Schmierereien stoppen: Hinschauen und handeln lohnt sich!

Offenbach. „Den Schmierer nicht davonkommen lassen, das war für mich klar!“, so Celebi Kural, der beherzt eingriff, als ein Mann im Offenbacher Rathaus die Ziffern „2 666“ aufgemalt haben soll. Der Hausmeister aus Offenbach ertappte den mutmaßlichen Schmierfinken und versuchte ihn festzuhalten. Der Ertappte konnte sich zwar befreien, wurde aber aufgrund der Täterbeschreibung des Hausmeisters und durch dessen Fotos, die er mit dem Handy aufgenommen hatte, durch die Polizei identifiziert. Er soll auch noch für zahlreiche Schmierereien dieser Art in der Offenbacher Innenstadt, Bürgel und Bieber verantwortlich sein. Kural, der mit seiner Frau Gülsen und den Kindern von Cuxhaven nach Offenbach wegen besserer Zukunftsperspektiven seiner Kinder in die Region Rhein-Main zog, würde wieder beherzt eingreifen, versicherte er. „Beschädigungen von öffentlichen Anlagen geht gar nicht. Solche Leute sollen für ihre Taten büßen!“ Angst hat er dabei nicht: „Ich bin in meiner Zeit in Cuxhaven nachts Taxi gefahren, habe dabei Erfahrungen sammeln können im Umgang mit schwierigen Menschen.“ „Schmierereien haben nichts mit Kunst zu tun, sondern beeinträchtigen das Stadtbild und verschlechtern das Sicherheitsgefühl der Bürger. Ich freue mich, 500 Euro für das vorbildliche Zeugenverhalten überreichen zu dürfen!“, so Peter Freier, Ordnungsdezernent der Stadt Offenbach und Vorsitzender des Präventionsrates. Möglich wurden die Auszahlung der Belohnungen durch die Offenbacher Baugenossenschaft Odenwaldring eG und der Soka-Bau, bei denen sich der Stadtrat herzlich bedankt. Für die Polizeidirektion Offenbach bedankte sich Polizeioberrätin Jasmin Brunner bei den Zeugen und erinnerte daran, dass durch Hinschauen und Handeln der Bürgerinnen und Bürger Straftaten vermieden oder aufgeklärt werden können. Wobei oft bereits eine schnelle Information an die Polizei mit Täterbeschreibung oder einem Foto hilfreich ist. Reinhard Abraham, Vorstand der Offenbacher Baugenossenschaft, schloss sich den dankenden Worten an. Schmierereien und illegale Graffiti sorgen immer wieder für Ärger, besonders bei denen, die diese von der eigenen Fassade mühsam entfernen müssen. Auf Initiative des Ordnungsamtes der Stadt Offenbach gemeinsam mit dem Sachgebiet Sprayer des Polizeipräsidiums Südosthessen hatten sich bereits 2008 Stadt und Polizei mit dem Offenbacher Kreis der Wohnungswirtschaft im Kampf gegen illegale Sprayer zusammengeschlossen. Gut miteinander vernetzt gehen die Beteiligten gegen Vandalismus und Sachbeschädigungen, insbesondere gegen Graffiti, vor. Schmierereien werden angezeigt und schnellstmöglich beseitigt, Belohnungen werden abwechselnd von im Kreis der Wohnungswirtschaft zusammengeschlossenen Unternehmen gezahlt. Das sind die Baugenossenschaft Odenwaldring eG, die Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach mbH (GBO), die Gemeinnützige Ketteler Baugenossenschaft eG, die Nassauische Heimstätte (NH), die Offenbacher Baugenossenschaft und die Soka-Bau. Freier appelliert an Geschädigte, jedes Graffiti unbedingt zur Anzeige zu bringen, damit die Beamten des Sachgebiets Sprayer beim Polizeipräsidium Südosthessen die Ermittlungen aufnehmen können. Denn dass, was für die Jugendlichen „Fame“, eben Berühmtheit innerhalb ihrer Gruppe bedeutet, hilft den Ermittlungsbehörden. „Jeder Sprayer hat eine individuelle Handschrift und Bildsprache, anhand derer wir Profile erarbeiten können“, erklärt Sachgebietsleiterin Ursula Elmas. Gemeinsam mit drei Kolleginnen beziehungsweise Kollegen werden die Tags und Bilder beispielsweise mit den Daten in der hessenweiten Datenbank abgeglichen oder auch schon mal Schriftgutachten erstellt. Rund 20 Prozent der Delikte können aufgeklärt werden. Diese Aufklärungsquote konnte auch bei den Schäden verzeichnet werden, die der Kreis der Wohnungswirtschaft 2017 zur Anzeige brachten. Die von dort gemeldeten Schadensfälle und Schadenssummen sind etwas geringer als im Vorjahr, auch die Anzeigen sind mit 51 etwas mehr als 2016 (+4), aber weniger als 2015 (-10). „2017 mussten die Stadt und die im Kreis der Wohnungswirtschaft zusammengeschlossenen Unternehmen 26.531 Euro zur Beseitigung aufbringen, geringfügig weniger als im Jahr zuvor. Die Zahlen liegen unter Berücksichtigung der Vorjahre beim Kreis der Offenbacher Wohnungswirtschaft in der üblichen Schwankungsbreite“, weiß Frank Weber, Abteilungsleiter im Ordnungsamt für Kommunale Prävention, Sauberkeit und Ordnung. Gemeinsam mit Kriminalhauptkommissarin Ursula Elmas appelliert er an die Bürgerinnen und Bürger, Beobachtungen zu Sprayern unverzüglich der Polizei zu melden. „So könnte die Aufklärungsquote weiter erhöht und die Täter in Regress genommen werden!“ Aktuell bittet die Kriminalhauptkommissarin um weitere Zeugenhinweise zu den Tags „LiL’C Free Eriks“ und „GBS“ sowie Meldungen von Geschädigten zu den aufgemalten Ziffern „2 666“. Die Ermittler vom Sachgebiet Sprayer sind erreichbar unter der Telefonnummer 06181-9010-133. Strafanzeigen können hier, bei den örtlichen Polizeirevieren oder auch über die Online-Wache des Polizeipräsidiums Südosthessen erfolgen.
(Stadt Offenbach am Main)

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