort ist der erste Schritt raus aus der Sucht und rein in ein gesundes Leben.“ (aus der Pressemitteilung der DHS vom 10.09.2020)

Autor:

Claudia Betzholz aus Darmstadt-Süd

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