Lilien die Nummer Eins in Hessen

Fußball. Nach einem packenden und emotionalen Derby hat der SV 98 die Vormachtstellung in Hessen gewonnen. Durch das Tor des Tages von Darmstadts Kapitän Aytac Sulu haben die Lilien nun bereits vier Punkte Abstand zu Eintracht Frankfurt, welche lediglich einen Punkt von dem Relegationsplatz trennt.
Von Beginn an war die packende Stimmung auf den Rängen auch auf das Spielfeld übertragen worden. Es dauerte nur wenige Minuten bis zur ersten Rudelbildung - nach einer banalen Freistoßentscheidung vom souveränen Schiedsrichter Dr. Felix Brych. In der 9. Minute hatte die SGE durch einen Kopfball von David Abraham eine erste kleinere Torgelegenheit, die allerdings ohne Konsequenzen blieb.
Im direkten Gegenzug vergab Sandro Wagner nach einem Eckball von Tobias Kempe, der erneut den Vorzug vor Konstatin Rausch erhielt, die erste Torchance der Lilien.
In der Folge entwickelte sich nur auf den Rängen ein rasanter Schlagabtausch zwischen den Anhängern der Eintracht sowie des SV 98. Nur in der 23. Minute gab es eine nächste kleinere Torgelegenheit, die der Ex-Frankfurter Rosenthal per Kopf vergab.
Kurz darauf gingen die Gäste aus Südhessen dann aber in Führung. Aytac Sulu erzielte per Kopf - wer hätte es anders erwartet - sein 4. Saisontor und führt damit weiterhin die Torjägerliste der Bundesliga in der Kategorie Innenverteidiger an. Bezeichnend für diesen Treffer war auch, dass er erneut aus einer Standardsituation resultierte.
Die SGE wirkte in der Folge geschockt und verlor nahezu alle entscheidenden Zweikämpfe im Mittelfeld. Dabei rieben sich die "Adler" vor allem gegen die zweikampfstarken Sechser Niemayer, der aufgrund seiner 5. gelben Karte kommende Woche im Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin fehlen wird, und Gondorf mächtig auf. Sulu hätte erneut nach einem Standard in der 36. Spielminute seinen Doppelpack küren können, köpfte aber nur auf die Querlatte. Zur Pause blieb es bei einer knappen, aber nicht unverdienten Führung des frech aufspielenden Aufsteigers.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte die Eintracht den Druck auf das Tor der Darmstädter. Stefan Aigner fand seinen Meister in SVD-Keeper Christian Mathenia, der im Hessenderby einen Sahnetag erwischt hatte und mit einigen Glanzparaden den Ausgleich der SGE verhinderte.
Die wohl größte Chance vergab Maro Russ mit einem Hackentrick aus kurzer Distanz nach strammen Schussversuch der Eintracht von der Strafraumkante, welche Mathenia mit einem sensationellen Reflex aber zunichte machte.
Danach fiel der Eintracht aber nicht mehr viel ein und Darmstadt 98 hätte durch zahlreiche Konterchancen schon deutlich vor Abpfiff den Sack zumachen müssen. Dabei hatte SGe-Innenverteidiger Carlos Zambrano einmal Glück, nicht vorzeitig unter die Dusche gehen zu müssen, als er Sandro Wagner nur mit einem Foul an der Strafraumkante stoppen konnte. Den fälligen Freistoß setzte Kempe relativ deutlich am Gehäuse der Eintracht vorbei.
In der 82. Minute hatte der flinke Marcel Heller die größte Chance, auf 2:0 zu erhöhen und somit das Derby für sich zu entscheiden. Nach einem herrlichen Solo schoss der Flügelspieler aus kürzester Distanz aber nur Frankfurts Torwart Hradecky an.
Mit Beginn der vierminütigen Nachspielzeit brannte der Zorn bei einigen Fans von der Eintracht dann durch und einige gestohlene Fahnen des SV 98 wurden auf den Rängen angezündet und verbrannt. Schiedsrichter Brych unterbrach die Partie zwar kurz, pfiff nach wenigen Sekunden aber erneut an und so konnte die Nachspielzeit zu Ende geführt werden.
Direkt nach dem Abpfiff lenkten die Frankfurter "Fans" schlechten Ruf auf sich - wie er bereits vor Spielbeginn unter der SGE durch Drohplakate verbreitet wurde. Fans stürmten den Platz und versuchten, in Richtung Darmstädter Gästeblock zu gelangen. Allerdings machte die Polizei diesen "Fans" einen Strich durch die Rechnung und drängte diese Anhänger der Eintracht wieder zurück in den eigenen Block.
Somit mussten am Ende alle Frankfurt-Fans akzeptieren, dass der SV Darmstadt 98 die neue Nummer Eins in Hessen ist und die Eintracht vom Thron verdrängte.
Kommende Woche erwarten die 98er den aktuellen Tabellenvierten Hertha BSC Berlin zum letzten Heimspiel in diesem Jahr. Bis auf den gesperrten Peter Niemayer wird Erfolgscoach Dirk Schuster alle Mann an Bord haben.

Autor:

Moritz Zschau aus Darmstadt-Süd

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